Spiel am Freitagabend unterbrochen

Wimbledon: Djokovic scheitert sensationell

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Novak Djokovic liegt gegen Sam Querrey zurück.

London - Sam Querrey war nur Tenniskennern ein Begriff. Doch der US-Amerikaner schaffte bei Wimbledon die Sensation und schlug Dominator Novak Djokovic. Für zwei Deutsche sieht es gut aus.

Titelverteidiger Novak Djokovic ist in Wimbledon völlig überraschend bereits in der dritten Runde ausgeschieden. Der Weltranglistenerste aus Serbien, der die letzten vier Grand-Slam-Turniere gewonnen hatte, verlor gegen Sam Querrey (USA/Nr. 28) 6:7 (6:8), 1:6, 6:3, 6:7 (5:7). Das Match war am Freitagabend wegen Regens nach dem zweiten Satz unterbrochen worden.

Derart früh war Djokovic, der vom dreimaligen Wimbledonsieger Boris Becker betreut wird, zuletzt im Jahr 2009 bei den French Open in Paris bei einem der vier Majorturniere gescheitert. Damals verlor er gegen den Augsburger Philipp Kohlschreiber.

Am Samstagmittag erwischte Djokovic gegen Querrey einen Traumstart und führte mit 5:0. Sicherheit verlieh dem 29-Jährigen dies jedoch nicht, auch nicht die 5:4-Führung in Durchgang vier, als er den Satzausgleich bei eigenem Aufschlag vergab. Im Tiebreak verwandelte Querrey nach exakt drei Stunden Spielzeit mit drei Regenpausen seinen zweiten Matchball.

Nachzügler Zverev in Runde drei - Kerber gewinnt deutsches Duell

Tennis-Hoffnung Alexander Zverev hat im Regenwirrwarr von Wimbledon die Nerven behalten und als Nachzügler die dritte Runde erreicht. Während der Hamburger Teenager am Sonntag Teil eines seltenen Spektakels im All England Club wird, darf sich Angelique Kerber ausruhen. Die Melbourne-Siegerin steht nach ihrem Sieg im deutschen Duell gegen Carina Witthöft bereits in der zweiten Woche.

Zverev (19) setzte sich gegen den 15 Jahre älteren Russen Michail Juschni nach einem Match über zwei Tage mit vier Regenunterbrechungen mit 6:4, 3:6, 6:0, 4:6, 6:2 durch. Als letzter Spieler des gesamten Feldes und erstmals in seiner Karriere erreichte er die dritte Runde. Dort trifft er am Sonntag, an dem in diesem Jahr erst zum vierten Mal in der Wimbledongeschichte gespielt wird, auf den früheren Finalisten Tomas Berdych (Tschechien/Nr. 10).

"Es war schwierig, ich habe mich bestimmt achtmal aufgewärmt. Es ist nicht schön, noch am Samstag sein zweites Match zu spielen, aber ich bin glücklich, erstmals in Runde drei zu sein", sagte Zverev. Er freue sich auf die "großartige Atmosphäre" am Sonntag, von der ihm sein Fitnesstrainer Jez Green vorgeschwärmt hat. Dann fordert auch Annika Beck (Bonn) die Weltranglistenerste Serena Williams (USA).

Kerber gewinnt deutsches Duell klar

Kerber (28) musste gegen Witthöft (21) gewaltig kämpfen, um den ersten Durchgang gegen die junge Hamburgerin zu gewinnen. Vier Satzbälle wehrte sie ab, ihren sechsten verwandelte sie selbst. Nach einer langen (zwei Stunden) und einer kurzen (zehn Minuten) Regenpause im zweiten Durchgang verwandelte Kerber nach insgesamt 1:39 Stunden Spielzeit ihren ersten Matchball zum 7:6 (13:11), 6:1.

Die Weltranglistenvierte aus Kiel steht bei ihrer neunten Teilnahme im All England Club zum dritten Mal im Achtelfinale. 2012 hatte sie das Halb-, 2014 das Viertelfinale erreicht. Im vergangenen Jahr gewann Kerber gegen Witthöft in Runde eins 6:0, 6:0. "Ein ganz anderes Match und ein ganz anderes Resultat, aber das hatte ich erwartet", sagte Kerber: "Carina hatte gegen mich nichts zu verlieren. In den Pausen habe ich versucht, fokussiert zu bleiben."

Wiedersehen mit Misaki Doi

Am Montag - solange es bis dahin nicht zu viel regnet - trifft Kerber auf Misaki Doi, die Anna-Lena Friedsam (Neuwied) mit 7:6 (7:1), 6:3 aus dem Turnier warf. Gegen die Japanerin hatte Kerber auf dem Weg zu ihrem Triumph bei den Australian Open in Runde eins einen Matchball abgewehrt. "Das Match ist noch immer präsent. Ich weiß, was ich gegen sie machen muss. Ich muss aus Australien lernen, damit ich nicht wieder Matchball gegen mich habe."

Zverev fordert Berdych zur Revanche, bei seinem Davis-Cup-Debüt im März hatte er in fünf Sätzen verloren. In Wimbledon ist Zverev zum ersten Mal bei einem Grand-Slam-Turnier gesetzt - an Position 24. Die Erwartungen hat er mit den Siegen über Paul-Henri Mathieu (Frankreich) und Juschni bereits erfüllt. Gegen Berdych könnte die Kür folgen. Zverev ist der letzte Deutsche in der Männerkonkurrenz.

Lisicki verliert in Runde drei

Sabine Lisicki ist bei ihrem Lieblingsturnier in Wimbledon in der dritten Runde ausgeschieden. Die Weltranglisten-81. aus Berlin, die in den ersten beiden Runden seit langem wieder überzeugt hatte, verlor gegen die Kasachin Jaroslawa Schwedowa mit 6:7 (2:7), 1:6. Damit verpasste es die Finalistin von 2013, Angelique Kerber (Kiel/Nr. 4) ins Achtelfinale zu folgen.

Gegen Schwedowa hatte Lisicki zuvor zweimal in Wimbledon gewonnen - vor zwei Jahren im Achtelfinale und bei den Olympischen Spielen 2012. Auch im vergangenen Jahr hatte Lisicki nach gutem Beginn im All England Club in der dritten Runde verloren.

So stöhn ist das Damen-Tennis! Wir zeigen die lautesten Spielerinnen

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... und Andre Agassi.  © Getty
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Bei ihm beschwerten sich die Gegner Ende der 80er-Jahre als Erstes, aber noch immer gibt es keine Lautstärkeregeln. Und so bleibt das Gestöhne ein Teil des Tennis! Nur auf den Tribünen gilt weiterhin: Quiet, please! © Getty

sid

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