Discounter-Kette

Aldi: Der Aufstieg des Discounter-Giganten

Der Supermarkt-Riese Aldi führt heute den deutschen Discounter-Markt an. Der Erfolg der Marke lag dabei vor 106 Jahren in den Händen zweier Brüder: Karl und Theo Albrecht. 

  • Aldi führt den deutschen Discounter-Markt an 
  • Aufgeteilt ist das Unternehmen in die beiden Schwesterunternehmen Aldi Süd und Aldi Nord 
  • Die Erfolgsgeschichte des Discounters Aldi begann mit einem kleinen Backwarenhandel in Essen vor etwa 100 Jahren 

Kassel – Kaum ein anderer Discounter-Supermarkt ist so bekannt wie Aldi. Die Kette punktet mit bezahlbaren Eigenmarken und wöchentlichen Aktionen. Inzwischen hat sich der Discounter Aldi auch über die Grenzen Deutschlands hinaus ausgebreitet: bereits in 15 anderen europäischen Ländern wurden Supermarkt-Filialen eröffnet. Dabei begann der heutige Riese als kleines Backwarenunternehmen vor etwa 100 Jahren.

Aldi: Die Anfänge als Backwarenhandel

Im Jahr 1913, kurz vor dem Ersten Weltkrieg, begann der Bäcker Karl Albrecht senior, in Essen-Schonnebeck mit Backwaren zu handeln. Nur ein Jahr später wurde in dem Stadtteil in Essen von dem gerade einmal 28 Jahre alten Bäcker und seiner Frau der erste Lebensmittelladen eröffnet. Im Jahr 1945 übernahmen die beiden Söhne Karl und Theo Albrecht den laufenden Betrieb. 1948 ersannen die beiden Albrecht-Brüder das Konzept, die Lebensmittelgrundversorgung mit einem kleinen Sortiment und niedrigen Preisen zu garantieren.

Im Jahr 1961 folgte die Gründung der beiden Unternehmensgruppen Aldi Nord und Aldi Süd (ALDI steht dabei für AL-brecht DI-scount). Die nördlichen Filialen wurden dabei von Theo Albrecht, die südlichen von Karl Albrecht übernommen.

Aldi: Die Errichtung des Discounter-Prinzips

Die Filialen wurden nach dem Discounter-Konzept rationell eingerichtet. Viele Lebensmittel konnten aus Kartons oder Paletten mitgenommen werden. Aldi stand damit in Konkurrenz zu den neu aufkommenden Supermärkten. Die Preise der Supermärkte ließen sich durch das Discounter-Prinzip, also dem Einsparen von Personal und dem begrenzten Angebot, unterbieten. 

Aldi übernahm Hofer in Österreich

1968 folgte die Übernahme der österreichischen Handelskette Hofer. Ab diesem Zeitpunkt wurden die Produktangebote von Aldi immer vielfältiger. 

Kann man bei Aldi online einkaufen?

2007 folgten Online-Services wie ein Reiseservice, Telefonservice oder Fotoservice. Auch ein Online-Lieferservice wird von Aldi angeboten. Verschiedene Produktaktionen, die inzwischen weit über den Lebensmittelhandel hinausgehen wie beispielsweise PCs von Aldi, Fahrräder oder Fernseher, dürften den Siegeszug des Einzelhandelskette beschleunigt haben.  

Mit einem Umsatz von 98 Milliarden Euro im Jahr 2018 führten Aldi Süd und Aldi Nord zusammen die Liste der größten Einzelhandelsgruppen an.

Aldi Nord und Aldi Süd: Das sind die Unterschiede

Die beiden Schwesterunternehmen führen ein unterschiedliches Sortiment und verfolgen daneben auch unterschiedliche wirtschaftliche Strategien. So bleiben die Aldi-Nord-Filialen der eigentlichen Discounter-Linie länger treu und zögerten damit aber auch Modernisierungen hinaus, wie die „Wirtschaftswoche“ berichtet. 

Das Innere einer Aldi-Filiale. 

Aldi Süd tätigte hingegen früh Investitionen in die Modernisierung der Filialen und ein damit verbundenes besseres Einkaufsgefühl beim Kunden. Damit konnte Aldi Süd deutliche Erfolge verzeichnen. Zahlen aus dem Jahr 2018 belegen, dass Aldi Süd deutlich erfolgreicher ist als Aldi Nord. 

Aldi Nord und Süd nähern sich wieder an 

Zuletzt näherten sich die beiden Schwesterunternehmen jedoch wieder an. „Gemeinsames Ziel beider Häuser ist es, bis Ende des Jahres 2020 einen Großteil der Aktions- und Standardartikel zu harmonisieren“, erklärt Aldi Nord demnach. Während Aldi Süd und Aldi Nord bislang ihre eigenen Marken im Sortiment hatten, soll nun vieles vereinheitlicht werden und in Filialen beider Unternehmen angeboten werden. 

Die Grenze zwischen den Gebieten von Aldi Nord und Aldi Süd verläuft vom Westmünsterland über Mülheim an der Ruhr, Marburg, bis nördlich von Fulda in Hessen. Die neuen Bundesländer (Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen) liegen im Aldi Nord-Gebiet. 

Aldi weltweit: Discounter-Standorte auf der ganzen Welt

In Deutschland gibt es laut Angaben des Unternehmens über 2300 Filialen des Discounters. Nachdem Aldi in Österreich neue Filialen eröffnet hatte, folgten Belgien und die Niederlande. Auch die Länder wurden unter dem Nord/Süd-Prinzip aufgeteilt. 

So fallen etwa Polen, Dänemark, die Niederlande oder Belgien unter den Bereich von Aldi-Nord, während Italien, Ungarn, Irland oder Australien im Bereich von Aldi-Süd liegen. Einzig in den USA gibt es eine Dopplung: Aldi Nord betreibt dort die Tochterfirma Trader Joe’s, während auch Aldi Süd-Filialen errichtet wurden. Insgesamt besitzt Aldi weltweit mehr als 9000 Filialen und beschäftigt über 200.000 Mitarbeiter. 

Arbeiten bei Aldi: Gehälter und Ausbildung - Wie viel verdient man bei Aldi?

Aldi zahlt nach eigenen Angaben für Auszubildende darüber hinaus gut – ein Azubi im ersten Lehrjahr verdient bei Aldi Süd 1.000 Euro monatlich, im zweiten Lehrjahr 1.100 Euro und im dritten Lehrjahr 1.250 Euro. Bei Aldi Nord verdienen Auszubildende im ersten Lehrjahr zwischen 705 und 900 Euro brutto

Rubriklistenbild: © Steinberg/Förster/dpa

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