In Twistetal ist Einiges in Bewegung geraten: SPD stark geschwächt, FDP deutlich gestärkt

CDU beklagt: Es wurde Angst vor Berndorf geschürt

Die Grafik zeigt: So hat Twistetal gewählt.
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So hat Twistetal gewählt.

„Ich kann es nicht nachvollziehen“, kommentiert der SPD-Spitzenkandidat Ralph Backhaus das Wahlergebnis vom Sonntag. Drei Sitze hat seine Fraktion im Gemeindeparlament verloren.

Twistetal – Statt wie bisher sieben sitzen künftig nur noch vier SPD-Gemeindevertreter im Parlament. „Nach Anzahl und Qualität unserer Anträge im Gemeindeparlament hätten wir ein besseres Abschneiden verdient“, meint Backhaus und gibt offen zu:

„Wir sind sehr enttäuscht.“ Backhaus ahnt, dass die Diskussion um die künftige Nutzung des Wilke-Geländes in Berndorf ausschlaggebend für die Wahl in Twistetal gewesen sein könnte und stellt resignierend fest: „Wir haben erreicht, dass es Zuschüsse gibt, ein großer Investor steht bereit und trotzdem keine Zustimmung in der Bevölkerung.“

Aber immerhin könne die SPD noch das Zünglein an der Waage in Twistetal sein: Wenn jemand etwas erreichen will, dann nur mit uns.“

Freie Wähler und Grüne sehr zufrieden

Sehr zufrieden mit dem Ergebnis äußert sich der Sprecher der Freien Wähler, Hartmuth Schiller: „Es war schwer abzuschätzen, wie die Bürger unsere Beschlüsse zum Wilke-Gelände einstufen würden. Aber offensichtlich haben wir doch Einiges richtig gemacht.“ Das Problem bei der Wilke-Entscheidung sei, dass die Informationen immer nur scheibchenweise präsentiert wurden.

„Ich freue mich, dass wir einen Sitz hinzugewinnen konnten“, sagt Grünen-Spitzenkandidatin Ilka Deutschendorf. Dennoch sei sie enttäuscht, dass es offenbar nicht gelungen sei, den Wählern klarzumachen, dass die Umwandlung des Wilke-Geländes nicht nur ein Gewinn für Berndorf, sondern für die ganze Gemeinde Twistetal wäre: „Diese Botschaft konnten wir nicht richtig transportieren.“

Spaltung der Dörfer verhindern

„Wir sind vom Wahlergebnis enttäuscht“, gab CDU-Spitzenkandidat Christoph Dietzel unumwunden zu. Im neuen Gemeindeparlament seien praktisch nur noch Repräsentanten aus Berndorf und Twiste vertreten. Das werde die Arbeit nicht leichter machen und das Konkurrenzdenken zwischen den Ortsteilen nur verstärken.

Offenbar hätten viele Wähler die Sorge gehabt, dass Berndorf durch die Entwicklung des Wilke-Geländes zu stark werden könnte. Er habe das Argument gehört, dass auf dem Wilke-Gelände so viele Neubürger angesiedelt werden könnten wie Elleringhausen Einwohner habe.

Unnötig Ängste geschürt

Es sei die Angst geschürt worden, ein neuer Kindergarten in Berndorf könne den in Mühlhausen überflüssig machen. Dabei sei niemals so etwas geplant gewesen. Er selber habe immer wieder gesagt, dass der Mühlhäuser Kindergarten erhalten bleiben solle

Nun stelle er sich eine Zusammenarbeit mit der FDP sehr schwierig vor, sagte Dietzel:  „Die sind im Moment auf Konflikt gebürstet.“ Dennoch wolle er mit allen sprechen und Möglichkeiten einer Kooperation sondieren. Immerhin stelle die CDU nach wie vor die stärkste Fraktion im Gemeindeparlament.

Abschließend kommentierte Dietzel das Wahlergebnis in Twiste: Man hat den Eindruck, dass die FDP die neue SPD in Twiste geworden ist.“

Marpe zum FDP-Erfolg: „Wir sind ein gutes Team“

FDP-Sprecher Jörg Marpe verspürte am Tag nach der Auszählung wenig Lust, über die Gründe für den Wahlausgang und über die künftigen Ziele der um zwei Sitze stärker gewordenen FDP in Twistetal zu sprechen: „Ich kann noch nichts sagen. Wir müssen uns noch sortieren“, gab Marpe zu Protokoll.

Der Erfolg gehe auf das Konto der gesamten Mannschaft: „Wir sind ein gutes Team und wir bedanken uns bei den Wählern für das geschenkte Vertrauen. (Elmar Schulten)

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