Sünder mit Anstand - Kommentar zum Foul von Johannes Geis

Nach dem Foul an Gladbachs André Hahn ist Johannes Geis vom Fußball-Bundesligisten Schalke 04 für fünf Spiele gesperrt worden. Ein Kommentar von Florian Hagemann.

Es wäre jetzt sehr leicht, den Schalker Johannes Geis als großen Sünder und üblen Treter darzustellen, der mit seinem Foul an Gladbachs André Hahn für Entsetzen gesorgt hat. Dies soll auch kein Entschuldigungsschreiben für Geis werden. Die Rote Karte gegen ihn war berechtigt, die Sperre von fünf Spielen ist angemessen, weil sein Vergehen ein schwerwiegendes war.

Aber: Einen gewissen Respekt hat Geis auch verdient – nicht für seine Tat, sondern für seine Reaktion darauf. Geis hat keine Ausreden gesucht, er hat keine mildernden Umstände für sich reklamiert, obwohl ihm die Absicht in der Szene fehlte. Geis hat sich selbst erschrocken über das Foul, er hat sich prompt aufrichtig und ausführlich entschuldigt, nichts beschönigt.

Das ist ein Wert an sich, der nicht zu unterschätzen ist und der zugleich bezeichnend ist für die neue Generation Fußballer, die sehr anständig daherkommt und vor allem das Spiel an sich begreifen will: mit all seiner Technik und Taktik. Die Grätsche und die Bekämpfung des Gegners durch unfaire Mittel werden längst nicht mehr als Schlüssel zum Erfolg angesehen. Das ist eine gute Entwicklung, an der auch das Foul von Johannes Geis nichts ändert. Die Erschrockenheit danach zeigt das deutlich.

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