Sie sollen bis Ende Mai in Stadt und Kreis Kassel erstgeimpft sein

Corona-Impfung: Terminangebote für über 70-Jährige bis Ende April

Frau zieht Impfspritze auf
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Begehrter Wirkstoff: Viele Impfberechtigte warten sehnsüchtig auf ihren Impftermin. Auch die Skepsis gegenüber Astrazeneca lässt nach: Laut Stadt Kassel gibt es aktuell wesentlich weniger Absagen von Terminen mit dem Impfstoff als noch in den vergangenen Wochen.

Noch immer warten viele über 70-Jährige auf ihren Impftermin. Andere hatten bereits mehr Glück, kämpfen aber mit der Organisation der Terminvergabe. Ein Überblick.

Kassel – Täglich erreichen die Redaktion zahlreiche E-Mails und Anrufe zum Thema Impfen. Der Grund-Tenor: Das Impfen in den Zentren in Kassel und Calden läuft einwandfrei – dafür gibt es bei der Terminvergabe immer wieder Probleme. In diesem Artikel beleuchten wir häufig gestellte Fragen:

Wer ist momentan impfberechtigt?
Das sind weiter alle, die zur Priorisierungsgruppe 1 und 2 gehören. Zudem können sich seit Freitag über 60-Jährige registrieren – wenn sie bereit sind, sich mit dem Wirkstoff von Astrazeneca („Vaxzevria“) impfen zu lassen.
Bis wann sollen alle Impfwilligen der Gruppe 1 und 2 ein Impfangebot vom Land bekommen haben?
Laut dem Hessischen Innenministerium sollen alle Impfwilligen, die sich registriert haben, bis Ende April ihre Terminzuweisung erhalten. Die Erstimpfungen sollen dann bis Ende Mai abgeschlossen sein.
Ab wann können sich Personen aus der dritten Impfgruppe registrieren?
„Da absehbar alle registrierten Impfberechtigten aus der Priorisierungsgruppe 1 und 2 ihre Impfungen erhalten werden, wird die allgemeine Öffnung der Priorisierungsgruppe 3 zeitnah erfolgen“, sagt Michael Schaich, Pressesprecher des Innenministeriums.
An wen kann ich mich wenden, wenn ich einen Impftermin verlegen will?
Sowohl online als auch über das Callcenter können laut Ministerium die beiden Impf-Termine geändert werden. Da der Zweittermin in Abhängigkeit zum Ersttermin steht, kann man die beiden Termine aktuell nur zusammen verlegen. Auf impfterminservice.hessen.de findet man rechts oben einen Link zur Terminänderung. Eine Video-Anleitung gibt es hier.
Ist es möglich, Zeitfenster für einen Termin anzugeben, wenn ich zum Beispiel wegen Krankheit in einem bestimmten Zeitraum nicht geimpft werden darf?
Bei der Registrierung ist dies nicht möglich. Nach Zuteilung des Impftermins kann dieser verlegt werden. Dabei kann auch angegeben werden, ab welchem Zeitpunkt das System nach freien Impfterminen suchen soll.
An wen kann ich mich wenden, wenn ich zu meinem Termin eine konkrete Frage habe – etwa zum Impfstoff?
Gesundheitliche Fragen zur Schutzimpfung können Impfwillige in einem ärztlichen Gespräch beim Termin im Impfzentrum klären. Umfassende Fragen zur Impfung bei speziellen Vorerkrankungen sollten mit dem Hausarzt oder dem behandelnden Arzt besprochen werden.
Muss ich mich nach einer Terminabsage neu registrieren, wenn ich nicht mit Astrazeneca geimpft werden will?
Grundsätzlich besteht derzeit keine Impfstoffwahl. Wenn sich also jemand gegen eine Impfung mit einem bestimmten Wirkstoff entscheidet, ist der Termin verwirkt. „Natürlich besteht auch nach einer selbst initiierten Absage des Termins weiterhin ein grundsätzlicher Anspruch auf eine Impfung zu einem späteren Zeitpunkt“, so Pressesprecher Schaich. Wegen der begrenzten Verfügbarkeit von Impfstoffen werde allerdings auch auf absehbare Zeit kein Anspruch auf einen bestimmten Impfstoff bestehen.
Wer darf aktuell mit Astrazeneca geimpft werden?
Wegen Fällen von Hirnvenenthrombosen bei jüngeren Personen hat die Ständige Impfkommission die Empfehlung abgegeben, den Impfstoff von Astrazeneca in erster Linie für über 60-Jährige einzusetzen, weil dort die Risiken einer Covid-19-Infektion den Risiken einer Impfung deutlich überwiegen. Vorgelegte Atteste werden laut Ministerium im Impfzentrum in jedem Einzelfall überprüft. Wegen der begrenzten Impfstoffkapazitäten besteht allerdings auch bei Vorlage eines Attests kein Anspruch auf einen direkten Wechsel des Impfstoffes.
Zahlreiche Leser melden Verständigungsprobleme mit den Mitarbeitern des Callcenters. Wo sitzen die Mitarbeiter für die Terminvergabe?
Dazu sagt das Ministerium nichts. Die 500 Leitungen des Callcenters würden von mehr als 1000 Personen betreut, gute Deutschkenntnisse seien eine Grundvoraussetzung, so Schaich. Das Land nehme Beschwerden in seine Evaluierungsgespräche mit dem Callcenter-Anbieter auf. Wie viele falsche Terminbuchungen und Doppelbuchungen es bisher für die Impfzentren in Kassel und Calden gab, weil Daten unter anderem wegen Verständigungsproblemen falsch aufgenommen wurden, erfasst das Ministerium nach eigenen Angaben nicht.
Warum arbeitet Hessen nicht wie Schleswig-Holstein mit Anbietern wie Eventim zusammen, die sich mit Terminbuchungen auskennen?
Das Land Hessen hat eine eigene Terminvergabelösung durch den kommunalen Dienstleister Ekom21 entwickeln lassen. „Ekom21 verfügt als öffentlich-rechtlich organisierte Einrichtung über erhebliche Erfahrungen als leistungsfähiger Dienstleister für die kommunale Ebene“, sagt Schaich dazu.
Wie viele Impfwillige sind in Kassel und in Calden bisher geimpft worden?
Im Impfzentrum, in Kasseler Krankenhäusern und von mobilen Teams sind 45 570 Menschen mit Wohnsitz in Kassel geimpft worden (darunter 31 641 Erst- und 13 929 Zweitimpfungen). Hinzu kommen die von den Hausärzten geimpften Kasseler, die der Stadt allerdings nicht gemeldet werden. In Calden gab es bisher 30 578 Erst- und 14 142 Zweitimpfungen.
Wie viel Prozent der ersten und wie viel Prozent der zweiten Impfgruppe wurden bisher geimpft?
Eine solche Erhebung existiert laut Innenministerium nicht. Grundsätzlich würden in Hessen nur die Anzahl der Impfungen sowie der Ort der Impfung erfasst. Insgesamt liegt die Quote bei den Erstimpfungen in Hessen bei 18,8 Prozent. Damit ist das Bundesland weiter Schlusslicht in Deutschland. Spitzenreiter ist Bremen mit 23,5 Prozent, gefolgt vom Saarland mit 23,2 Prozent. Bei den vollständig Geimpften sieht es besser aus. Dort landet Hessen mit 7,3 Prozent auf Rang 6, Spitzenreiter ist Thüringen mit 8,3 Prozent.
Im Kasseler und im Caldener Impfzentrum gibt es keine Stempel in den Impfpass. Laut RKI müssen Impfungen aber vom impfenden Arzt eingetragen werden, darum weigern sich Hausärzte vielfach, die Impfung zu übertragen. Was kann ich tun?
Wird ein Impfpass vorgelegt, sollte eine Eintragung optimalerweise im Impfzentrum erfolgen, erklärt Schaich. Wegen der Impforganisation passiert dies in Kassel und Calden allerdings nicht, es gibt stattdessen ein sogenanntes Impfersatzdokument. Wer die Impfung später in seinen Pass eintragen lassen möchte, kann sich an das Gesundheitsamt wenden, wenn der Hausarzt dies nicht machen will, so Schaich.

(Marie Klement)

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