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Schnellcheck zum Skisprung-Weltcup: Kobayashi siegt, Freitag stürzt, Althaus Zweite

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Von: Maximilian Bülau, Torsten Kohlhaase

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Siegreich in Willingen: Ryoyu Kobayashi.
Siegreich in Willingen: Ryoyu Kobayashi. © Ina Fassbender/AFP

Am Samstagmorgen war erst einmal Abwarten angesagt. In Willingen war es im Gegensatz zum Freitag stürmisch, windig, nasskalt. Deshalb gab es sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern nur einen Durchgang. Wie es ausgegangen ist, lesen Sie in unserem Schnellcheck.

Wie waren denn die Verhältnisse an der Mühlenkopfschanze?

Extrem eklig. Wind und Regen peitschten seitlich in die Anlage hinein, es gab immer wieder Unterbrechungen. So konnte am Ende auch nur jeweils ein Durchgang bei Frauen und Männern durchgezogen werden. Andreas Wellinger sagte nach seinem Sprung: „Dieses Wetter haben wir bei Stephan Leyhe aber nicht bestellt. Es ist sehr gewöhnungsbedürftig.“

Wer kam denn bei den Männern mit den Verhältnissen am besten zurecht?

Lange Zeit Severin Freund. Mit 140 Metern führte er die Konkurrenz fast bis zum Ende an, doch dann musste er zunächst den beiden Norwegern Halvor Egner Granerud (143 Meter) und Marius Lindvik (137 Meter) den Vortritt lassen. Zum Tagessieg flog der Japaner Ryoyu Kobayashi mit 145 Metern und verdrängte das skandinavische Duo noch auf die Plätze zwei und drei. Freund verpasste somit um 2,8 Punkte das Podest.

Wie haben sich die übrigen deutschen Springer geschlagen?

Stephan Leyhe hat bei seinem Heim-Weltcup eine starke Leistung gezeigt und sprang mit 136,5 Metern auf Platz sechs. Auch Constantin Schmid (125,5/11.) und Andreas Wellinger (129/12.) waren ordentlich unterwegs. Sehr schwer mit den äußeren Bedingungen taten sich Karl Geiger, der auf Platz 20 landete und nur auf 120,5 Meter kam. Noch schlimmer erwischte es Markus Eisenbichler als 30. (118,5 Meter)

Bei den Frauen gab es einen Schockmoment zu verkraften. Was war passiert?

Nach dem Warten wegen der Wetterverhältnisse sorgte Selina Freitag für einen Schock im ersten Durchgang. Die Deutsche, Schwester von Skispringer Richard Freitag, kam bei ihrem Sprung deutlich nach rechts ab, brach diesen dann ab – bei der Landung überkreuzten sich allerdings ihre Skier. Freitag stürzte, die Skier lösten sich nicht, sie krachte mit hoher Geschwindigkeit den Berg herunter, knallte auf Gesicht und Oberkörper. Das sah überhaupt nicht gut aus. Sofort eilten Helfer zu Freitag, die sich bewegte, aber sichtlich Schmerzen hatte. Ihre Skier wurden gelöst, eine Trage gebracht. Doch nach einigen Momenten stand die 20-Jährige dann selbst auf, reckte einen Daumen, winkte noch einmal.

Erleichterung also?

Diese Bilder waren nach dem schweren Sturz auf jeden Fall erleichternd. Dennoch kam später die Nachricht im Fernsehen beim ZDF: Freitag ist auf dem Weg ins Krankenhaus. Allerdings hat sie sich wohl nur Schürfwunden und Prellungen zugezogen. Glück im Unglück also. Und hoffentlich kann sie in Peking bei den Olympischen Winterspielen antreten.

Nach diesem Schock ein Blick aufs Sportliche: Wer sicherte sich den ersten Einzel-Weltcupsieg der Frauen in Willingen?

Nachdem die Japanerin Yuki Ito, die am Freitag im Training mit 154 Metern bereits weiter gesprungen war als der Schanzenrekord vom Polen Klemens Muranka aus dem Vorjahr (153 Meter), früh 123,5 Meter als Duftmarke gesetzt hatte, führte sie das Feld lange an. Erst ganz zum Schluss wurde es ein Krimi. Zunächst setzte sich die Slowenin Ema Klinec mit 127 Metern auf Platz eins, dann zog die deutsche Katharina Althaus nach und trotz 126,5 Metern an Klinec vorbei. Alles blickte auf die Gesamtweltcupführende Marita Kramer aus Österreich, die als Letzte dran war. Kramer sprang zwar nur 123,5 Meter. Dennoch zog sie nach Auswertung aller Faktoren aber knapp an Althaus vorbei und sicherte sich so den ersten Einzel-Weltcupsieg der Frauen in Willingen. Der zweite Durchgang wurde wegen der Windverhältnisse abgesagt.

Wie war die Übertragung im TV?

Die Österreicherin Eva Pikelnig wurde mit einer Weite von 70 Metern Letzte. Aufregender war da ihr Interview im ZDF. Sie sagte nach ihrem Sprung, die Bedingungen seinen unverantwortlich, dass das Springen nach Freitags Sturz fortgesetzt worden sei, sei unverständlich. Sollte es einen zweiten Durchgang geben, werde sie nicht antreten. Ihr Boykott fiel aus.

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