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Wieder teurere Preise bei Aldi, Lidl und Co.? Bauernverband mit dringender Forderung

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Von: Julius Fastnacht

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Die Landwirtschaft stehen wegen steigender Produktionskosten unter Druck. Jetzt kritisiert der Bauernverbands-Chef den Handel – und stellt eine Forderung.

Berlin – Bei Supermärkten und Discountern wie Rewe, Aldi und Lidl könnten die Preise weiter ansteigen. Zumindest, wenn es nach einer Forderung des Präsidenten des Deutschen Bauernverbands (DBV) geht.

Mit Blick auf die starken Kostenanstiege in der Produktion fordert der Bauernverband höhere Preise für Lebensmittel. „Wir brauchen zwingend höhere Verkaufserlöse, um überhaupt weiter wirtschaften zu können“, sagte DBV-Präsident Joachim Rukwied der „Augsburger Allgemeinen“. Die Landwirte seien mit erheblichen Teuerungen bei Diesel, Dünger und Futtermitteln konfrontiert. „Diese massiven Kostensteigerungen können die Landwirte nicht alleine schultern, sie müssen auch an die Verbraucher weitergegeben werden“, teilte Rukwied weiter mit.

Verband: Händler wie Aldi, Lidl und Rewe geben Mehrkosten an Bauern weiter

Laut dem DBV-Präsidenten ist entscheidend, dass Händler wie Aldi, Rewe und Lidl Mehrkosten unter anderem an die Bauern weitergeben, die Preissteigerungen nicht in der Lebensmittelkette hängenbleiben. Bereits vor Ausbruch des Krieges seien die Kosten für die Landwirte inflationsbedingt hoch gewesen. Der Krieg in der Ukraine habe mit seinen Folgen für die Landwirtschaft die Lage noch einmal verschärft.

Mit Blick auf die starken Kostensteigerungen in verschiedenen Bereichen fordert der Bauernverband höhere Preise für Lebensmittel. (Symbolbild)
Mit Blick auf die starken Kostensteigerungen in verschiedenen Bereichen fordert der Bauernverband höhere Preise für Lebensmittel. (Symbolbild) © Bernd Weißbrod/dpa

Einer Studie zufolge sind die Preise im Lebensmitteleinzelhandel seit Anfang 2021 um 6 Prozent angestiegen. Die Hersteller von Lebensmitteln und Getränken haben ihre Preise in Deutschland der Studie zufolge seit Anfang 2021 um durchschnittlich 16,6 Prozent angehoben. 2022 dürften die Preise im Lebensmitteleinzelhandel den Experten zufolge um mehr als 10 Prozent anziehen.

Wird es bald teurer bei Aldi, Lidl und Co.? Bauernverband mit Vorschlägen für Politik

Wie der stellvertretende DBV-Generalsekretär Udo Hemmerling der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sagte, erwarten die deutschen Landwirte im Herbst zweistellige Preiserhöhungsraten bei Lebensmitteln im Vergleich zum Vorjahr. Die kritische Situation auf den Agrarmärkten werde noch bis ins nächste Jahr reichen und könne zeitnah nur durch ein Ende der russischen Weizen-Blockade in der Ukraine aufgehoben werden.

Im Interview nannte er auch konkrete Forderungen an die Politik: So solle die Gasversorgung der Landwirtschaft den Status der Systemrelevanz erhalten und ein Kreditprogramm für Düngemittel, Futter, und Treibstoff aufgelegt werden. Zudem begrüßte er die EU-Pläne, ab kommendem Jahr größere Mengen an Weizen anzubauen. (juf mit dpa)

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