Nutri-Score

Nestlé führt neues Logo ein - auch Aldi, Lidl und Rewe sind dabei

Nestlé bringt den Nutri-Score auf den Weg: Ab Anfang 2020 sollen die Verpackungen mit einer Nährwertampel versehen werden. Auch Aldi, Lidl und Rewe ziehen mit.

  • Der Lebensmittelhersteller Nestlé führt 2020 den Nutri-Score ein.
  • Die „Lebensmittel-Ampel“ soll für mehr Transparenz bei den Verbrauchern sorgen.
  • Das neue Kennungssystem wird in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Belgien undFrankreich auf Verpackungen von Fertigprodukten zu finden sein. 

Ab 2020 stehen Kunden in einigen Ländern vor dem Supermarkt-Regal optisch „an der Ampel“. Dann nämlich führt auch der Lebensmittel-Riese Nestlé den Nutri-Score ein, eine Nährwert-Ampel, die Verbraucher nach dem Willen von Bundesgesundheitsministerin Julia Klöckner (CDU) besser und transparenter über die Inhaltsstoffe von Lebensmitteln informieren soll.

Nutri-Score kommt zuerst in fünf Ländern - Aldi, Lidl und Rewe machen mit

Zuerst will Nestlé den Nutri-Score auf Lebensmittelverpackungen in Deutschland, Österreich, Frankreich, Belgien und der Schweiz aufdrucken, berichtet das Verbraucherportal Chip 365. Über einen Zeitraum von zwei Jahren wird die Nährstoff-Ampel dann auf Produkten angebracht, die ganz zum Konzern gehören. Ebenso sollen Frühstückscerealien mit dem Nutri-Score versehen werden, die von der GemeinschaftsfirmaCereal Partners Worldwide produziert werden.

Auch die Discounter Aldi, Lidl und Rewe wollen einen Teil ihrer Eigenmarken auszeichnen. 

Ziel von Nestlé ist es, die „gesündeste Option“ zu bieten

Nestlé wolle mit dem Nutri-Score dem Kunden in jeder Produktkategorie die gesündeste Option anbieten, erklärte derNestlé-Chef für Europa, Nahost und Nordafrika. Der Nutri-Score solle helfen, „Fortschritte zu dokumentieren“. 

Über 5000 Produkte werden mit Nutri-Score gekennzeichnet

Kunden können sich künftig bei über 5000 Nestlé-Produkten über deren Zusammensetzung informieren. AuchKlassiker wie Kaffee, Schokolade und verschiedene Pizzen zählen dazu. DasLeitsystem des Nutri-Score funktioniert über eine fünfstufige Farbskala mit  einer Einteilung von „A“ bis „E“. Ein grünes „A“ bedeutet dabei ein Optimum an gesunden Inhaltsstoffen, wie etwa Obst, Gemüse oder Ballaststoffe. In einem Produkt mit einem roten „E“ hingegen überwiegen Stoffe wie Zucker, Fett oder Kochsalz

Zur Kenntlichmachung wird das jeweils zutreffende Feld optisch hervorgehoben. 

Harte Konkurrenz: Danone ist Vorreiter beim Nutri-Score

Mit der Einführung der neuen Kategorisierung möchte Nestlé Signalwirkung erzielen. Aber es gibt auch einen weiteren Grund. Denn die Konkurrenz hat auch hier nicht geschlafen. So hatDanone, der riesige Lebensmittelgigant aus Frankreich, den Nutri-Score für seine Kunden schon eingeführt. Damit steht Nestlé unter Druck in puncto Kundenservice und muss nachziehen. 

Auch Aldi, Lidl und Rewe sind freiwillig mit dabei

Auch die Discounter Aldi, Lidl und Rewe sind bei der freiwilligen Kennzeichnung dabei. Zumindest zum Teil: Sie wollen den Nutri-Score bei Teilen ihrer Eigenmarken einführen. 

Iglo wollte Nutri-Score bereits im Frühjahr einführen, war aber auf erheblichen - auch rechtlichen - Widerstand gestoßen.

Rechtlicher Rahmen soll ab 2020 festgesetzt sein

Nachdem lange um ein Kennzeichnungssystem für ungesunde Produkte gerungen worden war, hat Bundesgesundheitsministerin Julia Klöckner (CDU)  eine Verordnung auf den Weg gebracht, die den rechtlichen Rahmen für den Nutri-Score bis Mitte 2020 abstecken soll. Diese wird zuerst in der Bundesregierung geprüft. Auch die EU-Kommission muss grünes Licht geben, ebenso wie Bundesrat und das Kabinett.

„Nutri-Score“ stammt aus Frankreich 

Letztlich hat man sich für ein Modell entschieden, das ausFrankreich stammt. Es hatte bei einer Verbraucherbefragung am besten abgeschnitten. 

Gegen übermäßigen Zuckerkonsum stellte der Verband der Kinderärzte eine radikale Forderung auf.

Welche Gefahr von fettreichen Lebensmitteln ausgehen kann, lesen Sie hier. 

Immer wieder kommt es in Supermärkten zu Skandalen um verunreinigte oder gefährliche Lebensmittel. Mehere Sorten Griebenschmalz musste Aldi Nord zurückrufen. Es Bestand der Verdacht, das Produkt könnte Drahtstücke enthalten.

stg

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa / Wolfgang Kumm

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