Vor der Wahl

Wanfried: Mehr Einwohner und Investitionen in den Tourismus

Der historische Hafen an der Wanfrieder Schlagd ist zu sehen. Ein Boot hat an einem Hafen angelegt.
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Der historische Hafen an der Wanfrieder Schlagd ist eine beliebte Kulisse für Veranstaltungen, Konzerte und Feste. Auf diesem Bild feierten die Wanfrieder zum Beispiel das Hafenfest im Sommer 2016.

Vor der Kommunalwahl am 14. März porträtieren wir alle elf Kommunen unseres Verbreitungsgebiets und den Werra-Meißner-Kreis. Heute: die Stadt Wanfried.

Wanfried – Vor 10 Jahren war Wanfried noch von sinkenden Bevölkerungszahlen betroffen, zahlreiche leer stehende Gebäude mussten verkauft werden, Stadt und Stadtteile schienen zu überaltern. Doch der Trend legt eine Kehrtwende hin, in Wanfried steigt die Bevölkerungszahl in den vergangenen Jahren.

Die Kernstadt selbst zählt derzeit 2665 Einwohner – 45 Personen mehr als noch 2016. Dies sei eine tolle Entwicklung, sagt Bürgermeister Wilhelm Gebhard, besonders mit Blick darauf, dass Wanfried, seit 1995 stetig Einwohner verloren habe. Da die Baugebiete etwa in Wanfried und Heldra erschöpft seien, müssten neue erschlossen werden. In allen Stadtteilen seien zuletzt Bauplätze reserviert und verkauft worden. Daher erwartet die Stadt einen weiteren Anstieg an Einwohnern und jungen Familien.

Mehr Initiative für Freizeitstrukturen

In den kommenden Jahren will Wanfried mehr in den Tourismus investieren. Zum Beispiel in die Kanuinfrastruktur in Zusammenarbeit mit dem Geo-Naturpark. Alle Stadtteile mit direkter Lage zur Werra sollen davon profitieren. An Eigenmitteln zahlt die Stadt dafür gut 35 000 Euro. Bezuschusst wird das Vorhaben vom Land mit 45 000 Euro. Auch ein Pumptrack soll in der Kernstadt errichtet werden – ein asphaltierter Roundparcours auf dem vor allem Kinder und Jugendliche aber auch Erwachsene mit dem Fahrrad, Cityroller und Inlineskates fahren können. Es gilt nun noch abzuwarten, ob die Stadt mit den entsprechenden Fördermitteln rechnen kann.

Außerdem soll der Sprungturm im Wanfrieder Schwimmbad saniert werden, auch soll ein neuer Rundwanderweg entstehen, der die beiden Stadtteile Aue und Völkershausen miteinander verbindet und diese von Wanderern profitieren können.

Große Investitionen

Die Wohl größte Investition für Wanfried würde in den kommenden Jahren aber der Umbau der Gerhart-Hauptmann-Schule (GHS) zu einer Kindertagesstätte bedeuten (wir berichteten). Je nachdem, ob die entsprechenden Förderanträge angenommen werden, wird es umgesetzt. Die Stadt will maximal 1,5 Millionen Euro selbst investieren. 4,38 Millionen Euro sind insgesamt einkalkuliert. Die grundsätzliche Umsetzung haben die Gemeindevertreter im Dezember 2020 einstimmig beschlossen.

Aktuell stehen neun Gruppen für Kinder zwischen ein und sechs Jahren zur Verfügung, weiterer Bedarf wird benötigt. Mit dem Umbau der GHS sollen dann insgesamt 13 Gruppen den Bedarf decken. Gegenwind gegen das Projekt gibt es unter anderem von den Linken und der FWG, einzelne Beschlussfassungen, etwa die priorisierte Belegung der neuen Kita, hat auch die SPD in der Gemeindevertretung kritisiert. Diese priorisierte Belegung sowie die Kosten und die Dauer für den Umbau stoßen auch bei FWG und Linke auf Kritik. Jessica Sippel

Spitzenkandidat Markus Matejka.

Markus Matejka, Die Linke

„Ein wichtiges Ziel für uns ist die Förderung von Bürgerbeteiligung im Vorfeld von wichtigen Entscheidungen. Die Marktstraße etwa, sollte vom Durchgangsverkehr befreit und durch neue Ideen ihre Attraktivität erhöht werden. Kinder und Jugendliche brauchen Angebote kommunaler Jugendarbeit mit entsprechenden Räumlichkeiten. Neue Wohn- und Gewerbegebiete wirken weit in die Zukunft und bedürfen daher der Mitsprache. Es ist wichtig, darauf zu achten, dass die Gemeinde bei Investitionen in der Zukunft handlungsfähig bleibt. Die Folgekosten von Großprojekten – wie die geplante Kita - könnten sich später als große Belastung darstellen.“

Spitzenkandidatin Lisa Susebach.

Lisa Susebach, SPD

„Ich kandidiere für die Kommunalwahl, weil ich große Lust habe an den Entwicklungen von Wanfried mitzuwirken und erzählen zu können: „Genau dafür habe ich mich mit der SPD eingesetzt.“ Konkrete Wahlkampfziele sind immer schwierig zu formulieren, da die Umsetzungen von vielen Rahmenbedingungen abhängig sind, für die man in die Zukunft gucken müsste. Unser Ziel ist es, alle mit ins Boot zu nehmen und gemeinsam immer das Beste für unsere Stadt zu entscheiden. Wichtige Merkmale sollten dabei eine konzeptionelle Kinder- und Jugendarbeit, Familienfreundlichkeit und eine optimale ärztliche und gesellschaftliche Versorgung für Jung und Alt sein.“

Spitzenkandidat Karsten Dahmer.

Karsten Dahmer, FWG

„Mit unserem frischen Wind den Fokus bürgernah setzen und sachorientiert am Allgemeinwohl entscheiden, das ist oberste Priorität. Die Stadt muss transparentere Planungen und Entscheidungen proaktiv öffentlich präsentieren. Nachhaltigkeit bedeutet, Mensch und Umwelt zu berücksichtigen vor allem jedoch Stadtteile und Kernstadt gemeinsam für die Zukunft zu rüsten. Grundlage städtischer Planungen sollte direkt betroffene Bürger einbeziehen. Zentrale Orte für Bürger auszubauen und eine aktive Stärkung der vorhandenen touristischen Bemühungen für die Zeit nach der Pandemie stärken den Zusammenhalt aller. Aus, für und in Wanfried.“

Spitzenkandidatin Jutta Niklass.

Jutta Niklass, CDU

„Damit Wanfried und seine Stadtteile zukunftsfähig bleiben, ist es wichtig, Arbeitsplätze zu schaffen. Mit der Ausweisung eines neuen Gewerbegebietes wird dies gelingen. Die Schaffung weiterer Bauplätze trägt der gesteigerten Nachfrage Rechnung und bietet Familien einen attraktiven Wohnstandort. Dazu gehören auch eine bedarfsorientierte Kinderbetreuung und ein Schulangebot vor Ort. Dafür setzen wir uns ein. Um die Verkehrssituation zu beruhigen werden wir ein Konzept entwickeln, das modernen Anforderungen entspricht. Grundlage aller Maßnahmen sind solide Finanzen. Den Weg der Entschuldung werden wir daher konsequent weiterführen.“

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