So läuft es im Kampf gegen Corona

Im Kreis Hersfeld-Rotenburg sind über 50.000 Menschen geimpft

Die Farbe zeigt den Wirkstoff an: Wer einen Termin im Rotenburger Impfzentrum hat, erhält bei der Anmeldung – hier von Mitarbeiterin Juliana Fröhlich – ein farbiges Bändchen für die Impfstraßen-Einteilung. Gelb steht für Moderna, blau für Biontech/Pfizer und alle, die ein grünes Bändchen haben, bekommen Astrazeneca.
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Die Farbe zeigt den Wirkstoff an: Wer einen Termin im Rotenburger Impfzentrum hat, erhält bei der Anmeldung – hier von Mitarbeiterin Juliana Fröhlich – ein farbiges Bändchen für die Impfstraßen-Einteilung. Gelb steht für Moderna, blau für Biontech/Pfizer und alle, die ein grünes Bändchen haben, bekommen Astrazeneca.

Endlich gibt es verlässliche Zahlen darüber, wie viele Menschen im Kreis Hersfeld-Rotenburg inzwischen gegen das Corona-Virus geimpft worden sind. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Hersfeld-Rotenburg – Lange herrschte Rätselraten, wie viele Menschen im Kreis Hersfeld-Rotenburg denn nun tatsächlich schon (oder erst) gegen das Coronavirus geimpft worden sind. Während das Impfzentrum seit jeher zuverlässig den Fortschritt der Erst- und Zweitimpfungen veröffentlicht, fehlten bisher valide Zahlen aus den Hausarztpraxen, die im April in die Impfkampagne eingestiegen sind.

Wie viele Menschen im Landkreis sind gegen das Coronavirus geimpft?

51 220 Menschen im Kreis sind zumindest mit einer Spritze gegen das Virus geschützt. 21 854 Frauen und Männer haben bereits ihren zweiten Piks bekommen. Bezogen auf die Gesamtbevölkerung ergeben sich daraus Impfquoten von 42,5 Prozent (Erstimpfungen) und 18,1 Prozent (Zweitimpfungen). Zum Vergleich: Im Landesschnitt liegen die Quoten bei 44,3 und 17,8 Prozent. Deutschlandweit haben laut Robert-Koch-Institut 44,1 Prozent der Bevölkerung eine Impfdosis intus, 20,1 sind vollständig gegen das Virus geschützt. Bislang hatte die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) bei den Impfungen in den Hausarztpraxen nicht zwischen erster und zweiter Dosis unterschieden, was eine Aussage über die tatsächliche Impfquote erschwerte. Auf Nachfrage unserer Redaktion hieß am Freitag, dass die Ärzte im Kreis 18 024 Erst- und 5146 Zweitimpfungen verabreicht hätten. Das Impfzentrum hat bislang 33 196 einfach und 18 024 Menschen zweimal gegen das Virus geschützt.

Am Montag wird die Impfpriorisierung aufgehoben: Wie viele Termine sind in der kommenden Woche im Impfzentrum geplant?

Rund 3100 Menschen sollen in der nächsten Woche in der Göbel Hotels Arena geimpft werden. 2000 Dosen liefert Biontech/Pfizer, der Rest kommt von Moderna. In dieser Woche waren 2600 Menschen an der Reihe, also 500 weniger. Dennoch bleibt die Auslastung auch in der kommenden Woche auf niedrigem Niveau – nämlich bei 44 Prozent. Auch in den Hausarztpraxen wird sich das Ende der Priorisierung vorerst nicht bemerkbar machen, weil Impfstoff nach wie vor Mangelware ist. KVH-Sprecher Karl Roth hatte vergangene Woche im Gespräch mit unserer Zeitung kritisiert, dass das Aufheben der Priorisierung der Bevölkerung suggeriere, es gebe nun genügend Dosen. „Das ist aber auf keinen Fall richtig, vielmehr steigert man so die Nachfrage und den Frust in den Praxen und bei den Menschen.“

Je mehr die Impfungen voranschreiten, desto größer wird der Wunsch derjenigen, die noch nicht an der Reihe sind. Aus Großstädten wird vermehrt von sogenannten Impfdränglern berichtet. Ist das auch ein Problem in Rotenburg?

Im Impfzentrum sei das Problem „erfreulicherweise nicht wirklich vorhanden“, wie Klinikumsprecher Werner Hampe, der auch für das Impfzentrum zuständig ist, auf Nachfrage mitteilt. Nur in Einzelfällen müssten Menschen am Eingang abgewiesen werden, die ohne gültigen Termin erscheinen.

Wenn jetzt sich theoretisch alle für eine Schutzimpfung anmelden dürfen: Wie kommt man jetzt einen Termin?

Entweder über den Hausarzt – ab Montag auch über den Betriebsarzt – oder über das Land Hessen, das die Termine für das Impfzentrum koordiniert. Möglich ist das unter Telefon 116 117 und 0611 /50 59 28 88 oder online: impfterminservice.hessen.de.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sprach kürzlich davon, dass die Länder bis Ende August minderjährigen Schülern ein Impfangebot machen sollen. Wird es auch im Impfzentrum die Möglichkeit geben, dass sich Jugendliche und Kinder dort impfen lassen können?

Thorsten Bloß, Fachdienstleiter für Gefahrenabwehr, sagt: „Wenn es von der Ständigen Impfkommision keine generelle Corona-Impfempfehlung für Kinder geben wird, wird es unserer Einschätzung nach auch keine Sondertermine für Schülerinnen und Schüler im Impfzentrum geben.“

In Bremen und Thüringen ist geplant, mobile Impfteams für die Schülerimpfungen zur Verfügung zu stellen. Wie sind die Pläne im Landkreis?

Konkrete Pläne gibt es noch nicht, sagt Martin Ködding, Leiter des Impfzentrums, zu dem auch die mobilen Impfteams gehören. Die Teams, die im Dezember zum Start der Impfkampagne in den Alten- und Pflegeheimen im Einsatz waren, stünden allerdings grundsätzlich noch zur Verfügung. Sie hätten in den vergangenen Wochen beispielsweise in Einrichtungen der Sozialen Förderstätten, in den Kliniken und Obdachlose geimpft, so Ködding.

Vor wenigen Tagen hat das Impfzentrum verkündet, dass sich wieder Impfwillige für eine Nachrückerliste anmelden können. Für wen gilt das Angebot?

Auf die Nachrückerliste dürfen sich Menschen aus dem Landkreis der Jahrgänge 1954 oder älter setzen lassen. Die Anmeldung sollte per E-Mail mit Name, Geburtsdatum, Adresse und Telefonnummer an die Adresse ichwill@klinikum-hef.de erfolgen. Das Angebot hänge, so Klinikumsprecher Werner Hampe, von den tatsächlichen Restdosen ab und gelte grundsätzlich für alle Impfstoffhersteller. Das Klinikum hat darauf hingewiesen, dass es „dauern kann, bis tatsächlich dann nachmittags ein Anruf mit dem Impfangebot kommt.“

Apropos Nachrücker: Es gab doch rund um Ostern schon mal so eine Liste? Was ist aus ihr geworden?

Diese Liste, speziell für Astrazeneca-Dosen, auf der sich über 70-Jährige vormerken lassen konnten, ist laut Klinikumsprecher Werner Hampe so gut wie abgearbeitet. Insgesamt hätten sich dafür 1500 Menschen angemeldet. „Diese sind inzwischen nahezu alle geimpft oder haben Termine“, so Hampe. (Sebastian Schaffner)

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