Weltcup in Willingen: Deutsches Skisprung-Team auf Platz zwei

Freuten sich über den zweiten Platz im Teamspringen: Die deutschen Athleten Richard Freitag (von links), Marinus Kraus, Markus Eisenbichler und Severin Freund nach der Siegerehrung an der Mühlenkopfschanze in Willingen. Foto: Fischer

Willingen. Ein überragender Severin Freund hat nicht gereicht, um auch den dritten Teamwettbewerb der laufenden Saison zugunsten der deutschen Skispringer zu entscheiden.

Vor knapp 15 000 Zuschauern an der Willinger Mühlenkopfschanze führte am Samstag kein Weg an den starken Slowenen vorbei, die sich mit 957,9 Punkten vor den DSV-Adlern (931,7) und der Mannschaft aus Norwegen (916,5) durchsetzten.

„Wir sind sehr zufrieden mit dem zweiten Platz. Es kann nicht bei jedem von uns immer alles perfekt klappen“, sagte Freund nach seinen beiden Sprüngen auf 140 und 145 Meter. Lob bekam er auch von seinen Kollegen. „Was der Severin geliefert hat, war echt spitze. Wir werden heute im Einzelspringen wieder Vollgas geben “, sagte Richard Freitag. Und Marinus Kraus meinte: „Sonst geben wir ja meist den Ton an, aber Slowenien war nicht zu schlagen.“

Immerhin schnappte das deutsche Quartett den Österreichern Platz eins in der Nationenwertung weg. Die Skispringer aus der Alpenrepublik blieben wie schon am Vortag beim Einzelspringen hinter ihren Erwartungen zurück und kamen im Teamwettbewerb über Rang fünf nicht hinaus.

Für den Aufreger des Tages sorgte aber eine andere Mannschaft. Das polnische Team, das nach dem ersten Durchgang noch auf Platz sechs lag, wurde disqualifiziert. Ausgerechnet dem Sieger aus dem Einzelwettbewerb vom Freitag, Kamil Stoch, unterlief ein folgenschwerer Fehler. Sein Anzug hatte nicht die richtigen Maße, er war schlicht und ergreifend zu groß.

Nach richtig guten Versuchen im Probedurchgang hatten sich die deutschen Fans auch im Wettbewerb auf einen Sieg ihrer Stars eingestellt. Doch Markus Eisenbichler landete bereits bei 123 sowie 124 Metern, und auch die Sprünge von Kraus (131,5) und Freitag (132,5) im zweiten Durchgang hatten Luft nach oben. Trotzdem führte das DSV-Team zur Halbzeit, weil Freund im direkten Vergleich mit dem Norweger Rune Velta (131 Meter) und dem Slowenen Peter Prevc (135,5) die Nase vorn hatte.

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Nach der Pause spielte der spätere Sieger dann aber seine ganze Klasse aus - nur Nejc Dezman blieb beim slowenischen Team unter der Marke von 135 Metern. Immerhin hielt Freund am Ende noch die Norweger in Schach, denen mit Anders Fannemel der weiteste Satz des Tages gelang. Seine 151,5 Meter lagen nur einen halben Meter unter dem Schanzenrekord.

„Wir haben zwei, drei Fehler zu viel gemacht. Trotzdem bin ich mit dem zweiten Platz zufrieden“, sagte Bundestrainer Werner Schuster. Zum Abschluss findet am Sonntag in Willingen noch ein weiteres Einzelspringen statt. Einlass an der Mühlenkopfschanze ist um 10 Uhr, die Qualifikation beginnt um 13.30 Uhr und der Wettkampf um 15 Uhr.

Von Torsten Kohlhaase

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