Zahlreiche Apotheken stellen Zertifikat aus

Digitaler Impfpass: Diese Apotheken und Impfzentren in der Region Kassel stellen den Nachweis aus

 Apotheker Stephan Parzefall stellt den digitalen Impfpass aus
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In vielen Apotheken erhältlich: Apotheker Stephan Parzefall stellt den digitalen Impfpass aus.

Doppelt gegen Corona geimpfte Personen können sich in Kassel den digitalen Impfpass ausstellen lassen. Alle wichtigen Informationen im Überblick.

Kassel – Seit dieser Woche kann man sich auch in Kassel den digitalen Impfpass ausstellen lassen. Das Angebot wurde bereits am ersten Tag gut genutzt. Wir beantworten nochmal die wichtigsten Fragen in unserem Fragen und Antworten:

Gibt es den digitalen Impfpass in den Impfzentren in Kassel und Calden?

Im Kasseler Impfzentrum bekommen Geimpfte nach ihrer Zweitimpfung nun einen QR-Code, um die Impfung in der Corona-Warn-App oder in der CovPass-App eintragen zu können. Ab Mittwoch, 16. Juni, soll der Nachweis auch in der Luca-App gespeichert werden können. In den Apps werden dann Name, Geburtsdatum, das Impfdatum sowie der Name und Hersteller des Impfstoffes lokal auf dem Smartphone gespeichert.

Ursprünglich sollte der Nachweis für den digitalen Impfpass im Impfzentrum des Landkreises Kassel in Calden schon ab Montag möglich sein, das funktioniert aber aus technischen Gründen nicht. Harald Kühlborn, Pressesprecher des Landeskreises, geht aber von einem Beginn in dieser Woche aus. 

Digitaler Impfpass: Was ist mit den bereits Geimpften?

Alle, die bereits ihre Zweitimpfung in Kassel erhalten haben, bekommen den QR-Code laut Stadt per Post zugesandt. Auch für Geimpfte aus dem Landkreis wird es eine Lösung geben. Wer die Impfung in einer Arztpraxis erhalten hat, kann sich dorthin wenden. Außerdem kann man sich den QR-Code in Apotheken ausstellen lassen.

Wie viele Apotheken in Kassel bieten das Zertifikat nun an?

In Kassel und im Landkreis waren es am Montag jeweils mehr als 30. Eine Übersicht gibt es online unter mein-apothekenmanager.de. Allerdings war die Seite am Montag immer wieder überlastet und nicht erreichbar.

Die hessische Apothekerkammer ruft Geimpfte dazu auf, nicht sofort in die Apotheken zu stürmen, um sich den digitalen Impfpass ausstellen zu lassen. Der bisherige Papier-Impfpass habe weiterhin seine Gültigkeit, sagt Apothekerkammer-Präsidentin Ursula Funke. Man dürfe mit dem digitalen Impfpass „nicht mehr oder weniger“.

Gab es einen Ansturm auf das Angebot in Kassel?

„Etwa jeder zweite Kunde fragt nach dem digitalen Impfpass. Viele, die eigentlich nur ein Rezept vorbeibringen wollen, lassen sich auch gleich noch den QR-Code ausstellen“, sagt Stephan Parzefall, Apotheker der Post-Apotheke an der Friedrich-Ebert-Straße. Am Monatagmorgen um 8 Uhr ging es bei Parzefall und seinen Kollegen mit dem Ausstellen los. „Am Morgen hat das System noch etwas geruckelt, vermutlich, weil es überlastet war. Jetzt hat sich alles gut eingespielt“, sagt Parzefall. Um den QR-Code zu erhalten, müssen die Kunden ihren Personalausweis und den Impfpass oder die Impfbescheinigung mitbringen. „Auch alle, die erst eine Impfung erhalten haben, können schon einen digitalen Impfpass erhalten“, so Parzefall. Das Ausstellen des Impfpasses dauert nur wenige Minuten, ein Termin muss nicht vereinbart werden. „Wir haben alle Mitarbeiter geschult und noch eine zusätzliche Kasse geöffnet, an der wir auch den digitalen Impfpass ausstellen können“, so Parzefall. „Damit wollen wir längere Wartezeiten vermeiden.“

Wie die Post-Apotheke stellt auch die Apotheke im City-Point den digitalen Impfpass aus. „Das Interesse ist auf jeden Fall da“, sagt Mitarbeiterin Samy Philer. „Wir haben seit heute Morgen schon einige digitale Impfpässe ausgestellt. Das wird vermutlich in den nächsten Tagen noch mehr werden“, so Philer.

Ist der digitale Impfpass Pflicht?

Nein, der digitale Impfpass ist – wie auch der gelbe Impfausweis – freiwillig. Der Impfausweis auf Papier bleibt zudem gültig. Er ist international anerkannt.

Wie läuft es bei den Corona-Schutzimpfungen in Kassel?

Bei den Impfungen selbst läuft es in Kassel weiterhin schleppend. Grund ist noch immer der fehlende Impfstoff. Die Stadt gibt die Gesamtzahl der Impfungen im Kasseler Impfzentrum, bei den mobilen Teams und in den Krankenhäusern mit 114.736 an – ein Plus von gerade einmal 5247 im Vergleich zur Vorwoche. Unter den geimpften Personen sind auch Menschen, die aus benachbarten Städten und Gemeinden stammen. Etwa 36.000 Menschen mit Wohnsitz in Kassel sind mittlerweile vollständig geimpft, im Landkreis sind es rund 40.000.

Hessen liegt mit einer Impfquote von 47,2 Prozent im Ländervergleich derzeit auf dem achten Platz, ist bei den Zweitimpfungen mit 22,2 Prozent (etwa 1,4 Millionen Menschen) dagegen das Schlusslicht unter den Bundesländern.

Langes Warten auf einen Impf-Termin

Zahlreiche Menschen aus Stadt und Kreis Kassel warten weiterhin auf ihren Impftermin – auch aus der Priorisierungsgruppe 3. Registriert sind sie teilweise schon mehrere Wochen. Seit dem Ende der Impfpriorisierung vor einer Woche haben sich in Hessen zudem mehr als 144.00 Menschen, die nicht zu einer der Priorisierungsgruppen gehören, für einen Impftermin in einem der 28 Zentren angemeldet, die spätestens Ende September schließen sollen. Wie lange sie auf einen Termin warten müssen, ist wegen des Impfstoffmangels unklar.

(Marie Klement, Eva Krämer)

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