Corona

„Dauerhafter Alarmzustand nicht erfolgreich“: Virologe Streeck fordert Umdenken

Die Omikron-Variante breitet sich auch in Deutschland rasend schnell aus. Nun wirbt der Virologe Hendrik Streeck für einen „pragmatischen Umgang“ mit der Corona-Pandemie.

Berlin – Angesichts von Berichten über mildere Krankheitsverläufe der Omikron-Variante* wirbt der Bonner Virologe Hendrik Streeck für einen „pragmatischen Umgang“ mit der Corona-Pandemie*, „um mit dem Virus leben zu lernen“. Das sagte der 44-Jährige am Montag (10.01.2022) gegenüber der Bild. Dagegen sei der „dauerhafte Alarmzustand“ ermüdend und nicht erfolgreich.

Gleichzeitig gelte es jedoch, die Belastung in den Krankenhäusern „weiterhin aufmerksam zu beobachten und notfalls mit Maßnahmen zu reagieren“. Dazu gehöre auch, die „Hospitalisierungsinzidenz valide zu erfassen“.

Hendrik Streeck prophezeit schrittweisen Ausweg aus der pandemischen Corona-Situation

Streeck hatte am Donnerstagabend (06.01.2022) in der ZDF-Sendung „Markus Lanz“ bereits einen schrittweisen Ausweg aus der pandemischen Corona-Situation prophezeit. „Das wird ein schleichender Übergang sein“, sagte er. Es werde nicht den einen Tag der Befreiung von dem Virus geben. Dennoch sagte Streeck für das Frühjahr einen Abfall der Infektionszahlen voraus.

„Dann beginnt die harte Arbeit“, betonte der Virologe. Das Gesundheitssystem müsse krisenfester gemacht und die Impfkampagne fortgeführt werden. Dann gebe es möglicherweise einen angepassten Impfstoff. 

Streeck bezeichnete die Debatte über eine allgemeine Corona-Impfpflicht als „ein bisschen fehl am Platze“. Er begründete dies unter anderem damit, dass jetzige Impfstoffe bei der Omikron-Variante nur kurz Schutz vor einer Infektion bieten.

Fordert ein Umdenken in der Corona-Politik: Hendrik Streeck, Direktor des Instituts für Virologie an der Uniklinik Bonn, der auch Mitglied des Expertenrats der Bundesregierung ist (Archivfoto).

Streeck zu Omikron-Variante: „Enorme Welle“, aber nicht mehr so viele schwere Corona-Verläufe

Omikron sei Studien zufolge übertragbarer, es gebe aber nicht mehr so viele schwere Verläufe, sagte Streeck bei „Markus Lanz“. Die Corona-Variante dringe auch nicht mehr so gut in die Lunge ein, sondern befalle vor allem die oberen Atemwege. Man werde aber mit einer „enormen Welle“ von Infektionen rechnen müssen, auch bei zweifach Geimpften. Streeck warb daher für Auffrischungsimpfungen.

Wegen der zu befürchtenden Corona-Fallzahlen warnte der Expertenrat der Bundesregierung, dem auch Streeck beiwohnt, jüngst, die starke Infektionsdynamik drohe, den Vorteil der milderen Krankheitsverläufe wieder aufzuwiegen. (Paul Bröker mit Material von dpa)*hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Christoph Hardt/Imago

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