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Vierte Corona-Welle durch Delta-Variante: Intensivmedizin rechnet mit weniger schweren Verläufen

Leeres Intensivbett in einem Krankenhaus
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In einer möglichen vierten Corona-Welle durch die Delta-Variante erwarten die deutschen Intensivmediziner und -medizinerinnen deutlich weniger Neuaufnahmen auf den Intensivstationen.

Sollte die Delta-Variante des Coronavirus für einen Anstieg der Inzidenzen sorgen, könnte die Zahl der Intensiv-Aufnahmen ganz anders ausfallen als bisher.

Frankfurt/Berlin – Die Infektionszahlen mit dem Coronavirus* sinken in Deutschland zwar, dennoch treten verstärkt Sorgen über eine Ausbreitung der möglicherweise gefährlicheren Delta-Variante und einer drohenden vierten Welle auf. Sowohl SPD*-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach* als auch Christian Drosten warnen. Der Virologe sprach von einem „Rennen in Deutschland mit der Delta-Variante“.

Corona-Varianten
Alpha in Großbritannien aufgetauchte Variante B.1.1.7
Betain Südafrika aufgetauchte Variante B.1.351
Gammain Brasilien aufgetauchte Variante P.1
Deltain Indien aufgetauchte Variante B.1.617.2

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn* (CDU*) sagt, dass man nun die „richtige Balance“ zwischen „so viel Normalität wie möglich“ und weiterhin erforderlicher Umsicht finden müsse. Vor allem in Richtung Herbst dürfe es bundesweit keinen Übermut geben. Auch Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) wollte eine Rückkehr zu strikteren Kontaktbeschränkungen nicht ausschließen. Die deutschen Intensivmediziner und -medizinerinnen hingegen sehen die Sache etwas optimistischer.

Corona: Sorgt die Delta-Variante für eine vierte Welle?

Im Fall einer vierten Corona-Welle rechnet Christian Karagiannidis, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN), mit deutlich weniger Patientinnen und Patienten auf den Intensivstationen. „Wir werden, wenn es im Herbst zu einem Wiederanstieg der Infektionszahlen kommt, sehr genau auf die Neuaufnahmen auf den Intensivstationen schauen müssen. Wenn die vulnerablen Gruppen bis dahin sehr gut geimpft sind, könnte es auch bei höheren Inzidenzen viel weniger schwere Verläufe geben“, sagte er der Rheinischen Post.

Die Neuaufnahmen auf den Intensivstationen seien bislang weitgehend parallel zu den Sieben-Tage-Inzidenzen verlaufen. Sind die für schwere Verläufe mit Covid-19 anfälligen Gruppen möglichst durchgeimpft, werde es in dieser Hinsicht im Sommer erstmals zu Abweichungen kommen. Dann würden die Inzidenzen deutlicher ansteigen als die Intensiv-Aufnahmen, so Karagiannidis. Die anfälligen Gruppen seien durch die Impfstoffe* nämlich besser geschützt.

Delta-Variante des Coronavirus: Karl Lauterbach warnt Ungeimpfte

Wegen der Delta-Variante zeigt sich Karl Lauterbach beunruhigt über Ungeimpfte* und mahnt dazu, Kinder und Jugendliche schnellsmöglich zu impfen. Zwar rechne er „bis Mitte September“ mit einer Herdenimmunität, seine „große Sorge ist aber, dass unsere Kinder nicht geschützt sind“. Ein Prozent der infizierten Kinder müsse im Krankenhaus behandelt werden. Auch langfristige Folgen einer Erkrankungen könnten Probleme bereiten. (Lukas Rogalla mit dpa) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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