WM in Katar

Traum beendet: Schnellcheck zum Aus der Handballer

Enttäuschung pur: Hendrik Pekeler (von links), Melsungens Johannes Sellin, Patrick Wiencek, Paul Drux, Patrick Groetzki, Erik Schmidt und Melsungens Michael Müller können es nicht fassen. Foto:  dpa

Kassel. Die Kataris haben den Höhenflug der deutschen Handball-Nationalmannschaft bei der WM gestoppt und den Traum vom Halbfinale jäh beendet. Die Partie im Schnellcheck.

Das Team von Bundestrainer Dagur Sigurdsson unterlag dem Gastgeber im Viertelfinale nach einem packenden Duell 24:26 (14:18).

Wie war das Spiel gegen Gastgeber Katar? 

Sehr körperbetont. Packend. Bisweilen fahrig, was die deutsche Mannschaft anbelangt. Denn die DHB-Auswahl zeigte vor allem im ersten Durchgang eine ungewohnte Hektik. Vorn leistete sie sich zu viele technische Fehler und rannte sich in der bulligen Abwehrreihe fest, hinten machte sie es den Kataris zu einfach. Immer wieder Zarko Markovic, immer wieder Rafael Capote und immer wieder Kreisläufer Borja Vidal, den die Abwehr überhaupt nicht in den Griff bekam.

So zog der Gastgeber zwischenzeitig auf sechs Tore davon und führte 14:8 (23. Minute). Aber Silvio Heinevetter, der für den glücklosen Carsten Lichtlein ins deutsche Tor gekommen war, biss sich in diese Partie, brachte seine Vorderleute dank seiner Paraden wieder auf Kurs, sodass die Mannschaft zur Pause beim 14:18 noch in Schlagdistanz blieb.

Im zweiten Durchgang funktionierte das deutsche Prunkstück, die Abwehr, endlich wie gewohnt. Darauf aufbauend, arbeitete sich das DHB-Team heran. Und das war harte Arbeit. Nach einem herrlichen Heber von Patrick Groetzki stand es 19:20 aus deutscher Sicht - doch der Ausgleich, er wollte einfach nicht gelingen. Weil die deutschen Handballer in manchen Situationen zu überhastet agierten. Und weil sie die leichten Fehler nicht komplett abstellten.

War das Ergebnis eigentlich gerecht? 

Was heißt gerecht? Aus deutscher Sicht ist diese Pleite bitter. Denn irgendwie hat doch niemand damit gerechnet, dass die deutschen Asse gegen die Kataris ausscheiden. Hallo? Katar? Okay, ist ja nicht wirklich Katar. Und diese Retortentruppe hat das richtig geschickt gemacht gegen Deutschland.

Gab es in diesem Viertelfinale einen Aufreger? 

Sagen wir es mal ganz vorsichtig: Deutschland wurde vom mazedonischen Schiedsrichter-Gespann nicht verpfiffen. Aber die eine oder andere kleinere knifflige Aktion entschied das Duo meistens zugunsten der Gastgeber. Ist aber auch nichts Neues im Handball. Ansonsten gab’s im ersten Durchgang mal eine Rudelbildung. Ergebnis: Zeitstrafen für Uwe Gensheimer und den französischen Katari Bertrand Roine.

Wer ist der heimliche Gewinner des Spiels? 

Der Handballverband Katars. Jede Menge Geld in die Hand genommen, Altstars in die Wüste geholt, eingebürgert, und nun steht die Nationalmannschaft im Halbfinale der Weltmeisterschaft. Alles richtig gemacht - und doch irgendwie unfassbar.

Was haben die Melsunger gestern beigetragen? 

Rechtsaußen Johannes Sellin saß 60 Minuten auf der Bank. Michael Müller spielte in der zweiten Halbzeit hinten komplett durch und sorgte für Stabilität. Er bekam Vidal in den Griff. Vorn bereitete der Linkshänder zwei Treffer vor und hatte bei seinem Lattenkracher selbst Pech.

Wie war die Übertragung beim Bezahlsender Sky? 

Kommentator Karsten Petrzika brauchte wie immer nicht lang, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Absolut angemessen. Dazu gute Einschätzungen. Das war halbfinalreif.

Von Robin Lipke

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.