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Waschmittel-Hersteller ist pleite: Drohen jetzt leere Regale bei Lidl und Aldi?

Eine Kundin greift in einem Supermarkt nach einer Flasche Spülmittel.
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Ein Hersteller von Spül- und Waschmitteln, die bei Aldi und Lidl verkauft werden, ist insolvent. (Symbolbild)

Die bekannten Spül- und Waschmittel Alio und Tandil wird es bei Aldi wohl bald nicht mehr geben – der Hersteller ist insolvent.

Kassel – Aller Voraussicht nach werden gleich mehrere Produkte aus den Regalen der Discounter Aldi und Lidl verschwinden. Nach einem monatelangen Insolvenzverfahren stellt Thurn Germany den Betrieb ein. Die Verhandlungen mit einem potenziellen Investor seien überraschend gescheitert. Der WDR berichtet, dass sich der Eigentümer des Grundstücks, die Kommunen Neunkirchen-Seelscheid und Much und der neue Investor nicht auf einen langfristigen Mietvertrag einigen konnten.

Der Insolvenzverwalter sei nun „gezwungen, den Mitarbeitern zu kündigen und die Betriebsstilllegung einzuleiten“, teilte das Unternehmen Thurn am 22. September 2021 mit. Betroffen sind demnach 175 Arbeitsplätze.

Waschmittel-Hersteller insolvent: Folgen für Discounter Aldi und Lidl

Der Name Thurn dürfte vielen Kunden nicht bekannt sein, doch die Produkte des Unternehmens aus Nordrhein-Westfalen lassen sich in vielen Haushalten finden. Thurn stellte beispielsweise Spül- und Waschmittel wie Alio und Tandil her, die Aldi verkauft. Formit, Maxitrat und W5 stehen bei Lidl im Regal.

Auch die Produktionsstätte in Genthin (Sachsen-Anhalt) könnte vor dem Aus stehen, trotz Verhandlungen mit einem anderen potenziellen Investor. Ebenso von einer Schließung betroffen ist das Werk in Kerkrade (Niederlande).

Unternehmen Thurn vor dem Aus: Engpässe bei Lidl und Aldi möglich

„Wir werden eine zuverlässige Warenversorgung sicherstellen und mit unseren Kunden individuelle Auslaufproduktionen vereinbaren“, gab Thurn bekannt. Auch Aldi Süd reagierte: „Wir können bestätigen, dass wir Artikel aus dem Putz-, Waschmittel- und Maschinengeschirrspülmittelbereich von den genannten Produzenten beziehen“, heißt es in einer Mitteilung an RTL. „Grundsätzlich verfolgen wir eine Mehrlieferantenstrategie, um eventuelle Lieferausfälle in einem gewissen Rahmen abdecken zu können.“

Thurn Germany GmbH
Geschäftsbereichv. a. Produktion von Spül- und Waschmitteln
Gründung1977
SitzNeunkirchen-Seelscheid, NRW
Weitere StandorteGenthin (Sachsen-Anhalt)
Kerkrade (Niederlande)
Geschäftsführender GesellschafterPeter H. Schoof

Dennoch sind Lieferprobleme, vor allem bei Waschmittel-Tabs, nicht auszuschließen, wie die Lebensmittel Zeitung unter Berufung auf Insiderkreise berichtet. Aldi und Lidl könnten demnach zunehmend bei Herstellern aus Osteuropa einkaufen, um die Versorgung zu sichern. Zudem ist Thurn nicht der einzige Produzent von Spül- und Waschmitteln in Deutschland.

Thurn insolvent: Aldi und Lidl werden Waschmittel wohl in Osteuropa kaufen

Thurn Germany, mit Sitz in Neunkirchen-Seelscheid (NRW), hatte im Juli 2021 Insolvenz angemeldet. Als Grund für die Pleite nannte Peter Schoof, geschäftsführender Gesellschafter, unter anderem drastisch steigende Rohstoffpreise bei rückläufiger Nachfrage in der Corona-Pandemie. Insbesondere in den Bereichen Freizeitsport, Gastronomie und bei den körpernahen Dienstleistungen sei das Geschäft weggebrochen.

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„Wir hatten seit November signifikante Umsatzeinbußen, die zu siebenstelligen Verlusten geführt haben“, erklärte Schoof der Lebensmittel Zeitung und sprach von einem Umsatzeinbruch von 20 bis 30 Prozent. Weil „wir nichts ins Raster gepasst haben“, sei die finanzielle Hilfe vom Staat ausgeblieben, wurde Schoof weiter zitiert. Aldi und Lidl werden im Bereich der Spülmittel und Waschmittel zukünftig auf Produkte anderer Hersteller zurückgreifen müssen. (lrg)

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