Schnellcheck: Vieirinha trifft in Braunschweig – Wolfsburg bleibt in der Fußball-Bundesliga

Das zweite 1:0 reicht dem VfL

Der Mann des Tages: Wolfsburgs Mittelfeldspieler Vieirinha feiert sein Siegtor in Braunschweig. Foto:  afp

Braunschweig. Ausgerechnet in der Höhle des Löwen hat der VfL Wolfsburg den Super-Gau doch noch abgewendet. 1:0 (0:0) gewann der Fußball-Bundesligist das Rückspiel der Relegation beim Zweitliga-Dritten Eintracht Braunschweig und bleibt damit erstklassig.

? Wie begann das Rückspiel nach dem Wolfsburger 1:0 im ersten Duell?

! Der VfL war wie so oft in Auswärtsspielen passiv, ließ die Eintracht kommen. Und wie die Hausherren kamen! Nyman hatte nach einem Konter über die rechte Seite das 1:0 auf dem Fuß, doch Casteels klärte mit dem rechten Fuß (13.). Auch bei einem Rückpass Wollscheids (14.) ließ er sich nicht überraschen. Als Valsvik eine Hereingabe Reichels aufs Tor lenkte, klärte Stürmer Gomez (!) im Fünfer. Und Reichel schoss bei freier Bahn über den Kasten von Casteels (41.).

Wolfsburg indes kam zwar zu vielen Freistößen, doch der Kasseler Yunus Malli konnte damit keine Gefahr heraufbeschwören. Die erste Torchance hatte Gerhardt von halblinks nach Vieirinhas Traumpass erst nach 34 Minuten, doch Torwart Fejzic war da. Kurz darauf bugsierte Gomez den Ball ins Netz, doch zuvor hatte Gerhardt Sauer gefoult. Kein Tor!

? Wer sorgte für die Entscheidung?

! Adelino André Vieira de Freitas, Künstlername Vieirinha. Ein Portugiese, Europameister, 29 Jahre alt, seit 2011 beim VfL. Sein großer Auftritt kam, kaum dass die zweite Halbzeit begonnen hatte in der 49. Minute. Einmal nur war die Defensive der Hausherren ungeordnet, plötzlich hatte Malli Platz im Strafraum, wurde aber von einem Verteidiger gestellt und zur Seite abgedrängt. Seinen Schuss aus spitzem Winkel wehrte Fejzic zwar ab, aber nur kurz. Aus dem Hinterhalt konnte Vieirinha schießen, frei an der 16-Meter-Linie. Und wie! Mit Vollspann traf er das Runde und versenkte es unwiderstehlich im „langen“ Eck.

? Konnten die Braunschweiger ihre Wut über das Elfmetergeschenk aus dem Hinspiel kanalisieren?

! Ja. Sie setzten ihren Ärger in einen couragierten, entschlossenen Auftritt um. Nur: Sie trafen wieder nicht ins Schwarze! Beherzt suchte der Herausforderer seine Chance, ging rustikal und oft am Limit in jeden Zweikampf. Mit Erfolg. Die Frage war nur, oft die Kraft des Herausforderers reichen würde über 90 Minuten.

Sie reichte – aber nicht für ein Erfolgserlebnis. Selbst das 0:1 war für die Eintracht noch nicht der K.o. – obwohl sie nun drei Tore hätte erzielen müssen. Immer weiter rannte sie an. Vergeblich. Der VfL machte hinten dicht. Und als Eintracht-Verteidiger Sauer gelb-rot sah (82.), war endgültig alles klar. Ein vermeintliches 2:0 der Wolfsburger zählte nicht, da Wollscheid abseits stand (83.).

? Gab es erneut Ärger über den Schiedsrichter?

! Nein. Tobias Stieler aus Hamburg machte die wenigsten Fehler von allen Akteuren. Und vor allem im Gegensatz zum Kollegen Stegemann im ersten Spiel keinen spielentscheidenden. Ruhig, konzentriert und souverän leitete er die Partie, ließ sich nicht beeindrucken von der fanatischen Stimmungsmache der Eintracht-Fans (insbesondere beleidigend gegen Mario Gomez) und der Theatralik der Spieler.

? War der Wolfsburger Sieg verdient?

!Der VfL hat ein Tor geschossen, die Eintracht nicht. Also ja. Cleverer war der Favorit, abgezockter. Aber nicht besser. Spielerisch schwach, konnten die Wolfsburger nicht zeigen, warum sie die Betriebssportgruppe des VW-Konzerns in der Bundesliga sein müssen.

Von Gerald Schaumburg

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