1. Startseite
  2. Thema
  3. Corona-Virus

Corona-Spaziergänge in Nordhessen - Polizei schreitet in Kassel ein

Erstellt:

Von: Diana Rissmann

Kommentare

In ganz Nordhessen sind am Montagabend wieder Kritiker der Corona-Maßnahmen auf die Straßen gegangen - in Kassel wurde die Versammlung von der Polizei aufgelöst. (Symbolbild)
In ganz Nordhessen sind am Montagabend wieder Kritiker der Corona-Maßnahmen auf die Straßen gegangen - in Kassel wurde die Versammlung von der Polizei aufgelöst. (Symbolbild) © Stringer/dpa

In Nordhessen sind am Montag erneut Corona-Kritiker spazieren gegangen: Die Polizei löst die Versammlung in Kassel auf.

Kassel - In Stadt und Landkreis Kassel sowie den nordhessischen Landkreisen Waldeck-Frankenberg, Werra-Meißner und Schwalm-Eder sind ab dem späten Montagnachmittag wieder Personen, die den Corona-Maßnahmen kritisch gegenüberstehen, auf die Straße gegangen.

In Kassel versammelten sich zum sogenannten Friedenslichterspaziergang von Corona-Kritikern erste Personen ab 17.30 Uhr im Bereich der Friedenskirche. Bis 18 Uhr wuchs die Anzahl laut Polizei auf etwa 150 bis 200 Personen an. Der Spaziergang wurde seitens der Behörden als Versammlung bewertet und die Polizei forderte die Teilnehmer über Lautsprecher auf, Abstände einzuhalten und Mund-Nasen-Bedeckungen (MNB) zu tragen.

Etwa zeitgleich hatten sich im Bereich der Friedenskirche etwa 25 Personen zu einer spontanen Gegendemonstration "Solidarität heißt Maske tragen" eingefunden, um gegen den Spaziergang zu protestieren.

Corona-Spaziergang in Kassel - Polizei löst Versammlung auf

Gegen 18.05 Uhr starteten die Teilnehmer des Spaziergangs. Doch bereits nach wenigen Metern kam es zunächst zu einem Wortgefecht mit Gegendemonstranten und - so vermutet die Polizei - zu einer wechselseitigen Körperverletzung, die von den Beamten aufgenommen wurde.

Da die Corona-Spaziergänger die wiederholten Durchsagen der Polizei mit der Aufforderung zum Abstand halten und dem Tragen einer Maske nicht beachteten, wurde der Aufzug mit inzwischen 500 Teilnehmern gegen 18.30 Uhr auf der Friedrich-Ebert-Straße mit einer Polizeikette gestoppt und die Versammlung aufgelöst. Abstände

Die Polizeibeamten verhinderten im Anschluss, dass sich ein neuer Aufzug formierte, in dem größere Personengruppen kontrolliert wurden - diese lösten sich dann auf und die Teilnehmer verteilten sich in der Innenstadt.

Corona-Kritiker gehen auch in Nordhessen auf die Straße: Dabei instrumentalisieren die Querdenker den „Spaziergang“.

Corona-Spaziergang in Kassel - Polizei stellt zahlreiche Verstöße fest

Neben insgesamt zwei Strafanzeigen wegen Körperverletzung und einer Strafanzeige wegen des Mitführens von Schutzbewaffnung, hat die Polizei insgesamt Verstöße gegen das Versammlungsgesetz und die Coronaschutzverordnung im mittleren zweistelligen Bereich festgestellt. Die Veranstaltungen im Landkreis Kassel verliefen hingegen alle störungsfrei.

Corona-Spaziergänge in Nordhessen - Weitestgehend störungsfreie Veranstaltungen in den Landkreisen

Weitere größere Veranstaltungen von Kritikern der staatlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie mit nicht angemeldeten Montagsspaziergängen beziehungsweise Grabkerzenaktionen gab es am Montag in Frankenberg, Korbach, Eschwege und Fritzlar mit jeweils etwa 200 bis 250 Teilnehmern. In Witzenhausen hatten Befürworter der Corona-Regelungen zu einer angemeldeten Gegendemonstration aufgerufen und konnten etwa 200 Personen mobilisieren.

Alle Veranstaltungen und Versammlungen in den Städten und Gemeinden der Landkreise liefen laut Polizei weitestgehend störungsfrei ab, die Vorschriften der Coronaschutzverordnung wurden eingehalten und mündlich erteilte Auflagen zu Mindestabständen sowie dem Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung (MNB) wurden größtenteils beachtet. (dir)

Auch interessant

Kommentare