Erster Titel in London

Historischer Sieg für Kerber im Wimbledon-Finale - Zweisatz-Erfolg über Williams

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Überglücklich präsentiert Kerber die Trophäe von ihrem Wimbledon-Sieg.

Wow! Angelique Kerber hat das Wimbledon-Wunder tatsächlich geschafft. Mit beeindruckender Entschlossenheit trägt sich die 30 Jahre alte Kielerin in die Tennis-Geschichtsbücher ein.

Wimbledon - Angelique Kerber ist auf dem Grand-Slam-Gipfel von Wimbledon angekommen, die Sportnation Deutschland hat doch noch ihr Sommermärchen erhalten: Als erste Deutsche seit der großen Steffi Graf vor 22 Jahren hat die Kielerin den prestigeträchtigen Rasen-Klassiker in London gewonnen. Im Finale am Samstag schlug sie US-Superstar Serena Williams 6:3, 6:3 - und sorgt damit nach dem frühen WM-Aus der Fußball-Nationalmannschaft doch noch für eine deutsche Erfolgsgeschichte im Juli (den Verlauf des Finals zum nachlesen im Live-Ticker).

Kerber ist die erst dritte deutsche Wimbledon-Siegerin nach Graf, die insgesamt siebenmal gewann, und Cilly Aussem, die 1931 in einem deutschen Finale Hilde Krahwinkel besiegt hatte. Daneben war es für Kerber der dritte Major-Titel nach ihren Siegen bei den Australian Open und US Open im Jahr 2016. Nur noch der Triumph bei den French Open fehlt ihr, um ihren Karriere-Grand-Slam zu komplettieren und damit in einen elitären Kreis von derzeit nur zehn Spielerinnen aufzusteigen.

Wimbledon 2018: Kerber-Sieg nach langer Wartezeit

Das Finale auf dem Centre Court der Anlage an der Londoner Church Road hatte mit exakt 2:15 Stunden Verspätung begonnen, weil zuvor noch das zweite Männer-Halbfinale zwischen Novak Djokovic und Rafael Nadal beendet werden musste. Das Duell der beiden langjährigen Rivalen war am Freitagabend unterbrochen worden, nachdem sich zuvor Kevin Anderson (Südafrika) und John Isner (USA) das mit 6:36 Stunden drittlängste Tennismatch der Geschichte geliefert hatten.

Der Moment des Triumphs: Angelique Kerber sinkt nach dem verwandelten Matchball zu Boden.

Erst nachdem sich Djokovic im fünften Satz mit 10:8 durchgesetzt hatte, betraten Kerber und Williams unter großem Jubel den "heiligen Rasen". Vor den royalen Augen von Herzogin Kate und Herzogin Meghan, die gut mit Williams befreundet ist und diese unter anderem im Mai zu ihrer Hochzeit mit Prinz Harry eingeladen hatte, begann das Match für Kerber mit einem Traumstart. Gleich im ersten Spiel des Tages glückte ihr ein Break, nach vier Minuten führte sie mit 2:0.

Serena Williams mit hoher Fehlerquote

Williams, die erstmals seit ihrer 13-monatigen Babypause wieder in London am Start war, wirkte in ihrem 30. Grand-Slam-Finale derweil seltsam lethargisch. Zwischen den Ballwechseln schleppte sich die 36-Jährige geradezu über das Feld, verschlug ungewöhnlich viele einfache Bälle.

Auf der Gegenseite zeigte Kerber "Kerber-Tennis". Die Weltranglistenzehnte bewegte sich gut, machte kaum einfache Fehler und attackierte mit guten Kontern aus der Defensive heraus.

Im zweiten Durchgang bot sich ein ähnliches Bild. Obwohl Williams, die in Wimbledon zuvor 20 Matches in Serie gewonnen hatte, sich selbst aus ihrem Loch zu ziehen versuchte und sich laut nach vorne peitschte.

Angelique Kerber behält die Nerven

Doch Kerber blieb davon völlig unbeeindruckt und vor allem in ihren Aufschlagspielen vollkommen souverän. Aus ihrem Blick sprach beinahe grimmige Entschlossenheit: Beim Stand von 3:2 gelang ihr ein weiteres Break. Anschließend ließ sie sich nicht mehr aus dem Konzept bringen und verwandelte nach nur 65 Minuten ihren ersten Matchball.

Die Siegerin und die Besiegte: Angelique Kerber (l.) und Serena Williams.

Auf dem Weg in ihr zweites Wimbledon-Finale hatte Kerber in den vergangenen beiden Wochen die Russin Wera Swonarewa, Claire Liu (USA), Naomi Osaka (Japan), Belinda Bencic (Schweiz), Daria Kassatkina (Russland) und Jelena Ostapenko (Lettland) bezwungen.

Aus deutscher Sicht hatte zudem Julia Görges überzeugt, die erstmals in ihrer Karriere ein Grand-Slam-Halbfinale erreichte, dort jedoch gegen Williams verlor. Das deutsche Frauen-Tennis schrieb in Wimbledon ein sommerliches Tennis-Märchen - mit Kerbers Triumph als Happy End.

SID mit dpa

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