Willi Eckhardt wird 90

Willi Eckhardt wird 90 - ein Ringer der ersten Stunde

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Ex-Ringer Willi Eckhardt

Willi Eckhardt ist so etwas wie ein Urgestein unter Kassels Ringern. Am Freitag feierte er seinen 90. Geburtstag

 Die Ringer des VfL Hessen waren wohl die erste Mannschaft, die nach dem Zweiten Weltkrieg im Jahr 1946 von den Besatzungsmächten wieder zugelassen wurde. Und Willi Eckhardt, der am Freitag seinen 90. Geburtstag feierte, damals einer der Ringer der ersten Stunde.

Angefangen hatte Eckhardt schon früher, „als Schüler beim Tuspo Reichsbahn“. Als 1946 in der früheren Villa Credé der VfL Hessen gegründet wurde, war er dabei. Als Eintrittsdatum auf seinem Ausweis ist der 1. Juli 1946 datiert. Der VfL Hessen ging dann durch verschiedene Fusionen im KSV Hessen auf.

Den Mitgliedsausweis mit der Nummer 70 hat Willi Eckhardt aufgehoben, obwohl der Verein seit dem Sommer 1993 nicht mehr existiert. Damals ging der KSV Hessen mit seinen 23 Amateur-Sparten in Konkurs. Eckhardt war in der Schwerathletik-Abteilung.

Den ersten größeren Erfolg holte sich Eckhardt 1948 mit Rang drei bei den deutschen Jugendmeisterschaften, die in der Kasseler Goethe-Anlage ausgetragen wurden. Zur Belohnung durfte er dann an den gesamtdeutschen Meisterschaften in Zella-Mehlis teilnehmen. Es folgten in den Jahren danach viele Titel auf Bezirks- und Landesebene. Dazu kamen die Erfolge mit der Oberliga-Staffel der Löwen. Und wenn bei den Gewichthebern Not am Mann war, dann ging Eckhardt auch an die Hantel. Immer für den KSV Hessen.

Als dieser aufgelöst wurde, gehörte Willi Eckhardt zu den Gründungsmitgliedern des SAV Kassel, dem er bis heute vereinstreu ist und der ihn 2005 zum Ehrenmitglied ernannte.

Zwischendurch engagierte sich Eckhardt, der die Trainerlizenz Schwerathletik erwarb, zwölf Jahre bei den Ringern des KSV Elgershausen als Jugendtrainer und ging sogar in der zweiten Liga als Aktiver auf die Matte.

Der gebürtige Kasseläner dürfte vielen Tribünenbesuchern bei den Spielen der früheren Fußballer des KSV Hessen ebenfalls bekannt sein, denn er war dort Ordner am Eingang zur Mitteltribüne.

„Sport war immer alles für mich“, sagt Willi Eckhardt. Da war auch wichtig, dass seine 2003 verstorbene Ehefrau immer mitgezogen hat. Eckhardt versucht auch heute noch, sich fit zu halten, wenn auch die Knie inzwischen Probleme machen. „Dreimal in der Woche gehe ich zum Training. Das muss sein, um mich beweglich zu halten. Ich bin immer ein Kämpfer gewesen“, erzählt er.

Zum Training geht er in die Krafträume des SAV an der Kasseler Schlagd, „meine zweite Heimat“. Am Aus- und Umbau der Krafträume war Eckhardt maßgeblich beteiligt.

Eigentlich ist Freitag einer der drei Tage, an denen Willi Eckhardt an der Schlagd etwas für seine Muskulatur tut. Heute, am 90. Geburtstag, wird er wohl einmal darauf verzichten. 

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