Ski-WM in Lahti

Springer und Kombinierer in der Biathlon-Goldspur: DSV wieder auf WM-Rekordkurs

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Andreas Wellinger (l.) und Markus Eisenbichler (r.) zeigen nach dem Springen (Normalschanze) stolz ihre Medaillen.

Lahti - Viermal Gold, acht Medaillen: Dank furiosen Skispringern und Kombinieren liegt Deutschland bei der WM in Lahti zur Halbzeit auf Rekordkurs.

Die Medaillen-Hamster Andreas Wellinger und Johannes Rydzek schnauften am Ruhetag der WM in Lahti ein wenig durch. Ein lockeres Herantasten an die Großschanze stand auf dem Zettel, vor allem aber Massage und viel Freizeit, in der die neuen Weltmeister den Rückblick auf die furiose erste Hälfte der Titelkämpfe genossen - und Kraft für die Rekordjagd der kommenden Tage sammelten. 

"Wir sind sehr, sehr gut in die WM gestartet. Auch wenn die Erwartungen hoch waren, sind wir fast überrascht, wie gut es gelaufen ist", sagte DSV-Sportdirektorin Karin Orgeldinger über den Goldrausch der ersten Tage. Franz Steinle, Präsident der Deutschen Skiverbandes (DSV), fühlte sich gar an die "goldene" Biathlon-WM in Hochfilzen erinnert, bei der Laura Dahlmeier und Co. sieben der elf Entscheidungen gewonnen hatten. In Lahti knüpften die nordischen Kollegen nahtlos an diese Traum-Bilanz an. Besonders die von Doppel-Weltmeister Rydzek angeführten Super-Kombinierer, aber auch die Skispringer um den mit Mixed-Gold und Einzel-Silber dekorierten Wellinger und Schanzenkönigin Carina Vogt holten fast alle Medaillen, die es zu holen gab. "Jetzt sind wir natürlich auch hoffnungsvoll für die zweite Woche", sagte Steinle. 

DSV weiter auf Medaillen-Jagd

Dort winken gleich mehrere Rekorde. Mit viermal Gold, zweimal Silber und zweimal Bronze liegt Deutschland im Medaillenspiegel derzeit auf Platz eins vor Norwegen (3-2-2), das seit 1999 neunmal in Folge erfolgreichste WM-Nation war. Das deutsche Rekordergebnis der DDR-Mannschaft von 1974 mit fünfmal Gold und sechsmal Silber wird wohl überboten - schon alleine, weil die Gold-Garanten aus der Kombination am Mittwoch und Freitag noch zwei Wettbewerbe haben. "Der Spirit von Falun ist wieder da. 

Das ist eine tolle Situation", sagte Orgeldinger. In Schweden hatte das DSV-Team vor zwei Jahren fünf Goldmedaillen geholt, dieses Ergebnis sei "kaum zu toppen", hatte Orgeldinger vor der Reise nach Lahti erklärt. Nur selten dürfte sich die Sportdirektorin so gerne so sehr geirrt haben. Größten Anteil an der starken Bilanz haben die Kombinierer, die im Einzel die Plätze eins bis vier belegten und zwei Tage später die Staffel dominierten. "Meine Jungs sind der Wahnsinn, ich bin unglaublich stolz", sagte Bundestrainer Hermann Weinbuch. 

Eric Frenzel ist schon jetzt der erste Kombinierer, der bei vier Weltmeisterschaften in Folge Gold gewann. Und auch die Skispringer glänzten mit Doppel-Gold durch Vogt und im Mixed sowie Silber und Bronze durch Wellinger und Markus Eisenbichler. Auch ohne den verletzten Titelverteidiger Severin Freund räumen die Weitenjäger ab - und gelten von der Großschanze erneut als Anwärter auf Titel und Medaillen. "Wir wollen jetzt hier durchziehen, wir haben noch einiges vor", sagte Bundestrainer Werner Schuster. 

Frauen als Langlauf-Hoffnung

Und die Langläufer? Gingen zwar im Teamsprint leer aus, zeigten aber zumindest aufsteigende Tendenz. "Natürlich hatten wir mit einer Medaille geliebäugelt, aber wir haben noch einige Rennen. Wir denken, dass der Schritt nach vorne schon da ist", sagte Orgeldinger. In der Frauen-Staffel am Donnerstag soll es dann endlich klappen mit dem ersehnten Edelmetall - damit auch die Langläufer ein wenig zum Medaillenregen beitragen können.

sid

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