Von kurzen Boxkämpfen, feiernden Fidschis und fehlenden Heimsiegen

Top 5 des Wochenendes: Traum-Ende in 177 Sekunden 

Schnelles Ende: Francesco Pianeta und sein WM-Traum liegen schon in der ersten Runde am Boden. Ruslan Chagaev (rechts) hat schmerzhaft zugeschlagen.

Der Sport bietet mehr als Ergebnisse. Es gibt Kurioses, Herzergreifendes und Spektakuläres – zusammengefasst in unseren Top 5 des Wochenendes.

1. Schnelles Ende. Oje, das tat weh. Und ging ganz schön schnell. 177 Sekunden dauerte es am Samstag in Magdeburg, bis ein Traum zerstört wurde. Weltmeister im Schwergewicht wollte er werden, der in Gelsenkirchen aufgewachsene Deutsch-Italiener Francesco Pianeta. Doch dann kam ein linker Haken des Titelverteidigers Ruslan Chagaev durch, fand den Weg zur Schläfe. Aus der Traum. Ratzfatz. Es war sogar schon der zweite Niederschlag. Nach 89 Sekunden hatte Pianeta erstmals auf den Brettern gesessen. Sein Manager Ulf Steinforth fand dafür eine sehr logische Erklärung: „Francesco braucht immer ein, zwei Runden, um in den Kampf zu kommen. Diese Zeit hat er heute nicht bekommen.“

Stimmt.

2. Erfüllter Traum. Eines wissen wir seit diesem Wochenende: Die Fidschis sind nicht die Pianetas des Fußballs. Warum? Weil sich die Kicker aus dem Südpazifik ihren Traum erfüllt haben. Sie sind qualifiziert für die Olympischen Spiele kommendes Jahr in Brasilien. In der Qualifikation Ozeaniens besiegten die Fidschis nach einem dramatischen Finale Vanuatu 4:3 im Elfmeterschießen. Kapitän Jale Dreola verwandelte den entscheidenden Strafstoß. Weil es sich hier um ein historisches Ereignis handelt – es ist die erste Olympia-Qualifikation des Inselstaates – darf die Aufstellung der Helden Fidschis nicht fehlen. Sie heißen: Tevita Koroi - Kolinio Sivoki, Jale Dreola, Tony Tuivuna, Chris Wasasala, Tevita Waranaivalu, Filipe Baravilala, Garish Prasad, Napolioni Qasevaatini, Sakaraia Naisua, Nickel Chand.

Der Belgier Xavier Simeon gewann seinen ersten Motorrad-Grand-Prix.

3. Fehlender Heimsieg. Der Rahmen für heldenhafte Heimsiege war gegeben. 200 000 Fans kamen an den Sachsenring, um die Elite der Motorrad-Rennfahrer zu sehen. Doch die Hoffnungsträger Sandro Cortese und Jonas Folger enttäuschten. In der Moto2 fuhr Cortese auf Rang elf, Folger folgte als 14. Der Belgier Xavier Simeon machte es besser und gewann das erste Grand-Prix-Rennen seiner Karriere. Simeon – das Fidschi des Sachsenrings.

4. Großzügiger Trainer. So wünschen Profis sich ihren Trainer. Was macht Werder Bremens Viktor Skripnik am ersten Tag im Zillertaler Trainingslager? Gibt für den Nachmittag frei, weil die erste Übungseinheit so gut verlaufen sei. Statt auf den Platz ging es zum Conyooning. Prima. Abenteuer auf dem Wasser statt harter Konditionsarbeit.

Nebenbei: Sind nicht auch die ersten vier Punkte dieser Top 5 überaus gelungen? Könnte doch eigentlich jemand kommen und sagen: Junge, reicht für heute, machen wir mal nur Top vier, ab mit dir in den Biergarten. Aber:

Rennfahrerlegende Juan Manuel Fangio (unten rechts) hat vielleicht einen Sohn.

5. Ausgegrabene Legende. Es kam halt keiner. Und Punkt 5 soll auch nicht verschwiegen werden. Aus Gründen der Skurrilität. Der Leichnam der Rennfahrerlegende Juan Manuel Fangio wird in Argentinien 20 Jahre nach seinem Tod exhumiert. Grund: Die Klage eines Mannes, der offenbar sein Sohn und damit einziger Nachfahre sein könnte. Ein Schelm, wer denkt, es könnte hier um Geld gehen.

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