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OB-Kandidatin Kühne-Hörmann (CDU): Mit Rückenwind von Jamaika

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Von: Andreas Hermann

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Erneut als OB-Kandidatin nominiert: Eva Kühne-Hörmann neben ihrem Plakat nach ihrer Wahl mit 87,7 Prozent der Stimmen beim CDU-Mitgliederparteitag.
Erneut als OB-Kandidatin nominiert: Eva Kühne-Hörmann neben ihrem Plakat nach ihrer Wahl mit 87,7 Prozent der Stimmen beim CDU-Mitgliederparteitag. © andreas fischer

Eva Kühne-Hörmann will für die neue Stärke der Kasseler CDU stehen

Kassel – Beim Parteitag in Eppos Clubhaus hängt neben der CDU-Fahne eine Jamaika-Flagge an der Wand. Am Rednerpult steht das Wahlkampfplakat der Kandidatin zur Oberbürgermeisterwahl. Motto: „Eva macht das.“

Die für die Koalition mit Grünen und FDP stehende Jamaika-Flagge ist Ausdruck der neuen Stärke, in die sich Kassels CDU in den vergangenen Wochen verhandelt hat. Die Fahne ist nicht die einzige Kuriosität dieses Parteitags. Eigentlich befindet sich die Vorsitzende Eva Kühne-Hörmann schon seit Wochen im OB-Wahlkampf, zeigt etwa bei Hausbesuchen und Stadtteilrundgängen Präsenz. Denn eigentlich ist die 60-Jährige schon im Juli von Delegierten mit 85,4 Prozent als OB-Kandidatin der CDU gewählt worden. Doch wegen einer Änderung des Hessischen Kommunalwahlgesetzes steht sie nun beim ersten Mitgliederparteitag in der Geschichte der Kasseler CDU erneut zur Nominierung an.

Für Kühne-Hörmann kein Problem. Die neue politische Konstellation in Kassel gibt Rückenwind, den die Kandidatin gerne aufnimmt. Nach dem Bruch der grün-roten Koalition habe sie die Initiative ergriffen. Denn eine Stadt wie Kassel brauche ein festes politisches Bündnis. Hunderte Stunden sei verhandelt und schließlich ein Kompromiss gefunden worden, der die Stadt voranbringe. „Wir haben ein Fenster für einen Sitz im hauptamtlichen Magistrat und für mich als Oberbürgermeisterin“, betont sie zur neuen Rolle und zu den Chancen der CDU in Kassel.

Nach Jahren wieder in Regierungsverantwortung: Diese Perspektive lässt die Reihen der Christdemokraten fester schließen. Alle Mitglieder stimmen für Kassels erste Jamaika-Koalition, auch der Zuspruch für die OB-Kandidatin lässt sich so noch steigern: Kühne-Hörmann erhält 57 der 65 gültig abgegebenen Stimmen, also 87,7 Prozent. Acht Mitglieder haben mit „Nein“ gestimmt.

„Ich werde alles tun, um die Wahl zu gewinnen“, kündigt die erneut Nominierte an. Bislang ist sie im Wahlkampf wenig konkret geworden. Erstmals wird die ehemalige Ministerin und aktuelle Landtagsabgeordnete nun deutlicher, setzt thematisch zum Rundumschlag an.

Bei dieser OB-Wahl müssten alle CDU wählen, die keine ideologische Verkehrspolitik wollten, die nur den Radverkehr privilegiere. „Hinschauen und nicht wegschauen“, müsse die Prämisse bei der inneren Sicherheit sein. Bei Schule/Schulbauten und Wirtschaft müssten Versäumnisse der Vergangenheit aufgeholt werden. Und bei der documenta müsse das „durch die Kommunikation der Stadt massiv geschädigte Image“ wieder verbessert werden, um die Kunstausstellung in Kassel zu sichern.

Deutlich wird Kühne-Hörmann beim Amtsinhaber: „Die Stadt hat eine bessere Führung verdient als die Basta-Politik des jetzigen Oberbürgermeisters.“ Als ehemalige Büroleiterin des damaligen CDU-Oberbürgermeisters Georg Lewandowski bringe sie als OB-Kandidatin noch einen Vorteil mit, meint die erfahrene Christdemokratin. „Ich brauche keine Einarbeitungszeit im Rathaus.“

Auf eva-kuehne-hoermann.de, der Internetseite der OB-Kandidatin, lädt die Christdemokratin zu ihrer Online-Zuhör-Tour ein. Auch Kühne-Hörmann hat zur OB-Wahl noch kein festes und fertiges Programm. Sie will ihre Themen und Positionen danach ausrichten, was sie im Wahlkampf von den Kasselern zu hören bekommt. Nächster Termin ihrer offenen Online-Fragerunden ist der 15. Dezember. 

(Andreas Hermann)

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