Wahnsinn: Deutscher Wellinger siegt in Willingen

Da stand der erste Platz fest: Andreas Wellinger (Mitte) jubelt nach seinem Sieg auf der Willinger Mühlenkopfschanze mit seinen Teamkollegen Markus Eisenbichler (links) und Richard Freitag. Foto:  dpa

Willingen. Drei traumhafte Weltcup-Tage in Willingen gingen am Sonntag mit einem deutschen Sieg im Einzelspringen zu Ende. Der Schnellcheck.

Wer ist denn der Gewinner des Einzelwettbewerbs? 

Ein Werbetexter hätte das nicht besser erfinden können. Wellinger rockt Willingen - Wahnsinn. Andreas, so heißt der Gewinner mit Vornamen, durfte sich am Ende unter dem Jubel der Zuschauer hochleben lassen. Der 21-Jährige feierte im Upland seinen zweiten Weltcup-Erfolg. Er bestätigte den zuletzt starken Eindruck.

Wie war das Einzelspringen sonst so? 

Extrem spannend und hochklassig. Die Verhältnisse ließen weite Sprünge zu, der deutsche Bundestrainer Werner Schuster war in der Pause vor dem Finale deshalb schon sehr angetan vom Niveau dieses Weltcups.

Dass es nervenaufreibend wurde, hatte auch damit zu tun, dass es nicht den einen Überflieger gab. Auch der hoch favorisierte Pole Kamil Stoch sprang nicht allen davon. Im ersten Durchgang kam er auf Rang vier. Mehrere sagten ihm den Kampf an: der Österreicher Stefan Kraft etwa, Wellinger und der Norweger Daniel André Tande, der mit 149,5 Metern die beste Weite hinlegte.

Im Finale ging es dann hauchdünn zu. Der Österreicher Manuel Fettner setzte als Fünftplatzierter des ersten Durchgangs eine erste Richtmarke für die Besten. Stoch erreichte ihn nicht. Stefan Kraft aber übertraf mit 135,5 Metern und einer Gesamtpunktzahl von 242 Fettner um exakt einen Punkt. Dann kam Wellinger: 135 Meter. Bange Blicke auf die Anzeigentafel, aber: Es reichte! 242,3 Punkte. Platz eins. Jubel pur. Aber da stand ja noch einer oben: Daniel André Tande. Was wird er machen? Die Antwort: 134 Meter. Und - warten, warten, warten - 240,4 Punkte. Vierter. Wellinger vorn. Wellinger Sieger in Willingen.

Wie war die Kulisse an der Mühlenkopfschanze? 

Das ist schon beeindruckend, wie in Willingen dieser Weltcup gelebt wird, und welch Stimmung herrscht. Zum Einzel am Sonntag kamen 17 100 Anhänger, am Samstag zum Teamwettbewerb sogar 21 000. Wobei nicht ganz klar war, ob Willingen nicht kurzzeitig in Wisla umbenannt werden müsste, so viele Polen fanden den Weg ins Upland. Einzig das Wetter meinte es am Sonntag nicht ganz so gut mit den Fans. Nach der Traumkulisse mit blauem Himmel und Minusgraden am Samstag, tröpfelte es tags darauf nicht nur manchmal vom Himmel. Mit zunehmendem Wettkampf zogen auch dunkle Wolken auf. Gemütlich geht anders. Die Bedingungen für die Springer waren aber gut.

Was war mit dem Willinger Stephan Leyhe? 

Leyhe landete auf Platz 20, was durchaus in Ordnung ist, auch wenn es insgesamt rein sportlich nicht das Wochenende des 25-Jährigen war. Immerhin: Im Einzel wurde er hinter Wellinger und Markus Eisenbichler auf Rang 18 drittbester Deutscher. Nachher sagte er: „So ganz zurechtgekommen bin ich nicht. Es ist zwar meine Heimschanze, aber so viele Sprünge habe ich da noch nicht gemacht. Es ist okay. Platz 20 ist sowieso das Beste, das ich hier gemacht habe.“

Wer ließ sonst noch aufhorchen? 

Sie sprangen schon gegen Martin Schmitt und Sven Hannawald. Und sie sind immer noch im Weltcup-Zirkus unterwegs. Die Altmeister Noriaki Kasai (44) aus Japan, Janne Ahonen (39) aus Finnland und der Tscheche Jakub Janda (38). Ahonen qualifizierte sich als einziger von ihnen für den zweiten Durchgang, landete auf Platz 21. Bemerkenswert auch: Der Österreicher Gregor Schlierenzauer kam bei seiner Rückkehr nach Willingen auf Platz sieben.

Gab’s einen besonderen Schanzenhit? 

Aber hallo. Es ist ja Tradition, dass die Springer mit besonderen Musiktiteln ins Tal getragen werden. Ohrwurm des Wochenendes: „Ich und mein Holz.“ Hatte sich Markus Eisenbichler gewünscht. Jetzt geht er nicht mehr aus dem Kopf: Ich und mein Holz. Wahnsinn in Wellinger, äh, Willingen.

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