21.00 Fans feiern nicht nur Sieger Polen

Weltcup in Willingen: Deutsches Quartett im ausverkauften Stadion Dritter

Willingen. Vor der Traumkulisse von 21.000 Zuschauern im ausverkauften Stadion an der Mühlenkopfschanze haben die deutschen Skispringer im Teamwettbewerb beim Weltcup in Willingen Rang drei belegt.

Markus Eisenbichler, Stehan Leyhe, Andreas Wellinger und Richard Freitag (910,7 Punkte) landeten in einem spannenden Wettkampf hinter dem polnischen Quartett um den Gesamtweltcup-Führenden Kamil Stoch (931, 5) und Österreich (919,2) auf dem Podest. Der HNA-Schnellcheck:

Wie war das Teamspringen?

Spannend. Ein Krimi. Von Beginn an entwickelte sich ein Dreikampf zwischen Deutschland, Polen und Österreich. Nach dem ersten Durchlauf hatten die Deutschen noch mit knapp 20 Punkten vor den Polen geführt, auf Rang drei folgten die Österreicher. Im zweiten Durchgang zogen die Polen dann an den Deutschen vorbei - unter anderem, weil Stephan Leyhe bei 120 Metern landete, während der Pole Dawid Kubacki 17,5 Meter weiterflog. Es war die Vorentscheidung. Herausragend: Andreas Wellinger, der mit 145 Metern nach dem Sieg in der Qualifikation am Freitag den weitesten Satz des Tages bejubelte.

Wer stand in der Gunst des Publikums besonders weit oben?

Natürlich die deutschen Adler um Stephan Leyhe. Dass der Willinger Lokalmatador die lautesten Zieh-Rufe bekam, ist ja logisch. Im ersten Durchgang landete er bei 134,5 Metern, im zweiten dann aber lief es weniger rund. Seine Landung bei 120 Metern waren ein Rückschlag. Ansonsten aber konnte das Gefühl aufkommen, nicht in Willingen, sondern irgendwo in Polen zu sein. Denn beeindruckend war die Kulisse ja ohnehin, besonders beeindruckend aber besonders die Vielzahl der polnischen Fans und Fahnen, die den Weltcup in kleine Polen-Festspiele verwandelten.

Wie war die Stimmung? 

Willingen halt. Das heißt: ziemlich großartig. Die Anlage um die Mühlenkopfschanze war mit 21 000 Zuschauern ausverkauft. So viele waren seit Zeiten von Sven Hannawald und Martin Schmitt nicht mehr vor Ort gewesen. Mehr Menschen hätten aus Sicherheitsgründen auch nicht ins Stadion gedurft. Die Menschenmasse ergab eine tolle Kulisse bei bestem Wetter. Den ganzen Tag über schien in Willingen die Sonne, die Temperaturen kletterten auf weit über null Grad. Das alles hatte fast schon etwas von einer vorfrühlingshaften Veranstaltung. Für gute Laune sorgten darüber hinaus manch deutscher Springer und die berühmte Willinger Partymusik. Ole ole.

Wie war das Drumherum?

Interesant. Es schien, als würde ganz Hessen einen Wandertag zur Schanze nach Willingen bestreiten. Vom Parkplatz pilgerten die Fans regelrecht zur Schanze - mit all ihren Fanutensilien. Ein Anhänger hatte fast den ganzen Schwarzwald auf dem Kopf - als Nachbildung natürlich. Vor allem die polnischen Anhänger konnten sich an den Ständen noch mit zusätzlichen Fanrtikeln eindecken. Und sie taten das auch. An den Tageskassen bildeten sich lange Schlangen, an den Eingängen kam es wegen der verschärften Kontrollen zu Wartezeiten. Ds alles blieb aber im Rahmen. Einzig die Müllcontainer quollen über - mit Getränkeflaschen, die nicht mit an die Schanze genommen werden durften.

Wer war besonders gut vorbereitet?

Domen Prevc. Eigentlich ist die Zeit zwischen Trainingssprung und Beginn des offiziellen Wettkampfes eine Phase der Konzentration. Die meisten Springer gehen auf die Fans erst nach dem Wettbewerb zu. Doch der aktuell Beste der drei Prevc-Brüder holte zu Beginn der Springergasse gleich mal einen ganzen Stapel Autogrammkarten aus seinem Rucksack und verteilte in aller Seelenruhe an die Fans. Diese Lockerheit liegt wohl an Prevcs Alter - er ist gerade mal 17 Jahre alt.

Was ist der Schanzenhit?

Es ist ja Tradition, dass die Springer nicht nur mit dem lauten „Ziiiiiehhhh“ ins Tal getragen werden, sondern auch mit Musik. Platz eins in der Charts der Schanzenhits in diesem Jahr: „Ich und mein Holz.“ Markus Eisenbichler hatte sich den Song am Freitag gewünscht - und diesen Wunsch setzten die DJs an der Schanze mit Vergnügen um.

Wie geht´s weiter?

Auch am Sonntag dürfte es voll werden im Stadion an der Mühlenkopfschanze: Der Einzelentscheid steht auf dem Programm. Der Wettbewerb beginnt um 15 Uhr. Auch die Deutschen zählen zum Favoritenkreis. Karten gibt es noch an der Tageskasse.

Skisprung Weltcup in Willingen 2017: Impressionen von Tag 2

Rubriklistenbild: © Streuff/Hagemann

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