Schnellcheck: Sensationeller 25:23 -Sieg gegen Dänemark

Wahnsinn, der Traum geht weiter: Handballer erreichen Halbfinale

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Jetzt gibt es kein Halten mehr: Die deutschen Spieler (von links) Steffen Fäth, Kai Häfner, Julius Kühn, Johannes Sellin (verdeckt), Erik Schmidt, Simon Ernst, Jannik Kohlbacher stürmen nach dem Abpfiff auf Torwart Andreas Wolff (rechts) zu.

Kassel. Großartiger Kampfgeist und unglaublicher Spielwitz – der deutsche EM-Traum lebt weiter.

Nach einem fast sensationellen 25:23 (12:13)-Sieg im letzten Hauptrundenspiel über den zweimaligen Europameister und Titelfavoriten Dänemark steht die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) um Bundestrainer Dagur Sigurdsson beim Turnier in Polen im Halbfinale am Freitag.

Wie verlief das 102. Duell der beiden Handball-Nationen? 

Hier können Sie den Ticker zur Partie nachlesen.

Genau so spannend, wie sich das die Zuschauer in Breslau und an den TV-Geräten erhofft hatten. Mal führten die Dänen, mal die Deutschen. Immer dann, wenn man dachte, jetzt könnte eine der beiden Mannschaften eine Vorentscheidung herbeiführen, schlug der Kontrahent eiskalt zurück. Das war vielleicht von den Dänen zu erwarten – aber auch von den Deutschen? Jetzt, nachdem auch noch mit den verletzten Christian Dissinger und Steffen Weinhold zwei echte Stützen im DHB-Team wegbrachen? Doch davon ließ sich die junge Truppe nicht aus der Ruhe bringen. Zudem brachten sich die nachnominierten Kai Häfner und Julius Kühn nach nur zwei gemeinsamen Übungseinheiten in Breslau hervorragend ein.

Welches waren die Höhepunkte des Vergleichs? 

Konnte es selbst kaum fassen Bundestrainer Dagur Sigurdsson.

Was Fabian Wiede und Steffen Fäthauf den Halbpositionen teilweise veranstalteten, war unglaublich. Sie standen den Superstars des Gegners wie Mikkel Hansen und Michael Damgaard praktisch in nichts nach. Bezeichnend, dass der Berliner Wiede mit einem knallharten Wurf eine Minute vor Schluss das 25:23 markierte. Das Ende eines tollen Schlussakkords, wobei die Dänen schon mit 23:21 (53.) vorn gelegen hatten, ehe Kühn, Martin Strobel und Tobias Reichmann für den Europameister von 2004 auf 24:23 stellten.

Gab es eine Szene zum Schmunzeln? 

Das kann man so sagen. Als die Dänen in der 38. Minute einen Tempogegenstoß liefen, war der deutsche Torwart Andreas Wolff – zuvor für einen zusätzlichen Feldspieler ausgewechselt – noch nicht wieder in seinen Kasten zurückgekehrt. Doch Jesper Nöddesbo brachte den Ball nicht an Verteidiger Häfner vorbei.

Welcher Torwart hinterließ den besseren Eindruck? 

Wolff auf deutscher und Niklas Landin auf dänischer Seite machten einen guten Job: Beide kamen auf mehr als 30 Prozent von abgewehrten Bällen. Einen echten Sieger gab es in diesem Duell nicht. Meister Kiel kann sich jedenfalls freuen. In der kommenden Saison bilden Landin und Wolff das Gespann beim THW zwischen den Pfosten.

Welche Rolle spielte der Melsunger Johannes Sellin? 

Die MT-Teamkollegen des 25-Jährigen hatten bereits am Nachmittag ihre Übungseinheit absolviert, um ihrem „Hannes“ und der DHB-Auswahl – natürlich mit Ausnahme des dänischen Torwarts René Villadsen – am Bildschirm die Daumen zu drücken. Sellin hatte zwar keine Einsatzzeit, beim Jubeln war er aber wieder mittendrin.

Wie war die Übertragung in der ARD? 

Klasse. Kommentator Florian Naß hatte so viele Hintergrund-Informationen zu den Spielern parat, dass der Eindruck entstand, er hätte noch jeden Einzelnen von ihnen auf dem Weg zum Feld im Kabinengang abgefangen, um die letzten Neuigkeiten in Erfahrung zu bringen.

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