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Aldi, Lidl und Co.: Was sich ab sofort im Supermarkt ändert

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Künftig können Kunden in bei Aldi, Lidl und Co. nicht nur einkaufen gehen, sondern auch ausgediente Geräte abgeben. Die Regeländerung für den Verbraucher und der Umwelt.

Kassel – „Lidl lohnt sich“ – mit diesem Slogan wirbt der Lebensmittel-Discounter seit Jahren. Dass sich der Gang zum Supermarkt und Discounter künftig noch aus einem anderen Grund lohnt, dafür sorgt eine neue Regelung des Bundesministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz.

Denn ab Freitag (1. Juli) sind Aldi, Lidl und Co. künftig dazu verpflichtet, kostenlos auch alte Elektroware von Kunden entgegenzunehmen. Ziel dieser Regeländerung ist es laut Angaben des Bundesministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz, „die Sammelquote zu verbessern und mehr Geräte und ihre wertvollen Ressourcen zu recyceln“. Die Bundesregierung wolle es damit Verbrauchern erleichtern, ihren Elektroschrott abzugeben – nicht zuletzt auch im Interesse der Umwelt.

Aldi, Lidl und Co. nehmen Elektroschrott: Neue Regelung im Supermarkt erspart Gang zum Wertstoffhof

Wer also ausgediente Geräte, wie Toaster, Fernseher oder Staubsauger hat, kann sich nun den Gang zum Wertstoffhof sparen. Die neue Regel für Supermärkte und Discounter greift allerdings nur bei einer Ladengröße von mindestens 800 Quadratmeter. Außerdem muss der jeweilige Supermarkt mindestens einmal im Jahr Elektro-Geräte verkaufen, damit das neue Angebot bei ihnen gilt. Da aber die meisten Lebensmittel-Läden in der Regel auch kleinere Hauswarengeräte, im Angebot haben, greift dort die neue Regel.

Schon vorher mussten Supermärkte alte Handys, Rasierer oder elektronischen Zahnbürsten kostenlos entgegennehmen; ungeachtet dessen, ob ein neues Gerät gekauft wurde oder nicht. Allerdings beschränkte sich dieser Service lediglich auf Elektro-Geräte, deren Kantenlänge kleiner als 25 Zentimeter war.

Genau das ändert sich jetzt mit der neuen Regelung aber: Die Geräte dürfen nun auch größer sein, müssen aber gegen ein Neues eingetauscht werden. Also: Nur wer ein neues Elektro-Gerät der gleichen Art kauft, kann sein Altes abgeben. Beispielsweise alter Staubsauger gegen neuen Staubsauger. Jedoch: „Nicht angenommen werden müssen verunreinigte Geräte, von denen eine Gefahr für Gesundheit und Sicherheit ausgeht“, erklärte Antje Gerstein, Geschäftsführerin beim Handelsverband Deutschland.

Zu viele alte Geräte liegen nutzlos herum: Hintergrund für das neue Elektro- und Elektronikgerätegesetz

Laut Angaben des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nuklearer Sicherheit und Verbraucherschutz wurden rund 86 Prozent der gesammelten Elektro-Altgeräte im Jahr 2019 in Deutschland recycelt. Doch wurden nur rund 44 Prozent der im selben Jahr in den Verkehr gebrachten Elektro-Altgeräte auch wirklich zurückgegeben. Den Grund dafür vermutet die Bundesregierung primär die als zu unverständlich empfundenen Rückgabemöglichkeiten. Das belege auch das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Ministeriums.

Quelle: BMUV

Aldi, Lidl und Co.: Einzelhandel sieht sich gewappnet für die neue Supermarkt-Regelung

Die Änderung des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes war bereits am 1. Januar 2022 in Kraft getreten. Doch nun läuft die Übergangsfrist von sechs Monaten ab. Eine vorgeschriebene Umsetzung für die neue Regelung gibt es nicht: Wie genau die Annahme aussehen soll, entscheidet jeder Markt für sich. Etwa in Form einer Sammelbox oder durch die Rückgabe an Info-Theken.

Einkaufen wird teurer: Zahlreiche Discounter wie Aldi oder Lidl haben die Preise für einige Produkte deutlich erhöht.
Wichtige Änderung für Verbraucher: Viele Supermärkte und Discounter, wie Aldi, Lidl oder Rewe, müssen ihren Kunden künftig einen kostenlosen Service anbieten. © Tobias Hase/dpa

„Der Einzelhandel ist gewappnet“, verspricht Gerstein vom deutschen Handelsverband. Gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) sagte sie: „Alle werden pünktlich zum 1. Juli mit Rücknahmesystemen starten und den Kunden möglichst einfach die Gelegenheit geben, ihre Elektroaltgeräte zurückzugeben.“ 

In vielen Supermärkten gibt es seit einiger Zeit Änderungen auch am Pfandautomat und an der Kasse: Wegen vermehrter Störung bei der Kartenzahlung haben etliche Supermärkte nun die Geräte ausgetauscht. (Romina Kunze)

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