Das sagen Kassels Schulleiter

Maskenpflicht bleibt: Kasseler Schüler müssen in der Schule weiter Mundschutz tragen

Schüler mit Masken an der Georg-August-Zinn-Schule in Kassel.
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Kassels Schüler - hier an der Georg-August-Zinn-Schule - müssen weiter Masken tragen.

Trotz sinkender Inzidenzen: Schüler in Kassel und im Landkreis werden in den Klassenräumen vorerst weiter mit Masken lernen müssen.

Kassel - Kultusminister Alexander Lorz (CDU) hat erklärt, dass er bei der Bewältigung der Pandemie in den Schulen keinerlei Rückschritt riskieren möchte. Angesichts der abflauenden Corona-Pandemie hatte Bundesjustizministerin Christine Lambrecht zuletzt die Länder aufgefordert, die Fortdauer der Maskenpflicht zu überprüfen. Trotz der fortgesetzten Maskenpflicht in Räumen hält es Kultusminister Alexander Lorz mit Blick auf die bevorstehende Hitzewelle für vertretbar, wenn Schüler in den kommenden Wochen an besonders heißen Tagen auf dem Schulhof keine Maske tragen.

Die Entscheidung, wann an heißen Tagen draußen auf die Maske verzichtet werden darf, treffe die Schulleitung unter Berücksichtigung der bekannten Hitzefrei-Regelungen. Die Corona-Verordnung könnte schließlich am 28. Juni dahingehend geändert werden, dass die Maskenpflicht für draußen fällt. Bei Hitze sei es dann möglich, Unterricht – unter Wahrung der Abstandsregeln – draußen ohne Maske anzubieten.

Viele Lehrer sind zufrieden mit dem Vorgehen. So auch der Deutsche Lehrerverband Hessen (DLH). Kreisvorsitzender Boris Krüger rät nach wie vor zu größtmöglicher Vorsicht. „Das Virus ist ja noch nicht verschwunden.“ Maskenpflicht in Räumen und regelmäßige Tests sollten nach Meinung des DLH im Schuljahr beibehalten werden.

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„Wir sollten kein Risiko eingehen“, sagt Stephan Wassmuth, Vater von Schülern und ehemaliger Bundeselternsprecher aus Lohfelden. Es müsste aber dafür gesorgt werden, dass die Masken auch mal abgesetzt werden können. Er kritisiert, dass in den Schulen nicht in Maßnahmen wie Luftreiniger investiert wurde. Auch Kassels Schülersprecher Simon Richter akzeptiert die Vorsicht des Kultusministers. Er wünscht sich keine voreiligen Entscheidungen. „Wir haben uns an das Maskentragen gewöhnt. Sie sind das einfachste Mittel, um das Virus einzudämmen. Wir freuen uns darauf, sie endlich abnehmen zu können, wenn es die Inzidenz erlaubt.

Das sagen Kassels Schulleiter zum Thema Maskenpflicht

Auefeldschule: Nicole Rudolph, Leiterin der Grundschule Auefeldschule, sagt: Wir halten uns selbstverständlich auch weiter an die Maskenpflicht in der Schule. Die Meinungen darüber sind innerhalb der Schulgemeinde geteilt. Es ist nicht einfach, alle Eltern und Kollegen zusammenzubringen.

In Grundschulen ist die Belastung für die Kleinen groß. Nach den Pausen, in denen getobt wird, müssen die Masken gewechselt werden, weil sie durchgeschwitzt sind. Ich würde mir wünschen, dass das Tragen von Maske vom Standort abhängig ist. Wir zum Beispiel können gut durchlüften. Wir freuen uns darauf, wenn keine Masken mehr getragen werden müssen. Auch wenn ich sagen muss, dass die Kinder das bislang gut gemacht haben.

Carl-Schomburg-Schule: Birte Behr, Leiterin der Gesamtschule, Carl-Schomburg-Schule, sagt: „Bei uns werden die Masken inzwischen mit einer großen Selbstverständlichkeit getragen. Am Anfang mussten wir etwas dahinter her sein, aber jetzt läuft das reibungslos. Deshalb sage ich: Never change a running system, und ich wünsche mir bis zu den Sommerferien Kontinuität. Fatal wären wöchentlich neue Ansagen.

Was zählt, ist der Präsenzunterricht. Den wünschen wir uns unter allen Umständen. Jede Stunde Präsenz, die wir uns mit Vorsichtsmaßnahmen wie dem Maskentragen erkaufen können, ist eine gute Stunde. Das Maskentragen ist da nur ein kleiner Preis. Auch wenn es jetzt im Sommer mühsam ist.

Alexander-Schmorell-Schule: Karl-Ludwig Rabe, Leiter der Alexander-Schmorell-Schule, Schule mit Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung, sagt: „Die Tendenz im Freien das Maskentragen aufzuheben, unterstützen wir, weil wir Schüler haben, die respiratorisch eingeschränkt sind, und die kommen mit Masken an ihre Grenzen. Wir wünschen uns für unsere Schüler eine Lockerung, zumal der Inzidenzwert ja unter 35 liegt. Eine Freigabe des Schulhofs ist da in jedem Fall angebracht.

Anders sieht es in den Fahrzeugen, den Schulbussen, aus, mit denen die Schüler oft über eine längere Zeit, eng und gruppenübergreifend zusammensitzen. Da haben wir von Anfang an Sorge gehabt. Da ist es notwendig, FFP2-Masken zu tragen. Deshalb brauchen wir in der Schule Erleichterungen, ohne leichtsinnig zu sein. OP-Masken sind bei heißem Wetter weniger anstrengend. Außerdem machen wir viele Maskenpausen. Wir arbeiten im eingeschränkten Regelbetrieb mit konstanten Gruppen, damit wir Ansteckungen vermeiden. Wir sind begeistert, wie einsichtig unsere Schüler sind und wie sie sich an die Regeln halten.

Willy-Brandt-Schule: Rainer Büchter, Leiter der beruflichen Willy-Brandt-Schule, sagt: „Ich halte es für sinnvoll, in den Schulen bis zu den Sommerferien die Masken weiter zu tragen, statt, die Pflicht aufzuheben, um sie dann im schlimmsten Fall kurze Zeit später wieder vorzuschreiben. Wir haben endlich mal niedrige Inzidenzen. Ich würde an der Maskenpflicht erst mal nicht rütteln.

Wir haben uns daran gewöhnt. Es läuft gut, die Schüler machen alles mit, auch die Tests. Sie sehen das als Schutz. Auf dem Schulhof mit Abstand die Maske abzunehmen, ist eine andere Sache. Aber in den Räumen sind wir beengt und das Risiko besteht ja nach wie vor. (Christina Hein)

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