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OB-Kandidatin Isabel Carqueville (SPD): Auf Distanz zum Amtsinhaber

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Von: Andreas Hermann

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Mit geballter Unterstützung der SPD Wehlheiden: Oberbürgermeisterwahl-Kandidatin Isabel Carqueville beim Wahlkampf auf dem Wochenmarkt.
Mit geballter Unterstützung der SPD Wehlheiden: Oberbürgermeisterwahl-Kandidatin Isabel Carqueville beim Wahlkampf auf dem Wochenmarkt. © andreas hermann

OB-Kandidatin Isabel Carqueville (SPD) will für Mut und neue Wege stehen

Kassel – Straßenwahlkampf bei Temperaturen um den Gefrierpunkt, die Kandidatin trägt Mantel, Strickmütze und Schal. Die äußeren Rahmenbedingungen passen. Denn das Thema, auf das sie mit Abstand am häufigsten angesprochen werde, seien die gestiegenen Heizkosten und Preise aller Art, berichtet Isabel Carqueville. „Es geht um die Frage: Wie kommen wir über den Winter?“

Die 38-Jährige sucht auf Fragen wie diese nach Antworten. Zwar ist die Gewerkschafterin politisch nicht unerfahren, war ja auch schon Stadtverordnete. Doch dieser Wahlkampf ist der erste, in dem sie derart und stadtweit im Mittelpunkt steht. Die SPD-Kandidatin zur Oberbürgermeisterwahl ist (noch) nicht der Politprofi, dem auf jedes Stichwort gleich der irgendwie passende Textbaustein heraussprudelt. Das merkt der Fragesteller.

Überhaupt versucht Carqueville den frostigen Temperaturen auf dem Wehlheider Wochenmarkt ihre offene Art und gute Laune entgegenzusetzen. Das gelingt auch deshalb, weil sie sich geballter Unterstützung sicher weiß. An ihrem Infostand tummeln sich zahlreiche Sozialdemokraten aus dem Stadtteil, auch Parteichef Ron-Hendrik Hechelmann ist dabei. Die Broschüre der Kandidatin in der Hand, versuchen auch sie mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Wie Carqueville berichtet, organisieren jeweils die SPD-Ortsvereine die Wahlkampftermine vor Ort. Hier in Wehlheiden ist auf das Engagement der Genossen Verlass. Ebenso wie auf das der Jusos. Der SPD-Nachwuchs sei bei den Terminen immer dabei, freut sich Carqueville.

Für ihren Wahlkampf hat die Basis besondere Bedeutung. Die Kandidatin hatte kaum Vorlauf. Gleich nach ihrer Nominierung durch die SPD-Mitglieder suchte sie über ihre Internetplattform herzfürkassel.de erfolgreich nach Unterstützern. Einen offiziellen Wahlkampfauftakt habe es daher nicht gegeben, so Carqueville. Erstmals trat sie im Wahlkampf auf dem Brüder-Grimm-Platz auf. Bewusst vor dem Wochenende, an dem die Stadtverordneten über die von ihr begrüßte Neugestaltung entschieden.

Es sei gut und mutig, dass sie sich zur Wahl stelle, höre sie öfter. „Mut für neue Wege“ habe sie daher auch zu einem weiteren Motto gemacht. Hingegen sei ihr bisher noch niemand untergekommen, der kritisiert habe, dass sie als Sozialdemokratin gegen Sozialdemokrat Christian Geselle antrete, versichert Carqueville.

Sie bezieht Position – nicht nur beim Grimm-Platz. Wer sich ihr 100-Tage-Programm (Hintergrund) ansieht, merkt schnell, dass sie auf Distanz zum Amtsinhaber geht – nicht erst seit der Kritik an „Geheimverhandlungen“ über die Eigenbetriebe. Sie will für einen anderen Stil, eine andere Politik stehen.

Isabel Carqueville lässt keinen Zweifel daran, dass ihr der olympische Gedanke vom „Dabei sein ist alles“ nicht reicht. Sie wolle erst in die Stichwahl und dann auch diese gewinnen, gibt sich die 38-Jährige auch auf dem Wehlheider Wochenmarkt kämpferisch. „Ich will Oberbürgermeisterin werden.“

Auf herzfuerkassel.de stellt OB-Kandidatin Isabel Carqueville im Internet ihr 100-Tage-Programm vor. Die Liste ist noch nicht vollständig, aktuell reichen die Themen unter anderem von Verkehrsfrieden über documenta-Sicherung bis Einwohner-Energie-Geld. Im Wahlkampf wolle sie weitere Positionen veröffentlichen, die sie mit Experten entwickle, kündigt Carqueville an. Wer will, kann ihr auch einen Themenwunsch mailen. 

(Andreas Hermann)

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