Stimmenabgabe im Haus von Ernst-Uwe von Starck

So lief der Urnengang im Mini-Wahllokal auf Gut Laar in Zierenberg ab

Holt alle fünf Jahre die alte Wahlurne vom Dachboden: Ernst-Uwe von Starck.
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Holt alle fünf Jahre die alte Wahlurne vom Dachboden: Ernst-Uwe von Starck.

Man kann nicht achtlos an ihnen vorbeiziehen. Egal, wie früh es auch sein mag, die unzähligen Schneeglöckchen am Gutshof Laar bestaunt ein jeder, der am Sonntagmorgen das Haus von Ernst-Uwe von Starck betritt.

Zierenberg – Ungewohnt viel ist hier los, denn im Zuhause des Ortsvorstehers ist das Wahllokal des kleinen Zierenberger Stadtteils untergebracht. Und wenn man hier von „viel“ spricht, ist es im Vergleich zu anderen Wahllokalen doch wenig, denn von hessenweit rund 4,7 Millionen Wahlberechtigten dürfen in Laar gerade mal 14 ihre Stimmen abgeben. „Rund die Hälfte war schon da“, berichtet er um kurz nach zehn Uhr. Eine genaue Zahl verrät er nicht, „das fällt unters Wahlgeheimnis“.

Es sei halt alles geregelt, auch, dass sein Wahllokal von 8 bis 18 Uhr geöffnet sein muss, selbst dann, wenn schon längst alle da gewesen sind. Ernst-Uwe von Starck nimmt es gelassen, wohlwissend, dass er sich um Langeweile keine Gedanken machen muss. In Daniela Vogt hat er schließlich gute Unterhaltung, die Ortsbeiratskollegin hat mit einer ordentlichen Portion selbstgebackener Nussecken nicht nur für die Verpflegung gesorgt, auch Themen hat sie reichlich mitgebracht, die im Laufe des Tages besprochen werden sollen. „Wir haben ja reichlich Zeit“, sagt sie und verrät, dass unter anderem das leidige Thema Breitbandversorgung auf dem Plan steht.

Hat selbst in der wohl schönsten Wahlkabine der Region ihre Kreuzchen gesetzt: Daniela Vogt.

Zeit haben auch die Wähler reichlich, die nicht nur in einem der kleinsten, sondern sicher auch einem der schönsten Wahllokale zur Tat schreiten dürfen. Der Charme des nur wenige Meter entfernten schlossähnlichen Hauses strahlt bis in die Wahlkabine, zu der einer der Büroräume von Starcks umfunktioniert worden ist, eine Mehrzweckhalle oder ein Dorfgemeinschaftshaus gibt es in Laar schließlich nicht.

Aus dem privaten Wohnzimmer nebenan schallt der Fernseher durch die verschlossene Verbindungstür und wird so zum dezenten Soundtrack des Wahlvorgangs, der zwischen alten Gemälden an den Wänden und stattlichem Lüster unter der Decke beinahe skurril anmutet, für die Menschen vor Ort aber nichts Außergewöhnliches ist.

Und sind alle Kreuze gemacht, geht es zurück zu von Starck und Vogt ins Büro, wo die uralte Wahlurne schon auf weiteres Futter wartet. „Das Schätzchen ist rund 70 Jahre alt und hat hier wirklich jede Wahl mitgemacht“, verrät von Starck. Mittlerweile dürfte er sie schon wieder auf dem Dachboden verstaut haben, wo sie nun fünf Jahre lang wartet, bis zur nächsten Kommunalwahl in fünf Jahren vielleicht wieder die Schneeglöckchen blühen und die Wähler an einem der kleinsten und gleichzeitig schönsten Wahllokale der Region begrüßen. (Sascha Hoffmann)

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