3G-Regel gilt auch beim Tanzen

Corona macht Lehrern und ihren Schülern das Leben schwer

Alexandra Csik unterrichtet unter anderem klassischen indischen Tanz.  
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Alexandra Csik unterrichtet unter anderem klassischen indischen Tanz.  

„Die Menschen freuen sich total, wieder tanzen zu dürfen“, berichtet die Witzenhäuser Tanzlehrerin Marielle Gerke, die unter anderem den Tanzstil Contact Improvisation lehrt. Gleichzeitig erlebt sie viel Unsicherheit und Zurückhaltung. Wie andere Tanzlehrer im Kreis ist sie noch weit von den Schülerzahlen der Vor-Corona-Zeit entfernt.

Werra-Meißner – „Wenige wollen derzeit einen kompletten Kurs buchen“, sagt Gerke, die seit Mai wieder unterrichten darf. Ihre Schüler dürfen sich daher auch zu einzelnen Terminen anmelden. Für die Witzenhäuserin bedeutet das allerdings jedes Mal eine Zitterpartie, ob ausreichend Personen zusammenkommen. Als zusätzliche Hürde empfindet sie die neue 3G-Regel – bei allem Verständnis für die Notwendigkeit solcher Vorgaben. Sie muss nun kontrollieren, ob ihre Schüler geimpft, genesen oder getestet sind.

„Nach dem Tätigkeitsverbot im vergangenen Frühjahr musste ich Hartz IV beantragen“, sagt Gerke. Im Sommer hatte sie wieder Einnahmen. Damit war es mit dem Lockdown im November vorbei. „Ich habe die November- und Dezemberhilfe schnell bewilligt und ausgezahlt bekommen.“ Sie hat das Neustart-Programm des Bundes in Anspruch genommen und ein Künstlerstipendium des Landes Hessen erhalten. Der Deutsche Dachverband Tanzen bewilligte ihr Geld für ein Tanzprojekt.

„Nach dem ersten Lockdown im März 2020 brachen mir meine Einnahmen als Tanzlehrerin von jetzt auf gleich komplett weg“, erinnert sich Alexandra Csik. Dafür hatte die Gertenbacherin in ihrem Hauptberuf bei einem Biolieferdienst mehr zu tun. Vor allem gesundheitlich vorbelastete Menschen wagten sich nicht mehr aus dem Haus und ließen sich die Lebensmittel bringen.

„Als die ersten Lockerungen kamen, habe ich mit Einzelunterricht im 40 Quadratmeter großen Saal meines Gertenbach Instituts für Tanz (Gita) begonnen“, so Csik, die insbesondere klassischen indischen Tanz, Bollywood, aber auch Choreografien zu aktuellen Popsongs lehrt. „Menschen brauchen Tanz“, ist sie überzeugt. Sich die verschiedenen Körperbewegungen zu merken, trainiere die Synapsen im Gehirn und halte so geistig fit. Die Gertenbacherin macht immer noch deutlich weniger Umsatz als früher, als sie pro Abend oft zwei Kurse anbot.

Gerade mal drei bis sieben Personen nehmen derzeit am Zumba-Kurs teil, den die Eschweger Trainerin Diana Kathrein bei der Bad Sooden-Allendorfer Turn- und Sportgemeinde TSG 1861 anbietet. Die gebürtige Amerikanerin genießt es, wieder mit anderen bei lateinamerikanischen Tänzen zu entsprechender Musik so richtig ins Schwitzen zu kommen.

„Im Lockdown habe ich allein zuhause Zumba-Online-Angebote genutzt, mangels technischer Voraussetzungen aber nicht selbst angeboten“, berichtet sie. Die Eschwegerin hofft, nach Ende der Corona-Pandemie ältere Menschen für die ruhigere Form ihres Tanzsports, Zumba Gold, begeistern zu können. (Michael Caspar)

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