Nordhessin liegt nach erstem Tag auf Platz fünf

Aus Bad Wildungen: Siebenkämpferin Schäfer im Rennen um Olympia-Medaille

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Siebenkämpferin Carolin Schäfer aus Bad Wildungen kann sich Hoffnungen auf eine Olympia-Medaille machen.

Rio de Janeiro. Siebenkämpferin Carolin Schäfer aus Bad Wildungen kann sich Hoffnungen auf eine Olympia-Medaille in Rio de Janeiro machen.

Die 24-jährige Nordhessin liegt nach dem ersten Tag auf Platz fünf. Schäfer hat mit 3936 Punkten nur 28 Punkte Rückstand auf Akela Jones aus Barbados, die nach dem 200-Meter-Lauf den dritten Rang belegt. Die Leverkusenerin Jennifer Oeser (3778) rangiert auf Position zehn, Claudia Rath aus Frankfurt ist 26. (3585).

"Das war ein großartiger Tag, er war super erfolgreich", sagte die zufriedene, aber sichtlich erschöpfte Schäfer. Die britische London-Olympiasiegerin Jessica Ennis-Hill (4057) geht als Führende in die letzten Disziplinen. Der abschließende 800-Meter-Lauf findet am Samstag (22.50 Uhr Ortszeit/3.50 Uhr MESZ) statt. (dpa)

Siebenkämpferin aus Bad Wildungen bei Olympia am Start

1. 100 Meter Hürden Wichtig ist, mit einer guten Zeit den Siebenkampf zu eröffnen. „Klappt das, lässt die Anspannung nach“, weiß Carolin Schäfer. Für sie ist die größte Hürde der Start: „Ich hab immer ein Problem mit der ersten Hürde, weil ich da oft zu dicht dran bin. Daran haben wir sehr hart gearbeitet.“ Die schnellste Zeit bei einem Siebenkampf erreichte 2012 die Britin Jessica Ennis-Hill. Bei den Olympischen Spielen in London lief sie 12,54 Sekunden. Schäfers Bestleistung liegt bei 13,20 Sekunden. „Für mich eine sehr gute Zeit. Wenn ich da rankomme, werde ich eine ordentliche Punktzahl stehen haben.“ • Freitag, ab 14.35 Uhr, ARD
  © Kaliske
2. Hochsprung „Hauptsache kein Regen“, hofft Schäfer bei der zweiten, technisch anspruchsvollen Disziplin, in der es bei ihr in diesem Jahr lange ein wenig gehakt hat. „So richtig bin ich nicht reingekommen“, sagt die Bad Wildungerin, die zuletzt in Götzis aber 1,80 Meter sprang. „Das möchte ich auch in Rio erreichen.“ Schäfer wählt je nach Bedingung und Gefühl beim Einspringen eine Einstiegshöhe im Bereich von 1,70 Metern. „Ich muss darauf achten, das Schwungbein länger zu halten und den richtigen Abstand zur Latte erwischen.“ Und weiter: „Man muss vor allem cool bleiben.“ Die Bestleistung im Siebenkampf stellte 2006 die Belgierin Tia Hellebaut mit 1,97 Metern auf. Schäfers Bestleistung liegt bei 1,84 Metern. • Freitag, ab 15.50 Uhr, ARD
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3. Kugelstoßen Im Winter hat Carolin Schäfer hart an ihrer einstigen Problemdisziplin gearbeitet, unter anderem mit Bewegungsanalysen. „Ich konnte teilweise schon keinen Kugelstoßring mehr sehen.“ Mittlerweile stößt sie stabiler, 14,56 Meter in diesem Jahr waren eine persönliche Bestleistung. Das ist auch das Mindestziel für Rio. „Ich hoffe, dass mir nach vorne mal einer herausrutscht.“ Auch hier gilt vor allem eins: Ruhe bewahren. Die Siebenkampf-Bestweite hält die Ukrainerin Natalya Dobrynska (17,29 Meter). • Samstag, ab 1.35 Uhr, ZDF
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4. 200 Meter Sprinten liegt Carolin Schäfer, daher sind die 200 Meter zum Abschluss des ersten Tages ihre Lieblingsdisziplin. „Da geht das Adrenalin noch einmal stark nach oben.“ Die einzelnen Läufe werden nach der gemeldeten Bestzeit zusammengestellt. 23,37 Sekunden sind ihre Bestleistung. Schäfer weiß: „Damit muss ich mich nicht verstecken. Wenn das in Rio auch so läuft, bin ich vorn mit dabei.“ Die schnellste je in einem Siebenkampf gelaufene Zeit erreichte 1988 Jackie Joyner-Kersee (USA) in 22,30 Sekunden. • Samstag, ab 3.05 Uhr, ZDF
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5. Weitsprung Trotz der Anstrengung startet die 24-Jährige in der Regel ausgeruht in den zweiten Tag. „Eigentlich schlafe ich immer gut“, erklärt die Siebenkämpferin, die für den Weitsprung viel getan hat und stabiler geworden ist. „Ich kann konstant Weiten im Bereich von 6,30 Metern anbieten.“ Wichtig ist, dass Schäfer ihre hohe Schnelligkeit gültig auf das Brett bekommt. Sicherheitssprünge lehnt sie ab, auch wenn es 2015 bei der WM in Peking keinen gültigen Versuch gab und alle Träume dahin waren. „Das bringt nichts. Ich gehe volles Risiko.“ Die Bestweite in einem Siebenkampfs wird seit 1988 von Jackie Joyner-Kersee gehalten (7,27 Meter). Schäfers Bestweite: 6,31 Meter. • Samstag, ab 16.45 Uhr, ZDF
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6. Speerwerfen Mit ihren Leistungen beim Speerwerfen ist Schäfer in diesem Jahr zufrieden. „Ich werfe wesentlich befreiter“, sagt die 24-Jährige, die 2016 mit 50,73 Metern eine neue persönliche Bestmarke aufgestellt hat. Der Speer wird nach den Windverhältnissen angestellt. „Ich muss bei mir darauf achten, dass die Spitze auf Augenhöhe ist und dass mein Becken nach vorne gebracht wird.“ Die beste Weite während eines Siebenkampfs erzielte die Britin Tessa Sanderson mit 64,64 Metern. • Sonntag, ab 1 Uhr, ARD
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7. 800 Meter zum Abschluss Vor der Abschluss-Disziplin haben die meisten Athletinnen gehörig Respekt. Die zwei Stadionrunden gehörten früher zu Schäfers Schwachdisziplinen. „Aber auch hier haben wir sehr hart gearbeitet.“ Schäfers Ziel für Rio ist eine Zeit zwischen ihrer bisherigen Bestzeit 2:14 und 2:12 Minuten. Übrigens: Das Feld wird nach den bis dato erzielten Ergebnissen geteilt. Das heißt: Im letzten Lauf werden die Siebenkämpferinnen mit den meisten Punkten starten. Vor dem Lauf besprechen sich Athletin und Trainer über die Ausgangslage. „Da wird dann entschieden, ob ich taktisch laufe, oder vorne weg gehe.“ • Sonntag, ab 3.50 Uhr, ARD
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