Länderspiel der Fußball-Nationalmannschaft

Schnellcheck: Weltmeister verhindert mit 2:2 Fehlstart gegen Australien

In Aktion: Shkodran Mustafi (links) im Zweikampf gegen den Australier Jason Davidson. Foto:  afp

Kassel. Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ist mit einem 2:2 gegen Australien in das Länderspieljahr 2015 gestartet. Der Schnellcheck.

Wie war das Spiel vor 47 107 Zuschauern auf dem Betzenberg in Kaiserslautern? 

Sehr munter, recht unterhaltsam, aber – was die Intensität angeht – auch nicht mehr als ein Freundschaftsspiel. Zur Halbzeit stand es 1:1 durch Tore von Marco Reus (17.) und James Troisi (40.), aber Chancen waren für ein 4:3 vorhanden. Die zweite Halbzeit begann mit einem Leckerbissen, allerdings auf Seiten der Australier. Mile Jedinek zirkelte einen Freistoß ins Tor. Das war hohe Fußballkunst. Die deutsche Elf bemühte sich fortan, aber sie blieb im Abschluss schwach – bis zur 81. Minute. Da brachte die schönste Kombination das 2:2. Und es gehört zur Pointe dieser Begegnung, dass Lukas Podolski traf und seinen 48. Treffer in der Nationalmannschaft erzielte. Bei Inter Mailand steht er in der Kritik, auch weil er dort noch ohne Tor ist.

Nur 2:2 gegen Australien – müssen wir uns jetzt Sorgen machen?

Nicht wirklich. Diese Begegnung war ein typischer Test unter Joachim Löw. Er probiert viel aus, da bleibt ein wirklich gutes Ergebnis auf der Strecke.

Wie funktionierte das neue System?

Bundestrainer Joachim Löw ließ in der ersten Halbzeit mit einer Dreierkette spielen. Davor tat sich ein breites Mittelfeld auf, vorn sollten Marco Reus und Mario Götze wirbeln. In der Offensive klappte das ganz gut, hinten entstanden einige Lücken. Da heißt es: feilen.

Was machte der deutsche Kapitän? 

Er bereitete mustergültig das 1:0 vor. Er lief und lief und spielte dann einen klugen Pass auf Marco Reus. Und wer jetzt denkt, Bastian Schweinsteiger ist wieder ganz der Alte, dem sei gesagt: Der Kapitän gestern hieß Sami Khedira. Schweinsteiger, der eigentliche Boss, saß auf der Bank.

Welche Note verdiente sich Shkodran Mustafi? 

Seine Leistung lag im Dreier-Bereich. Ihm war es zu verdanken, dass die deutsche Elf nicht schon in der ersten Minute in Rückstand geriet. Nach einem langen Pass auf Nathan Burns verhinderte der in Bebra aufgewachsene Verteidiger den Abschluss des Australiers und klärte zur Ecke. Auf der rechten Abwehrseite der Dreierkette begann der 22-Jährige zunächst etwas nervös, wurde aber sicherer. In der zweiten Halbzeit spielte Mustafi in der Viererkette und musste zwei Zusammenstöße wegstecken. Insofern verdiente er sich den Titel des besten Stehaufmännchens. Er sagte: „Die Australier haben es uns nicht einfach gemacht.“

Wie schlug sich der Asienmeister? 

Richtig gut. Die Australier stellten sich nicht etwa hinten rein, sondern spielten ordentlich mit und arbeiteten sich Chancen heraus. Der in Ingolstadt spielende Mathew Leckie (9.) oder Nathan Burns (14.) verfehlten das Tor von Ron-Robert Zieler nur knapp. Der deutsche Torwart musste auch in höchster Not gegen Mile Jedinak (28.) und gegen Leckie (32.) klären. Ansonsten: Tolles Freistoßtor von Jedinek.

Gab es einen Gänsehautmoment?

Bei der Nationalhymne hielt Benedikt Höwedes einen Zettel in die Höhe mit der Aufschrift: Haltern trauert. Höwedes stammt aus jenem Ort, der nach der Flugzeugkatastrophe in Frankreich im Mittelpunkt steht, weil dort 18 Opfer herkamen. Auch für sie gab es eine Schweigeminute vor Anpfiff.

Am Sonntag steht dann das EM-Qualifikationsspiel gegen Georgien an: Bleibt bis dahin alles beim Alten?

Das ist nicht anzunehmen. Joachim Löw experimentierte gegen Australien. Es durfte mancher aus der zweiten Reihe ran. Außerdem schenkte der Bundestrainer den Rückkehrern Holger Badstuber und Ilkay Gündogan einen Platz in der Startelf. Gegen Georgien wird die Weltmeisterquote im Team höher sein: mit Manuel Neuer im Tor statt Ron-Robert Zieler, mit Kapitän Schweinsteiger, mit Mats Hummels, mit Jerome Boateng, mit Toni Kroos und mit Thomas Müller.

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