Das Wunder war schon greifbar

Im Schnellcheck: Kalte Dusche für Schalke 04 gegen Ajax Amsterdam

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Kampf um jeden Zentimeter Rasen: Schalkes Leon Goretzka (links) und der Amsterdamer Amin Younes.

Kassel. Das Wunder war greifbar nahe, aber neun Minuten vor dem Schlusspfiff kam für Schalke 04 die kalte Dusche. Aus dem 3:0, dass gereicht hätte, wurde noch ein 3:2, und der Europa-League-Halbfinalist heißt Ajax Amsterdam. Ein Schnellcheck.

Schalke hatte das Hinspiel in Amsterdam 0:2 verloren und war damit in eine äußerst ungünstige Ausgangsposition geraten, da ein Sieg mit mindestens drei Treffern Unterschied nötig war, um das Halbfinale zu erreichen.

Wie war die Stimmung im Stadion? 

Besser geht es nicht. Schon vor dem Anpfiff sorgten die Fans für Gänsehautmomente, und es war nichts mehr zu spüren von dem Groll, der sich nach dem 1:2 in Darmstadt gegen die Mannschaft gerichtet hatte. Es wurde schnell klar, dass sich die Fans fest vorgenommen hatten als zwölfter Mann mitzuspielen.

Wie und wann fielen die Tore? 

53. Minute: Goretzka und Burgstaller kombinieren sich am rechten Flügel durch die Ajax-Reihen, und Goretzka trifft ins lange Eck - Schalke führt 1:0. 56. Minute: Burgstaller nimmt eine Kolasinac-Flanke direkt - 2:0 für Schalke. Insgesamt steht es nun 2:2. 101. Minute: Kolasinac setzt sich am linken Flügel durch, und seine Flanke verwertet Caligiuri per Kopf. 111. Minute: Irgendwie stolpert Viergever den Ball ins Schalker Tor. Das 1:3 ist für Ajax der Sieg, und Younes erzielt sogar noch das 2:3.

Wie war außerdem der Spielverlauf? 

Die erste Torchance haben die Schalker schon nach 41 Sekunden, aber Goretzka trifft das Tor nicht. Eine Minute später landet ein Meyer-Schuss am Pfosten. Aber die zunächst zweikampfstarken Schalker lassen sich nicht entmutigen und bleiben am Ball. Allerdings lässt der Schalker Druck nach 15 Minuten merklich nach. Die Defensive aber funktioniert weiterhin so gut, dass Torwart Ralf Fährmann in der ersten Halbzeit arbeitslos bleibt.

Dann beginnt die Phase - siehe oben - in der die Schalker sich in einen Spielrausch steigern und durch Höwedes beinahe sogar den Treffer zum 3:0 erzielen. Danach sieht der Amsterdamer Veltmann die Gelb-rote Karte, und Schalke sucht noch in der regulären Spielzeit die Entscheidung.

Allerdings muss mit Leon Goretzka der beste Schalker den Platz verlassen. Der Mittelfeldspieler muss sich übergeben. Das sind die Spätfolgen des Zusammenpralls mit Torwart Onana kurz vor der Pause.

Aber auch ohne Goretzka haben die Schalker noch eine Torchance, doch Onana pariert den Schuss von Höwedes. Dann sind 90 Minuten rum, und es steht 2:0 - also 2:2. Was dann kam - siehe oben - war zunächst wunderbar und später tragisch.

Gab es zudem einen besonderen Aufreger? 

Ja, aber das war nur eine Durchsage. Schalke-Fan Andreas Schneider war bei der Geburt seines Kindes im Stadion statt im Kreißsaal.

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