2G Regel sei in Diskotheken bereits wirksam

Corona-Lage in Niedersachsen: Warnstufen sorgen für Verwirrung - Vor allem Jugendliche erkrankt

In Niedersachsen gilt seit dem 25. August 2021 ein Corona-Warnstufen-System - am Dienstag (31.08.2021) berichtet der Krisenstab über die Corona-Lage im Land. (Symbolbild)
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In Niedersachsen gilt seit dem 25. August 2021 ein Corona-Warnstufen-System - am Dienstag (31.08.2021) berichtet der Krisenstab über die Corona-Lage im Land. (Symbolbild)

Der Corona-Krisenstab des Landes Niedersachsen hat über die aktuelle Pandemie-Lage informiert. Themen am Dienstag waren unter anderem die neuen Warnstufen.

Update vom Dienstag, 24.08.2021, 15.37 Uhr: In der Pressekonferenz des Corona-Krisenstabs des Landes Niedersachsen haben die stellvertretende Leiterin des Krisenstabs, Claudia Schröder, sowie Regierungssprecherin Anke Pörksen über die aktuelle Corona-Lage in Niedersachsen informiert.

Eröffnet hat Claudia Schröder die Pressekonferenz mit der erfreulichen Nachricht, dass es nicht nur auf Bundes-, sondern auch auf niedersächsischer Landesebene einen Stopp in der Steigung der Corona-Inzidenz gegeben habe. Das Infektionsgeschehen verteile sich in Niedersachsen zwar gleich auf das gesamte Land, jedoch ungleich auf die einzelnen Altersgruppen.

Das hauptsächliche Infektionsgeschehen spiele sich laut Schröder in Niedersachsen aktuell bei den unter 59-Jährigen ab. Am meisten Corona-Erkrankungen seien in der Altersgruppe der 12- bis 17-Jährigen nachzuweisen. „Wo die Impfquote niedrig ist, spielt sich das meiste Infektionsgeschehen ab“, so Schröder. Gleichzeitig appellierte die stellvertretende Leiterin des Krisenstabs Niedersachsen an alle, die noch nicht geimpft sind, eine der zahlreichen Gelegenheiten zur Corona-Impfung zu nutzen.

Corona in Niedersachsen: Konzept der Warnstufen sorgt für Verwirrung

Das Konzept der Leitindikatoren und Warnstufen, welches in Niedersachsen am 25.08.2021 in Kraft getreten ist, sorgte bei der Pressekonferenz des Corona-Krisenstabs am Dienstag (31.08.2021) für Verwirrung. Nach Aussagen von Schröder sei die Warnstufe 1 in Niedersachsen faktisch noch nicht wirksam. Bei einer Inzidenz von über 50 über 5 Tage hinweg trete laut Anke Pörksen lediglich die 3G-Regel beim Besuch verschiedener Einrichtungen in Kraft.

Für das Eintreten der Warnstufe müssen zwei der drei Leitindikatoren (Neuinfizierte, Hospitalisierung und Intensivbetten) den entsprechenden Wertebereich für einen Zeitraum von fünf aufeinander folgenden Werktagen erreichen. Mit 268 belegten Krankenhausbetten liege die Hospitalisierung laut Schröder in Niedersachsen aktuell bei 2,6. Zudem seien 84 Intensivbetten im Bundesland mit Corona-Patienten belegt. Beide Leitindikatoren überschreiten damit nicht den Grenzwert zur Warnstufe 1.

Corona-Warnstufen Niedersachsen
Warnstufe 1Inzidenz bei der Bettenbelegung in den Krankenhäusern von 6; Bettenbelegung Intensivstation 5 Prozent
Warnstufe 2Inzidenz bei der Bettenbelegung in den Krankenhäusern von 9; Bettenbelegung Intensivstation 10 Prozent
Warnstufe 3Inzidenz bei der Bettenbelegung in den Krankenhäusern von 12; Bettenbelegung Intensivstation 20 Prozent

Corona in Niedersachsen: 2G-Regeln in Diskotheken bereits wirksam

Zum Thema 2G-Verordnung verwiesen Pörksen und Schröder auf Paragraf 12 der aktuellen Corona-Verordnung des Landes Niedersachsen, welcher unter anderem besagt, dass in Diskotheken, Clubs oder ähnlichen Einrichtungen die Maskenpflicht für Genesene und Geteste entfällt, wenn die Betreiber den Zugang auf diese Gäste beschränkt. Dies bedeute, dass hier die sogenannte 2G-Regel bereits wirksam sei.

Laut Pörksen müsse dieses Konzept jedoch fortlaufend bewertet werden. Bis Ende September habe jede Person in Niedersachsen ein Impfangebot erhalten, es müsse demnach aktuell bei nicht-geimpften und nicht-getesteten Personen angesetzt werden. Ein neuer Vorschlag für eine weitere Corona-Verordnung solle Ende September vom Land Niedersachsen vorgestellt werden.

Kommen weitere Corona-Regeln in Niedersachsen? Krisenstab informiert

Erstmeldung vom Dienstag, 31.08.2021, 11.52 Uhr:  Göttingen - Die Corona-Infektionszahlen in Niedersachsen steigen wie auch im Rest des Landes. Im Rahmen einer wöchentlichen Pressekonferenz informiert der Corona-Krisenstab des Landes am Dienstag (31.08.2021) über das Pandemie-Geschehen in Niedersachsen.

Ab 13 Uhr werden Kristenstabs-Leiter Heiger Scholz oder seine Stellvertreterin Claudia Schröder über die aktuellen Infektionszahlen informieren. Zudem stehen weitere Themen wie die neuen Leitindikatoren und Warnstufen für Niedersachsen auf dem Programm der Pressekonferenz.

Corona in Niedersachsen: Neue Leitindikatoren bestimmen über Corona-Regeln

Seit dem 25. August 2021 gilt in Niedersachsen die neue Corona-Verordnung, bei welcher die Inzidenz nicht mehr allein bestimmt, welche Corona-Regeln gelten. Zu der Sieben-Tage-Inzidenz kommen die Leitindikatoren „Hospitalisierung“ und „Intensivbetten“, welche auf Landesebene gemessen werden.

Der Corona-Krisenstab des Landes Niedersachsen (im Bild Leiter Heiger Scholz und seine Stellvertreterin Claudia Schröder) informieren am Dienstag (31.08.2021) über die aktuellen Pandemie-Entwicklungen in Niedersachsen. (Archivbild)

Der Indikator „Hospitalisierung“ gibt demnach an, wie viele Menschen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen aufgrund einer Corona-Erkrankung in ein Krankenhaus eingeliefert wurden. Der Indikator „Intensivbetten“ zeigt, wie viel Prozent aller Intensivbetten in ganz Niedersachsen mit Corona-Patienten belegt sind.

Aus den drei Parametern Inzidenz, Hospitalisierung und Intensivbetten ergeben sich die drei Corona-Warnstufen für Niedersachsen. Die Corona-Regeln werden verschärft, wenn zwei dieser Parameter bestimmte Grenzen überschreiten. Die erste Warnstufe tritt in Kraft, wenn ein Kreis oder einer kreisfreien Stadt fünf Tage lang in Folge die 7-Tages-Inzidenz der Neuinfektionen von 50 überschreitet - dann sind Bereiche wie die Innengastronomie, Friseure oder Fitnessstudios nur noch für Geimpfte, Genesene und Getestete (3G) zugänglich. Welche Regeln in den Warnstufen zwei und drei gelten ist bislang nicht definiert - das könnte Thema der heutigen Pressekonferenz sein.

Niedersachsen: Das sind die aktuellen Corona-Fallzahlen

In Niedersachsen haben sich seit Beginn der Pandemie 277.476 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Insgesamt 5857 Personen in Niedersachsen sind laut Angaben des Robert-Koch-Institut (RKI) in Zusammenhang mit Corona gestorben.

Corona-Fallzahlen in Niedersachsen (Stand: 31.08.2021)
Neuinfektionen277.476 (+320)
Todesfälle5857 (+6)
Sieben-Tage-Inzidenz58,2
Quelle: Robert Koch-Institut

Corona in Niedersachsen: Ministerpräsident Weil hält 2G für möglich

Bereits am Montag (30.08.2021) hat sich Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) zu einer möglichen Corona-Zwangsverordnung geäußert: Der Politiker könne sich demnach die 2G-Verordnung vorstellen: „Das kann ich nicht ausschließen, weil wir die Infektionslage noch nicht überblicken können, die uns im Herbst und Winter erwartet“, so Weil gegenüber der Rheinischen Post.

Eine 2G-Verordnung würde in Niedersachsen bedeuten, dass nur Geimpfte und Genesene Zutritt zu bestimmten Einrichtungen haben. In der aktuellen Situation sei das allerdings nicht mit dem Verhältnismäßigkeitsgrundsatz vereinbar und vor Gericht kaum zu rechtfertigen. (Helena Gries)

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