Pandemie

Corona-Regeln in Niedersachsen: Diese strengen Maßnahmen gelten an Weihnachten

Ministerpräsident Stephan Weil kündigt aufgrund der Corona-Pandemie eine „Weihnachtsruhe“ in Niedersachsen an. Welche Regeln dann gelten.

Hannover/Göttingen – In Niedersachsen soll es von Heiligabend bis zum 2. Januar landesweit verschärfte Corona-Maßnahmen geben. Dann müssen etwa Diskotheken schließen und es sind nur Veranstaltungen mit weniger Menschen erlaubt. Das kündigte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Freitag (10.12.2021) in Hannover an.

Geplante Regeln für die „Weihnachtsruhe“:

  • Private Treffen/Silvesterpartys: Geimpfte und Genesene sollen sich drinnen mit maximal 25 Personen treffen können, dass für Ungeimpfte strenge Kontaktbeschränkungen auf einen Haushalt plus zwei Personen gelten (Kinder unter 14 Jahre zählen nicht mit / Kindergeburtstage sind also weiter möglich).
  • Außerdem sind in dieser Zeit private Zusammenkünfte von geimpften und genesenen Personen nur noch bis 25 Personen im Innenbereich und bis 50 Personen im Außenbereich zulässig. Dies ist eine Verschärfung im Vergleich zur normalen Warnstufe 3. Kinder und Jugendliche werden bei den 25 Personen mitgerechnet.
  • Veranstaltungen mit mehr als 10 Personen sind generell in Warnstufe 3 und damit auch zwischen dem 24. Dezember 2021 und dem 2. Januar 2022 sowohl drinnen als auch draußen nur noch zulässig, wenn alle Teilnehmenden geimpft oder genesen und zusätzlich getestet sind.
  • Tanzveranstaltungen sind generell in Warnstufe 3 und in Hotspots verboten (also auch zwischen dem 24. Dezember 2021 und dem 2. Januar 2022), ebenso Veranstaltungen mit mehr als 500 Personen und Messen.
  • Weihnachtsmärkte müssen in dieser Zeit schließen, ebenso alle Clubs und Diskotheken. Auch dies gilt zukünftig generell in Warnstufe 3 und in Hotspots.
  • Weihnachtsgottesdienste sollen möglich sein.
  • Gastronomische Betriebe und Fitnessstudios sollen offen bleiben.
  • Beherbergungsbetriebe und Hotels sollen unter der 2G-Plus-Regel offen bleiben.
  • Im Übrigen gilt 2G im Einzelhandel und 2G-Plus in vielen weiteren Bereichen, solange nicht die Kapazität deutlich auf maximal 70 Prozent gesenkt wird.

„Weihnachtsruhe“ in Niedersachsen: Grüne fordern Wirtschaftshilfen für Kultur und Veranstalter

Der Regierungschef hatte sich in den vergangenen Wochen bereits mehrfach für eine verlängerte Weihnachtspause ausgesprochen. „Ein abgestimmtes Vorgehen zwischen Bund und Ländern hierzu gibt es derzeit nicht“, hatte Weil am Donnerstagabend nach Beratungen zwischen Bund und Ländern gesagt. Die Zeit um Weihnachten und Neujahr müsse genutzt werden, um Risiken zu vermeiden.

Die Grünen im Landtag von Niedersachsen fordern wegen der angekündigten Weihnachtsruhe für die Kultur- und Veranstaltungsbranche zusätzliche Wirtschaftshilfen. „Wer eine Weihnachtsruhe beschließt und zu zusätzlichen freiwilligen Kontaktbeschränkungen aufruft, muss sich gleichzeitig um die Folgen für die Wirtschaft kümmern“, sagte die Fraktionsvorsitzende Julia Willie Hamburg am Samstag der Deutschen Presse-Agentur.

Auch wenn formal alle Betriebe geöffnet bleiben können, sei absehbar, dass die derzeitige Lage zu erheblichen Einnahmeausfällen führen werde, sagte Hamburg. „Vielen steht jetzt schon das Wasser bis zum Hals, weil die letzten Monate erheblich an Rücklagen gekostet haben.“ Die betroffenen Freizeit-Bereiche dürften nicht im Regen stehen gelassen bleiben, wenn Kontaktbeschränkungen notwendig und gewünscht seien.

Über Weihnachten und Neujahr wird es eine Weihnachtsruhe in Niedersachsen geben. Das bedeutet zum Beispiel für private Zusammenkünfte, dass sich maximal 25 geimpfte Personen privat treffen dürfen. (Symbolbild)

„Weihnachtsruhe“ in Niedersachsen: Präsenzpflicht an Schulen wird aufgehoben

Die Präsenzpflicht an Niedersachsens Schulen wird zur Eindämmung des Coronavirus vor Weihnachten aufgehoben. Vom 20. Dezember an und damit drei Tage vor Ferienbeginn könnten die Schülerinnen und Schüler auf Antrag der Eltern vom Unterricht befreit werden, kündigte die Landesregierung am Freitag in Hannover an. Einen Anspruch auf Distanzlernen gebe es an diesen Tagen nicht. Die Ferien sollen aber wie geplant am 23. Dezember beginnen und bis zum 7. Januar dauern.

Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) erklärte, die Möglichkeit zur Unterrichtsbefreiung werde für Eltern eingeräumt, die wegen noch nicht vollständig geimpfter oder geboosterter Familienmitglieder und Angehörigen aus Risikogruppen einen weitergehenden Schutz zum Weihnachtsfest benötigen. Die Befreiung könne formlos beantragt werden, jedoch nur für alle drei Tage am Stück.

Nach den Weihnachtsferien sollen zudem die Schutzmaßnahmen an den Schulen verschärft werden. In der ersten Unterrichtswoche 2022 müssen sich demnach alle Schülerinnen und Schüler, die nicht vollständig geimpft oder genesen sind, täglich zu Hause per negativem Selbsttest freitesten, bevor sie zum Präsenzunterricht kommen können. Das gelte künftig auch bei Klassenarbeiten und Abitur- sowie Abschlussprüfungen. Auch Kinder unter 14 Jahren müssen nach den Ferien außerdem medizinische Masken tragen – bisher reichten Stoffmasken. (Luisa Weckesser mit dpa)

Rubriklistenbild: © Andreas Arnold

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