Querdenkerin relativierte Holocaust

Nach umstrittenen Aussagen: Querdenker-Lehrerin aus Schuldienst entlassen

Eine Lehrerin aus dem Kreis Waldeck-Frankenberg verbreitet Querdenker-Ansichten und wird dafür aus ihrem Dienst entlassen. (Symbolbild)
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Eine Lehrerin aus dem Kreis Waldeck-Frankenberg verbreitet Querdenker-Ansichten und wird dafür aus ihrem Dienst entlassen. (Symbolbild)

Eine Querdenker-Lehrerin kritisiert in einem Video öffentlich die Corona-Maßnahmen und verharmlost den Holocaust. Nun gibt es dafür Konsequenzen.

Ernsthausen – „Seit wann sorgt die Brut für die Alten?“ Das war eine der Aussagen, die eine Grundschullehrerin aus Waldeck-Frankenberg in einem Youtube-Video gegen die ihrer Meinung nach für Kinder gesundheitsschädlichen „Corona-Zwangsmaßnahmen“ machte. Die Lehrerin ist mittlerweile fristlos aus dem Schuldienst entlassen worden, wie die HNA aus gesicherter Quelle erfuhr.

Wie berichtet, stellte sie in dem Video „kritische“ Lehrkräfte, zu denen sie sich selbst zählt, als Opfer des Systems dar. „Wir sind die Juden“, sagte sie. Ob es den Holocaust gegeben habe, wisse sie nicht. Denn sie habe niemanden persönlich getroffen, der dabei war.

Kreis Waldeck-Frankenberg: Querdenker-Lehrerin fristlos gekündigt

Das Video war vor den Herbstferien bekannt geworden. Der Leiter des Staatlichen Schulamts, Stephan Uhde, hatte damals auf HNA-Anfrage gesagt, dass das Schulamt den Vorgang sehr ernst nehme und eine arbeitsrechtliche Prüfung vornehme. Über das Ergebnis informierte er später nicht. Zu Personalangelegenheiten äußere sich das Schulamt nicht. Auch das Hessische Kultusministerium sagte am Donnerstag (11.11.2021) nichts zu „konkreten Personalangelegenheiten“.

Sprecher Michael Ashelm merkte aber an: „Prinzipiell ist es so, dass wenn eine Lehrkraft öffentlich Aussagen trifft, aus denen geschlossen werden muss, dass sie die freiheitlich-demokratische Grundordnung ablehnt, dies ein schwerer Verstoß gegen ihre arbeitsvertraglichen Pflichten wäre. Eine mögliche Folge ist eine außerordentliche Kündigung.“

Wie berichtet, war die Lehrerin nach den Herbstferien nicht an die Schule in Ernsthausen zurückgekehrt. Während der beiden Präventionswochen mit genereller Maskenpflicht hätte die vom Masketragen befreite Pädagogin gar nicht unterrichten dürfen. Am Ende dieser zwei Wochen, vergangenen Freitag, teilte die Schule dann den Eltern mit, dass die für die Vertretung in den Präventionswochen eingeteilte Lehrkraft die Kinder weiter unterrichtet. Nach HNA-Information war die Lehrerin da schon entlassen. (mab)

Nach der großen Corona-Demo der Querdenker im Frühjahr 2021 in Kassel hat eine Expertin erklärt, warum sich Verschwörungstheorien aktuell so schnell verbreiten.

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