Vettel macht „se ferdisch“

Formel 1: Sebastian Vettel gewinnt Rennen in Malaysia vor Hamilton im Mercedes

Kassel/sepang. Was für ein Auftritt: Sebastian Vettel hat in seinem zweiten Rennen für Ferrari den ganz großen Coup gelandet und die Silberpfeile von Mercedes ganz ordentlich geärgert.

Der 27-Jährige fuhr gestern beim Großen Preis von Malaysia seinen ersten Sieg für die Scuderia ein. Lewis Hamilton und Nico Rosberg mussten sich mit den Plätzen zwei und drei begnügen.

Das Rennen

Hamilton erwischte nach seiner 40. Pole Position einen Start nach Maß und spulte als Führender die ersten Kilometer ab. Dahinter kamen sich Vettel und Rosberg mit ihren Autos gefährlich nahe. Beim ersten Boxenstopp der Silberpfeile setzte sich Vettel an die Spitze, die er wiederum bei seinem ersten Boxenstopp an Hamilton verlor. In dem Führungskrimi setzte sich nach Hamiltons zweitem Stopp in Runde 25 wieder Vettel an die Spitze. Doch der Brite holte Sekunde für Sekunde auf. Vettel kam nach seinem zweiten Stopp knapp vor Rosberg auf die Strecke zurück und ging nach Hamiltons drittem Aufenthalt in der Box wieder in Front. „Me hawwe se ferdisch gemachd“, stellte der Hesse danach in bester Mundart fest.

Die Geschichte 

Sebastian Vettel ist der dritte Deutsche, der für Ferrari ein Formel-1-Rennen gewonnen hat. Zuvor war dies bereits Rekordweltmeister Michael Schumacher und dem legendären Wolfgang Graf Berghe von Trips gelungen. Kurt Adolff und Hans Stuck, die sich Anfang der 50er-Jahre im Ferrari versuchen durften, blieben dagegen ohne größeren Erfolg. Für die Roten aus Maranello ist es der erste Sieg mit einem deutschen Fahrer seit Schumachers Triumph im Oktober 2006 in China.

Auf Schumachers Spuren

Für Sebastian Vettel hat sich mit seinem Engagement für Ferrari ein Kindheitstraum erfüllt. Spätestens seit seinem Monza-Sensationssieg beim Grand Prix von Italien 2008 (im Toro Rosso bei Regen) wurde Sebastian Vettel in Deutschland als möglicher Nachfolger Michael Schumachers gehandelt. Seit 2010 ist er tatsächlich der erst zweite deutsche Formel-1-Weltmeister mit insgesamt vier WM-Titeln, die er alle mit Red Bull verbucht hat. Vettels Vorbild Schumacher brachte es zwischen 1996 und 2006 auf sagenhafte 179 Rennen im Ferrari, von denen er 72 als Sieger beendete. Wie Vettel im vergangenen Jahr kam Schumacher 1996 als Heilsbringer und Weltmeister zu Ferrari. Seit Jody Scheckter im Jahr 1979 hatte die Scuderia keinen Fahrertitel mehr geholt, und auch mit Schumacher sollte es bis zum Jahr 2000 dauern, bis sich die Titelträume der Tifosi in der Formel 1 erfüllten. Seinen ersten Sieg im Ferrari holte Schumacher übrigens später als Vettel erst in seinem siebten Rennen.

Und Sonst?

Toro-Rosso-Pilot Max Verstappen hat auch bei seinem zweiten Grand Prix einen Rekord gebrochen. Der Niederländer ist mit 17 Jahren und 180 Tagen der jüngste Rennfahrer, der in der Formel 1 Punkte holte. Verstappen löste Daniil Kwjat in der Bestenliste ab: Der Russe hatte mit 19 Jahren und 324 Tagen ebenfalls in einem Toro Rosso seine ersten WM-Zähler erreicht.

Von Martin Scholz

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