Zoe Marie Dolstra verpasste gute Platzierung bei Deutscher Jugendmeisterschaft

Viel Trost nach dem Sturzlauf

Hier war die Welt in Ordnung: Vor sechs Wochen bei der Süddeutschen Meisterschaft in Erding wurde Marie Zoe Dolstra Vierte. In Rostock bei den Deutschen Meisterschaften stürzte sie. Foto: Humme

Rostock. Der 28. Juli 2018 war wohl der schwärzeste Tag in der noch jungen Karriere von Zoe Marie Dolstra. Zum dritten Mal nahm sie an einer Deutschen Meisterschaft teil – und stürzte mehrmals.

Wir sprachen mit der 16-Jährigen am Tag danach.

Zoe Marie, Sie liefen bisher immer gute Rennen. Was war denn am Samstag los?

Dolstra: Ich hatte auch schon schlechte Wettkämpfe. Mein erster auf Bundesebene vor zwei Jahren war ein Blockmehrkampf. Da lief es auch nicht. Aber so hart erwischt wie diesmal hat es mich noch nie. Es war der wichtigste Wettkampf der Saison – und dann sowas.

Bei der süddeutschen Meisterschaft vor sechs Wochen glänzten Sie aber. Was war diesmal anders?

Dolstra:Ich war extrem motiviert. Seit zwei Monaten blicke ich vor allem auf diesen Lauf. Ich habe meine Ernährung darauf abgestellt, also keine Süßigkeiten mehr und kein Fastfood. Es sollte der Saisonhöhepunkt werden.

Und was passierte dann?

Dolstra:In der zweiten Kurve habe ich eine Hürde nicht richtig erwischt und bin gestrauchelt. Das brachte mich aus dem Rhythmus. Bei der nächsten Hürde kam ich hoch drüber, aber es trug mich so weit nach außen, dass ich fast an der Kurvenlinie war. Bei der nächsten Hürde bin ich dann richtig gestürzt. Da lag ich am Boden.

Aber Sie sind wieder aufgestanden.

Dolstra:Ja. Und bin weitergelaufen. Aufhören war nie eine Option. Aber ich fand nie mehr ins Rennen.

Und wie kam es zum dritten Sturz?

Dolstra:Ich war aus dem Takt. An der vorletzten Hürde bin ich noch einmal hängen geblieben.

Wer hat Sie als Erstes getröstet?

Dolstra:Als ich am Boden saß, kam Simon Schneider zu mir. Und auch meine Eltern und meine Oma waren kurz darauf bei mir. Das hat schon gut getan. Und richtig toll fand ich, als ein älterer Mann kam. Man sah, dass er schon einmal einen Schlaganfall hatte. Dem ging es körperlich richtig schlecht. Der sagte mir, wie toll er es fand, dass ich weitergelaufen bin.

Bleibt so ein Pech-Lauf im Gedächtnis hängen?

Dolstra: Sicherlich werde ich noch öfter an ihn denken. Aber je mehr Zeit vergeht, so hoffe ich, umso stärker tritt er in den Hintergrund. Jetzt habe ich aber zuerst einmal zwei Wochen Trainingspause. Das finde ich auch nicht schlecht.

Also Zeit für Fastfood und Süßigkeiten.

Dolstra (lacht): Schon auf der Heimfahrt von Rostock haben wir Zwischenstation bei einem McDonalds gemacht.

Haben Sie sich schon Gedanken gemacht, ob Sie dem Sport auch in zwei Jahren nach dem Abi treu bleiben wollen?

Dolstra: Ja schon. Als ich vergangenes Jahr bei den Deutschen Siebte wurde, habe ich schon daran gedacht, etwas in Richtung Sport zu machen, wenn ich weiter vorne mitlaufen kann. Aber richtig konkret ist es nicht. Ich habe als Leistungskurs Bio gewählt. Dass man über den eigenen Körper Bescheid weiß, ist als Sportler wichtig.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.