Confed Cup: Leon Goretzka führt die deutsche Elf zum überraschend klaren Sieg gegen Mexiko

4:1 für Deutschland – mit Traumstart ins Finale

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Den Ball im Blick: Jonas Hector (links) im Zweikampf mit Mexikos Raul Jimenez.

Sensationell. Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft feierte im Halbfinale einen 4:1 (2:0)-Erfolg gegen Mexiko und trifft beim Confed Cup in Russland am Sonntag ab 20 Uhr im Endspiel auf Chile.

Gab es eine Überraschung?

Nicht nur eine, sondern gleich zwei: Shkodran Mustafi, der aus Bebra stammende Verteidger in Diensten des FC Arsenal, saß zu Beginn nur auf der Bank. Stattdessen schenkte Bundestrainer Joachim Löw zunächst Kimmich, Rüdiger und Ginter das Vertrauen. Noch überraschender aber kam die Besetzung der rechten Außenbahn daher: Dort begann nämlich Kader-Küken Benjamin Henrichs (20).

Kommen wir zum Spiel: Wie war die Partie?

Traumhaft. Die deutsche Mannschaft hat einen grandiosen Start und führt bereits nach acht Minuten mit 2:0. In den ersten 20 Minuten ist Löws B-Elf nicht weit vom perfekten Spiel entfernt. Und nach Goretzkas frühem Doppelschlag hat Timo Werner sogar den Treffer zum 3:0 auf dem Fuß. Die Taktik, das Passspiel, die Laufwege, die Abschlüsse: Alles stimmt. Aber es bleibt nicht so. Nach 20 Minuten wird der Traum zu einem ganz normalen Fußballspiel, in dem sich die Mexikaner eine leichte Überlegenheit erspielen. Die zweite Halbzeit beginnt wie die erste, aber Timo Werner vergibt in der 53. Minute seine zweite Riesenchance. Jetzt lässt sich Löws Elf nicht mehr so deutlich das Spiel der Mexikaner aufzwingen und profitiert natürlich vom schnellen 3:0. Als das Spiel entschieden ist, kommen die Mexikaner noch zu zwei Kopfballchancen, aber der Tüchtige hat Glück, einmal landet der Ball an der Latte, und einmal pariert Deutschlands Torwart Marc-Andre ter Stegen glänzend.

Mit welcher Taktik operierte der Bundestrainer? 

Vor der Dreierkette war ein vierköpfiges Mittelfeld postiert. Stindl und Draxler spielten die Bindeglieder zwischen Mittelfeld und Angriff, in dem Werner seine Schnelligkeit ausspielen sollte.

Wie fielen die Tore?

6. Minute: Henrichs gibt dem Bundestrainer Recht, setzt Goretzka in Szene, und der platzierte Schuss des Schalkers bringt die frühe Führung. 8. Minute: Leon Goretzka hat soviel Spaß am Tore schießen, dass es zwei Minuten später schon 2:0 steht. Diesmal kommt der Pass von Timo Werner, und es ist der schnellste Doppelpack der Confed-Cup-Geschichte.

59. Minute: Eine Traumkombination läuft über Draxler und Hector zu Werner, der diesmal gar nicht anders kann als das Tor zu treffen. Es steht 3:0, und das ist die Vorentscheidung. 89. Minute: Frankfurts Mexikaner Marco Fabian zieht aus rund 30 Metern ab, und es steht nur noch 3:1. 90+1: Es fällt auch noch ein Jokertor, denn Younes erzielt nach Cans glänzender Vorarbeit den Treffer zum 4:1-Endstand.

Wer war der Mann des Spiels? 

Da gibt es doch wohl keine zwei Meinungen. Leon Goretzka spielte eine grandiose Dreifachrolle als Balleroberer, Spielgestalter und Vollstrecker. Ob Toni Kroos schon um seinen Stammplatz bangt?

Wie war die TV-Übertragung? 

Erwartet gut. Tom Bartels war aber nach der raschen Führung zu sehr auf der Suche nach dem Haar in der Suppe im deutschen Spiel. Einer fehlte übrigens im ARD-Team: Mehmet Scholl. Das war ungewohnt. Schließlich sind Scholl und Moderator Matthias Opdenhövel ja das Traumpaar der ARD.

Doch Scholl hatte erst am Dienstag die U21 analysiert. Seinen Part übernahm nun Thomas Hitzlsperger. Er machte seine Sache ordentlich und überraschte mit schlagfertigen Antworten wie dieser: „Glaube keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast.“

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