Große Belastung für Lehrer

Homeschooling ist auch für soziale Komponente eine Gefahr

Lernen in der Schule hilft nicht nur dabei, den Stoff besser zu verstehen. Auch das soziale miteinander ist für Kinder und Jugendliche wichtig.
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Lernen in der Schule hilft nicht nur dabei, den Stoff besser zu verstehen. Auch das soziale miteinander ist für Kinder und Jugendliche wichtig.

Drei Mal in der Woche müssen Schüler in Hessen und somit auch im Werra-Meißner-Kreis einen negativen Corona-Test vorweisen, um am Unterricht teilnehmen zu können. Die Schüler testen sich in den Schulen, morgens vor dem Unterricht selbst, mit Tests, die ihnen vom Land Hessen kostenfrei zur Verfügung gestellt werden.

Werra-Meißner – Doch nicht alle Eltern sind mit diesem Prozedere einverstanden: „Es gibt durchaus Eltern, die die Sicherheit dieser Tests anzweifeln“, sagt Christoph Matt, Leiter der Valentin-Traudt-Schule in Großalmerode. Eltern, die mit den Tests oder mit dem Tragen von Masken im Unterricht nicht einverstanden sind, haben die Möglichkeit, ihre Kinder vom Präsenzunterricht abzumelden. „Es besteht aber weiterhin eine Schulpflicht, also müssen wir dafür sorgen, dass diesen Kindern eine Beschulung zu Hause möglich gemacht wird, indem wir Material und Arbeitspläne zur Verfügung stellen und Wege finden, die Leistungen zu kontrollieren“.

Dies sei für die Lehrer, die zu 100 Prozent mit dem Präsenzunterricht ausgelastet sind, eine große Belastung. „Das Bildungsziel muss erreicht werden“, sagt Matt. Doch nicht nur die schulische, sondern auch die soziale Komponente des Präsenzunterrichts sei wichtig. Das sieht auch Michaela Rabe, Schulleiterin der Ernst-Reuter-Schule in Neu-Eichenberg als besondere Herausforderung: „Das Fehlen von sozialen Kontakten über einen längeren Zeitraum kann gerade für jüngere Schüler lebenslange Auswirkungen haben“, so die Grundschullehrerin. Darum sei man in der Schule besonders bemüht auch zu den Kindern im Homeschooling viel Kontakt, über Videokonferenzen oder Telefonate zu halten. Dr. Birgit Renke, Schulleiterin der Friedrich-Wilhelm-Schule in Eschwege ist froh, dass an ihrer Schule alle Schüler und Eltern mit den regelmäßigen Tests einverstanden sind.

Jürgen Krompholz, stellvertretender Leiter des zuständigen Schulamts, empfiehlt Eltern dringend ihre Kinder am Präsenzunterricht teilnehmen zu lassen. „Sie haben nur eine Schulzeit und die Erfahrungen, die die Kinder und Jugendlichen in dieser Zeit sammeln, können nicht nachgeholt werden“, sagt er.

Außerdem hätten nicht alle Kinder die gleichen Chancen, denn im Homeschooling seien auch die Eltern gefragt und es müssten in den Haushalten die passenden Endgeräte vorhanden sein. Auch die gerechte Benotung sei schwierig. (Wiebke Huck)

Testhefte der Schüler gelten auch im Kino

Neben der Durchführung eines Antigen-Selbsttests direkt in der Schule besteht auch die Möglichkeit, den Nachweis durch einen negativen Bürgertest zu erbringen. In der Schule werden die Ergebnisse unter Aufsicht in Testhefte eingetragen. Die Vorlage dieser Heft in Kombination mit einem Schülerausweis, Kinderreisepass oder Personalausweis gilt im gesamten Land Hessen als negativer Testnachweis, beispielsweise im Kino oder in der Gastronomie. (hbk)

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