Den Piks gibt’s im Impfzentrum oder beim Arzt auch ohne Termin

In Kassel läuft die Impfung von Kindern an

Ein Mädchen streckt den Arm hin, um sich mit der Spritze impfen zu lassen.
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In Stadt und Kreis Kassel werden Kinder geimpft: Besonders die Kinderärzte stellen einen hohen Aufklärungsbedarf bei den Eltern fest.

Nicht erst seit dem Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz, den 12- bis 17-Jährigen mehr Angebote für eine Corona-Impfung zu machen, lassen Eltern ihre Kinder in Kassel und im Landkreis impfen. 104 Kinder sind bislang im Impfzentrum in Kassel und 90 Kinder sind im Kreis immunisiert worden.

Kassel/Kreis Kassel – Zugelassen sind die Impfstoffe von Biontech und Moderna von der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA ab zwölf Jahren. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt Impfungen von Kindern nach wie vor aber nur bei höherem Risiko für schwere Verläufe, etwa bei vorerkrankten Kindern.

Aber: Mit ärztlicher Beratung ist auch die Impfung gesunder Kinder möglich. So hat etwa Kinderarzt Matthias Demuth in den vergangenen Wochen 250 Kinder mit Biontech durchgeimpft. „Die Eltern entscheiden. Wenn sie ihr Kind impfen lassen möchten, dann impfe ich.“ Von den 104 Kindern im Alter zwischen zwölf und fünfzehn Jahren, die im Kasseler Impfzentrum geimpft wurden, waren die meisten 14 und 15 Jahre alt. 15 von ihnen wurden im Alter von zwölf Jahren geimpft, 19 waren 13 Jahre alt. Zum Vergleich: Von der Altersgruppe 20 bis 29 Jahre wurden bislang mehr als 6289 Personen geimpft. Beachten muss man hier aber, dass der Impfstoff für Kinder ab zwölf Jahren erst seit einigen Wochen freigegeben ist.

Wer sein Kind im Impfzentrum impfen lassen möchte, wird vor Ort beraten. „Die Beratung und Aufklärung ist an sich nicht aufwendiger als bei anderen Personen“, sagt Torsten Müller, der ärztliche Leiter des Impfzentrums Kassel. Kinderarzt Matthias Demuth, der von seinen im Quartal 1300 Patienten bislang etwa 250 Kinder erst- und zweitgeimpft hat, berichtet von viel Aufklärungsarbeit. „Viele Eltern wollen sich informieren“, sagt auch Kollege Thomas Lenz, der bislang 117 Kinder unter 18 Jahren erstgeimpft hat, 61 haben bereits den vollen Impfschutz.

Der Allgemeinmediziner Uwe Popert, der unter seinen Patienten auch Kinder hat, hält sich streng an die Stiko-Empfehlung und impft nicht. Er habe lediglich zwei Patienten unter 18 geimpft, die unter einer Vorerkrankung leiden. Auch im Kasseler Impfzentrum neben dem Auestadion können Eltern ihre Kinder nach Terminabsprache unter 0561/787 91 91 impfen lassen. „Vor allem seit Montag hat die Anzahl der Impfungen von Minderjährigen zugenommen“, stellt Torsten Müller, ärztlicher Leiter des Impfzentrums Kassel fest.

Im Kreis gab es bisher zwei Sonderimpfaktionen für Kinder ab zwölf Jahren, sagt dessen Sprecher Harald Kühlborn. Seit gestern können Eltern nun zu den Öffnungszeiten des Caldener Impfzentrums auch ohne Termin mit ihren Kindern zum Impfen kommen. „Pro Schicht ist ein Kinderarzt vor Ort und berät die Eltern und ihre Kinder“, so Kühlborn. » 

(Marie Klement und Anna Lischper)

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