Das 2:2 bei Benfica Lissabon reicht dem FC Bayern München

Vidal weist Weg ins Halbfinale

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Da kommt Freude auf: Die Bayern bejubeln ein Tor beim 2:2 in Lissabon.

Kassel. Fußball-Bundesligist FC Bayern München hat das Halbfinale der Champions League erreicht. Im Rückspiel bei Benfica Lissabon gab es ein 2:2 - das reichte nach dem 1:0-Sieg im Hinspiel. Der Schnellcheck.

Wie war das Spiel im Stadion Da Luz in Lissabon?

Der FC Bayern musste nur kurz zittern, nachdem Raul Jimenez nach 27 Minuten überraschend das 1:0 für die Gastgeber erzielt und das 0:1 aus dem Hinspiel egalisiert hatte. Jimenez profitierte von einem Fehler des Bayern-Keepers Manuel Neuer, der sich bei einer Flanke verschätzte und Jimenez den Vortritt lassen musste.

Die Münchner ließen sich aber nicht beeindrucken von Gegentor und Stimmung. Sie blieben auch nach dem Rückstand spielbestimmend - und belohnten sich in der 38. Minute mit dem 1:1 durch Arturo Vidals Kracher nach klasse Vorarbeit von Philipp Lahm.

Nach dem Seitenwechsel sorgten die Bayern dann schnell für die Vorentscheidung. Thomas Müller vollendete nach Vorarbeit von Javier Martinez. Trotzdem gaben sich die Portugiesen nicht auf, es blieb ein unterhaltsames Spiel - mit einem Aufreger: Martinez foulte Goncalo Guedes an der Strafraumgrenze, erhielt Gelb und war damit gut bedient. Lissabons Trainer Rui Vitoria schimpfte, musste auf die Tribüne - und sah sogleich den Ausgleich durch Anderson Taliscas Freistoßtor - 2:2 in der 68. Minute. Ging da noch was für die Gastgeber? Sie bemühten sich, aber am Ende jubelten die Münchner - verdient.

Wie stellte Trainer Pep Guardiola seine Münchner Mannschaft auf?

Guardiola würde am liebsten ja nur mit Mittelfeldspielern spielen lassen, und im Prinzip tat er das gegen Lissabon auch. Alle vier Abwehrspieler haben eine Mittelfeld-Vergangenheit, Torwart Manuel Neuer geht eh als alles durch und verhielt sich beim 0:1 eher wie ein Mittelfeldspieler. Und in der Spitze agierte mit Thomas Müller auch einer, der eher noch dem Mittelfeld zugeordnet werden darf. Robert Lewandowski musste zunächst auf der Bank Platz nehmen, Ist halt kein Mittelfeldspieler.

Wer war der Mann des Abends?

Lange Zeit war nicht klar, warum die Bayern diesen Arturo Vidal vor der Saison verpflichtet haben. Bisher fiel er eher dadurch auf, dass er nach dem 2:2 in Turin bis 6:30 Uhr das italienische Nachtleben genossen haben soll. Jetzt ist klar: Vidal ist ein Entscheider. Er traf im Hinspiel zum 1:0, jetzt drosch er den Ball zum 1:1 in die Maschen, wo die Wolfsburger am Tag zuvor gegen Real Madrid wohl eher einen Rückpass zum Torwart gespielt hätten. Vidal scheint in der heißen Phase der Saison richtig auf Touren zu kommen. Darf dann ruhig auch mal feiern gehen. Vielleicht trifft er ja Max Kruse.

Wie schlug sich Rekordhalter Philipp Lahm?

Der 32-Jährige absolvierte sein 103. Spiel in der Champions League. Er hat damit gleichgezogen mit Oliver Kahn; kein deutscher Spieler hat mehr Partien in der Königsklasse bestritten. Lahm gehörte in Lissabon zu den Besten: Er, der auch schon im Mittelfeld zum Einsatz kam, gehörte eigentlich der Vierer-Abwehrkette an, tauchte aber häufig im Angriff auf. Lahm war überall und hinterließ den Eindruck, als ob er die nächsten 103 Spiele in der Champions League gleich folgen lassen wollte.

Darf Uli Hoeneß jetzt wieder mitfliegen?

Für den ehemaligen Bayern-Präsidenten war die Partie in Lissabon der erste Auswärtstermin seit 2014 - mal abgesehen von den ganzen Auswärtsterminen in Landsberg am Lech. Er darf wohl in Zukunft weiter mitreisen: als Maskottchen oder bald womöglich wieder als Bayern-Präsident.

Was erwartet die Bayern nun?

Pep Guardiola werden Albträume vorausgesagt. Im Halbfinale Ende April und Anfang Mai droht das Duell gegen Manchester City, seinen neuen Verein, den er im Sommer übernimmt. Das wäre nur für die Medien ein Spaß.

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