Schnellcheck 

Wahnsinn! Stephan Leyhe siegt beim Skisprung-Weltcup in Willingen 

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Er war gut drauf: Lokalmatador Stephan Leyhe siegte auf seiner Heimschanze in Willingen. 

Willingen – Am Samstag war es dann endlich soweit: In Willingen konnte gesprungen werden.

Nach der Absage der Qualifikation vom Freitag ging der erste Einzelwettbewerb fast ohne Probleme über die Bühne. Und wie! Lokalmatador Stephan Leyhe sicherte sich den Sieg auf seiner Heimschanze und machte sein ganz persönliches Märchen wahr. Unser Schnellcheck:

Frage vorweg: Was hat denn der Wind nach den Kapriolen vom Freitag gemacht?

Sturmtief Sabine hat sich zumindest am Samstag zusammengerissen. Von windstill war Willingen zwar noch weit entfernt, aber anders als am Freitag konnten die Skispringer ohne Gefahr die Schanze runterfliegen. Und das hat sich gelohnt. Mehr dazu später.

Wer kam mit den Bedingungen am besten klar?

Die besten Bedingungen in der Qualifikation hatte zumindest mal Lokalmatador Stephan Leyhe. Und der Willinger sorgte auf seiner Heimschanze für den ersten Höhepunkt des Samstags. 145,5 Meter waren die Bestweite.

Hat Stephan Leyhe seinen Heimvorteil auch danach genutzt?

Aber hallo! Nach dem ersten Durchgang und 139,5 Metern lag Leyhe noch auf Rang zwei, knapp hinter dem Polen Kamil Stoch. Dann kam der zweite Sprung, Leyhe war als Vorletzter dran. Vor ihm legte der junge Norweger Marius Lindvik noch einmal einen richtig guten Satz hin und übernahm die Führung. Aber nur für Sekunden. Denn dann flog der Willinger. Und flog. Und flog. Auf 144,5 Meter. Dazu gab es gute Noten und die klare Führung. Wahnsinn. Aber einer war ja noch dran. Noch einmal bange Sekunden, als Stoch die Mühlenkopfschanze herunterkam. Doch der Pole konnte nicht mehr kontern, landete nur auf Rang drei. Die Party konnte beginnen. Der erste Weltcup-Sieg überhaupt für Leyhe. Und das in seiner Heimat. Und das beim Jubiläum. Besser geht's nicht.

Wie reagierte der Sieger?

Als die deutsche Nationalhymne an der Mühlenkopfschanze erklang, wirkte Stephan Leyhe richtig ergriffen. Im Anschluss sagte er im Stadion: „Ich hatte auf einen Platz auf dem Podium gehofft, weil ich noch nie so relaxed war wie in diesem Jahr. Ich habe das alles richtig genossen.“

Wie hat die deutsche Mannschaft insgesamt abgeschnitten?

Fünf Deutsche waren am Start. Hinter Leyhe kam Karl Geiger auf Platz fünf, Constantin Schmid wurde 21., Pius Paschke 24. und Markus Eisenbichler 26.

Wie war die Stimmung an der Mühlenkopfschanze?

Am Freitag waren 10 700 Zuschauer an die Mühlenkopfschanze gekommen – die dann allerdings unverrichteter Dinge wieder abziehen mussten. Am Samstag waren – wie immer – noch einmal deutlich mehr Fans da, 23 500, ausverkauft. Und die hatten sich die Lust aufs Feiern wohl aufgespart. Es ging ordentlich rund. Wenn die Deutschen an der Reihe waren, dann wedelten die Fahnen, als wollten sie einen wilden Wespenschwarm vertreiben, dann gab es das lang gezogene „Zieeeeeh!“, um die Springer noch ein Stückchen weiter zu bringen, dann wurde gesungen und getanzt. Und das natürlich nicht nur bei den Deutschen. Das hat richtig Spaß gemacht.

Wie war die Übertragung im Fernsehen?

Gewohnt routiniert moderierten in der ARD Matthias Opdenhövel und Experte Dieter Thoma. Ein besonderes Augenmerk galt dem 25-jährigen Weltcup-Jubiläum, das auch mit Bildern aus den 1950er-Jahren untermalt wurde. Zu Stephan Leyhe sagte Opdenhövel: „Der Junge ist aus Willingen, der steht jetzt sicher unter Strom. War doch bei dir auch nicht anders, Dieter.“ Und Thoma ergänzte: „Klar, bei mir hat immer das Feuer gebrannt.“

Wird es am Sonntag denn ein zweites Springen geben?

Das steht noch nicht fest. Am Samstagabend ab 19 Uhr soll die Entscheidung fallen. Die Windverhältnisse werden es wohl nur schwer zulassen. Alle Informationen zur Entscheidung finden Sie auf www.hna.de.

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