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Lidl, Aldi und Co.: Mit diesen Tricks erhöhen Discounter die Kauflaune ihrer Kunden

Diffuse Beleuchtung, kaum Tageslicht: So oder so ähnlich sieht es in vielen Supermarkt-Filialen in Deutschland aus. Das hat Gründe. (Archivbild)
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Diffuse Beleuchtung, kaum Tageslicht: So oder so ähnlich sieht es in vielen Supermarkt-Filialen in Deutschland aus. Das hat Gründe. (Archivbild)

Mit einigen Tricks beeinflussen Discountern wie Lidl und Aldi ihre Kunden unterbewusst. So soll die Kauflaune der Kunden erhöht werden.

Kassel – Ein Einkauf bei Aldi, Lidl, Rewe und Co. gehört für viele Menschen in Deutschland zum Alltag, angenehm ist es aber nicht immer – gerade in Zeiten der Corona-Pandemie. Viele Menschen auf engem Raum, die Qual der Wahl bei den vielen im Supermarkt angebotenen Artikeln und nicht selten Zeitdruck.

Die Filialen von Discountern gelten nicht gerade als wohnlich oder idyllisch. Das liegt auch an der Beleuchtung in einigen Filialen, die den Kunden den Blick nach draußen oft verwehrt. Doch das ist von den großen Supermarkt-Ketten durchaus erwünscht.

Einkaufen bei Aldi, Lidl und Co. – Welchen Einfluss das Licht auf den Einkauf der Kunden hat

Denn hinter der diffusen Beleuchtung in den Filialen von Aldi, Lidl, Rewe und Co. steckt eine perfide Marketingstrategie, die unter anderem darauf abzielt, die Kaufkraft der Kunden zu steigern, wie auch merkur.de* berichtet. Aber inwieweit hat das Licht im Supermarkt einen Einfluss auf die Kaufentscheidung der Konsumenten? Dafür gibt es sowohl praktische und finanzielle als auch psychologische Gründe.

Klar ist: Für die Supermarkt-Ketten bringen Fenster in den Filialen keinen Vorteil. Im Gegenteil: Die dadurch eindringende Sonnenstrahlung verursacht Wärme und verringert so die Haltbarkeit von zahlreichen Lebensmitteln. Frisches Obst und Gemüse fault deutlich schneller, Schokolade schmilzt. Für Kunden und Discounter eine unangenehme Folge.

Aldi, Lidl und Co. – Warum Fenster in Discountern oft Mangelware sind

Außerdem kosten großflächig Glasfronten und Fenster in den Filialen bei Aldi Süd, Lidl und Co. viel kostbaren Platz. Denn insbesondere in Großstädten ist dieser oft stark limitiert und entsprechend teuer. Mehr Fenster bedeuten gleichermaßen weniger Fläche für Produktregale in den Supermärkten. Klar ist: Vor einem Fenster können keine Regale positioniert werden. Aus optischen Gründen und aufgrund verringerter Haltbarkeit einiger Lebensmittel.

Weitere Verbraucher-News: Nützliche und interessante Artikel finden Sie auf unserer Themenseite.

Video: Lidl, Aldi, Rewe und Co. - Welches ist der liebste Supermarkt der Deutschen?

Einkaufen bei Aldi, Lidl und Co. – Kunden sollen sich länger in Filiale aufhalten

Daher setzen die großen Supermarkt-Ketten in Deutschland auf eher dunkle, schwach ausgeleuchtete Filialen ohne Tageslicht. Denn bei einem Blick nach draußen werden Kunden häufig abgelenkt. Egal, ob die Ablenkung durch das Wetter oder andere Ereignisse vor den Filialen von Aldi, Lidl und Co. erfolgt, sie schadet den Discountern. Schließlich soll sich jeder Kunde im Optimalfall auf das Einkaufen fokussieren und den Betreibern so möglichst viel Ertrag bescheren.

Die Einflüsse der Witterung auf das Einkaufserlebnis sollen somit relativ gering bleiben. Denn insbesondere starke Hitze oder Kälte, sowie Sturm, Regen und Schnee senken das allgemeine Wohlbefinden der Menschen. Kunden halten sich somit länger an Orten auf, an denen sie sich wohl fühlen.

Ohne Sonnenlicht sind die Temperaturen in den Märkten von Ketten wie Aldi Nord, Lidl oder Edeka klimatisiert. Große Schwankungen werden vermieden. Die Supermärkte verfolgen also das Prinzip: Je länger sich ein Kunde in der Filiale aufhält, desto mehr kauft er ein und desto mehr Geld gibt er aus.

Lebensmittel-DiscounterNettoumsatz im Jahr 2017 (Schätzwerte)
Lidl19,18 Milliarden Euro
Aldi Süd15,30 Milliarden Euro
Netto-Marken-Discount (Edeka)13,10 Milliarden Euro
Aldi Nord11,73 Milliarden Euro
Penny7,40 Milliarden Euro
Quelle: EHI Retail Institute

Aldi, Lidl und Co. setzen auf bunte Lichteffekte – Beleuchtung soll Kaufkraft steigern

Darüber hinaus setzen die großen Supermarkt-Ketten auf stimmungsvolle, farbige Lichteffekte. So wird Gemüse und Obst oft grün beleuchtet. Das Fleisch in der Theke beim Metzger soll durch rote Beleuchtung frischer wirken. Diese Strategie soll das Kaufverlangen der Kunden positiv beeinflussen. Die Wirkung des Lichteffekts ginge in einem helleren, lichtdurchfluteten Raum natürlich verloren.

Mit einer weiteren strategischen Maßnahme reagierte Aldi zuletzt auf die Lieferengpässe, mit denen zahlreiche Discounter in Deutschland im Zuge der Corona-Pandemie zu kämpfen hatten. (Yannick Wenig)*merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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