Fraktionen wollen parteiübergreifend zusammenarbeiten

In Bad Arolsen gibt es keine Notwendigkeit für Koalitionen

Leerung der Wahlurnen am Wahlabend in der Großsporthalle von Bad Arolsen.
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Leerung der Wahlurnen am Wahlabend in der Großsporthalle: Inzwischen sind alle stimmen ausgezählt. Die gewählten Spitzenkandidaten ziehen eine Bilanz. 

Die Grünen sind mit zwei zusätzlichen Sitzen im Stadtparlament die großen Gewinner der Kommunalwahl in Bad Arolsen. „Das ermöglicht es uns, die Arbeit auf mehrere Schultern zu verteilen“, freut sich Spitzenkandidat Dr. Ulrich von Nathusius.

Bad Arolsen - Hoffnungsvoll stimme ihn, dass viele grüne Themen auch von den anderen Parteien aufgenommen worden seien. Das mache es leichter, bei Themen rund um den Klimaschutz voranzukommen.

Der Grünen-Sprecher bedauerte, dass der Wahlkampf coronabedingt nicht wie gewohnt habe ablaufen können. Dennoch sei es Kandidaten wie Johannes Rodewyck oder Ulrike Combé-von Nathusius gelungen, von weit hinten auf der Liste nach vorne gewählt zu werden. Das zeige, wie wichtig der persönliche Bekanntheitsgrad bei der Wahl sei.

Dr. Ulrich von Nathusius ist Grünen-Stadtverordneter in Bad Arolsen.

Selbstkritisch räumte von Nathusius ein: „Künftig muss es uns gelingen, mehr junge Leute nicht nur als Wähler, sondern auch als aktive Mitstreiter zu gewinnen.“

Zufrieden mit dem Wahlausgang vom Sonntag zeigt sich Thorsten Reuter von den Freien Wählern: „Unser Ziel war es, zweistellig zu werden. Das haben wir mit 10,2 Prozent der Stimmen auch erreicht. damit sind wir ungefähr so stark wie vor der Kooperation mit der Offenen Liste.

Thorsten Reuter ist Fraktionssprecher undSpitzenkandidat der FWG in Bad Arolsen.

Vier Sitze im Stadtparlament und einer im Magistrat seien schon ein gutes Ergebnis. Auch im neuen Stadtparlament wolle man sachorientiert zusammenarbeiten und dabei das eigene Wahlprogramm im Auge behalten. In der Gesamtsicht falle auf, dass CDU und SPD je einen Sitz eingebüßt hätten. Das zwinge zu Kooperationen und führe fast automatisch zu besseren Konsenslösungen, so Reuter.

Elmar Kottenstede ist Stadtverordneter der Offenen Liste in Bad Arolsen.

Das sieht Elmar Kottenstede von der offenen Liste ganz ähnlich. Auch er hat den Eindruck, dass seine Liste mit 8,8 Prozent der Stimmen und drei Sitzen wieder ungefähr da angekommen ist wie vor den fünf Jahren Kooperation mit den Freien Wählern. Auch er sei bereit für die Fortsetzung der harmonischen Zusammenarbeit im Stadtparlament. Man müsse lösungsorientiert arbeiten.

Aus Sicht der FDP stellte Spitzenkandidatin Helga Schlattmann fest: „Wir hätten zwar gerne die Acht-Prozent-Marke geknackt, sind aber auch mit 7,9 Prozent und drei Sitzen sehr zufrieden.“

Helga Schlattmann ist FDP-Stadtverordnete in Bad Arolsen.

Wünschenswert sei langfristig eine höhere Wahlbeteiligung als 47,43 Prozent.: „Es ist ein großes Privileg, wählen zu dürfen. Das sollte man auch nutzen.“

Das sieht SPD-Spitzenkandidat Ulrich Fiedler ganz ähnlich: „In der niedrigen Wahlbeteiligung zeigt sich eine Mischung aus Politikverdrossenheit und Müdigkeit. Aber vielleicht liegt es auch daran, dass in Bad Arolsen viele Dinge gut geregelt sind.“

Coronabedingt sei der Wahlkampf sehr stark digital abgewickelt worden. Fiedler: „Uns allen hat der direkte Kontakt zum Bürger gefehlt.“

Ulrich Fiedler ist SPD-Stadtverordneter in Bad Arolsen.

Davon abgesehen sei die SPD mit ihrem Ergebnis sehr zufrieden: Neun Sitze in der Stadtverordnetenversammlung und daraus folgend auch zwei im Magistrat seien der Beweis dafür, dass die Wähler die Arbeit der SPD in den vergangenen Jahren zu honorieren wüssten.

Nun wolle sich die verjüngte und hoch motivierte Fraktion daran machen, das Wahlprogramm umzusetzen. Fiedler: „Wir laden alle Fraktionen ein, den Weg mit uns gemeinsam zu gehen.“

CDU-Spitzenkandidat Gerd Frese signalisiert jedenfalls schon seine Bereitschaft zur Fortsetzung der parteiübergreifenden Zusammenarbeit im Stadtparlament: „Vor uns liegen genügend große Aufgaben, die wir nur gemeinsam lösen können.“

Gerd Frese ist CDU-Stadtverordneter in Bad Arolsen und Ortsvorsteher von Wetterburg.

Die CDU sei mit Abstand wieder die stärkste Fraktion im Stadtparlament und wolle auch künftig als Motor der Kommunalpolitik in Bad Arolsen mit allen zusammenarbeiten. Daher gebe es auch gar keinen Grund, irgendwelche Koalitionen zu schmieden. Frese freut sich besonders über die sehr guten persönlichen Wahlergebnisse für ihn als Stadtverordneter und Ortsvorsteher von Wetterburg: „Ich verstehe das als Verpflichtung für die nächsten fünf Jahre.“ (Elmar Schulten)

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