Rückkehr auf den Trainingsplatz

Volleyballerinnen der TG Münden mit Premiere auf Mündener Rattwerder

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Desinfizieren: Jana Wartenberg (rechts) sprüht auf die Hände ihrer Mannschaftskameradin Friederike Mörk.

Nach elfwöchiger Corona-Zwangspause sind die Oberliga-Volleyballerinnen der TG Münden am Mittwoch wieder ins Training eingestiegen. Auch wenn alle Beteiligten dabei ihren Spaß hatten, konnte von Normalität wahrlich keine Rede sein.

„Der Aufwand für diese 90 Minuten ist zehnmal größer als sonst“, sagt Trainer Oliver Bernzen, als er an verschiedenen Stellen des Sportplatzes am Rattwerder die Trainingsutensilien platziert und dabei mit einem Desinfektionsmittel besprüht. Dorthin hatten er und seine Mädels erstmals überhaupt ausweichen müssen, nachdem die Sporthalle am Werraweg noch nicht wieder für den Trainingsbetrieb geöffnet worden war. „Das wäre zwar schon seit Montag wieder möglich, aber der Landkreis braucht dafür noch etwas Vorlaufzeit“, hat Bernzen noch keinerlei Informationen, ab wann die Volleyballerinnen wieder drinnen trainieren können.

Der Aufwand für dieses Training ist zehnmal höher als sonst

Trainer Oliver Bernzen

Nachdem alle Teilnehmerinnen eingetrudelt sind, sich mit der vom Trainer bereitgestellten Sprühflasche die Hände desinfiziert und gegenseitig herzlich begrüßt haben, geht es los. „Ich freue mich“, sagt der Coach mit einem breiten Lächeln im Gesicht, während seine Spielerinnen im vorgeschriebenen Abstand zueinander einen großen Kreis bilden. Auch wenn die Freude über das Wiedersehen nach so langer Zeit bei allen Anwesenden deutlich zu spüren ist, schwant der einen oder anderen angesichts der anstehenden Trainingseinheit doch eher Böses. „Das ist gerade ziemlich aufregend, so eineinhalb Stunden am Stück und ganz ohne Ball“, meint Hanna Geiger und bekommt dafür von allen Seiten zustimmendes Nicken. „Nein, keine Angst, wir machen das ganz entspannt“, beruhigt Oliver Bernzen, um anschließend dann doch direkt mächtig aufs Gas zu drücken.

Schon nach den ersten Lauf- und Hüpfvarianten sind alle auf Betriebstemperatur. Es folgen diverse Übungen an der „Koordinationsbrücke“ und an den Mini-Hürden. Und zur Muskelkräftigung wird dann auch noch mit dem dehnbaren Fitnessband gearbeitet.

„Natürlich sollten sich die Mädels in der Corona-Pause selbst fit halten“, sagt Bernzen. Dafür habe er ihnen verschiedenen Trainingsvideos weitergeleitet, die vom Verband zur Verfügung gestellt wurden. „Dass so etwas nicht bei allen gleich gut klappt, ist aber ganz klar“, hat er volles Verständnis dafür, wenn jemand eine solch ungewohnte Pause auch dafür nutzt, um einmal Abstand vom Volleyball zu bekommen. Umso wichtiger sei es aber, jetzt langsam wieder in Tritt zu kommen. „Wir wissen zwar überhaupt nicht, wie es weitergeht und ob die neue Saison tatsächlich wie geplant Mitte September beginnen und dann auch regulär gespielt werden kann, aber wir müssen dann zumindest bestmöglich vorbereitet sein“, sagt er. „Heute zählt für uns alle erst mal nur der Spaß und das Wiedersehen“, betont Bernzen. Wenn seine Spielerinnen dabei auch noch ein bisschen gefordert würden (und das wurden sie definitiv), hätten sich die Vorbereitungsmühen voll und ganz gelohnt.

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