1. Startseite
  2. Verbraucher

Rewe, Edeka und Lidl äußern sich zu neuen Aldi-Öffnungszeiten – „Einsparung wäre marginal“

Erstellt:

Von: Karolin Schäfer

Kommentare

Aldi Nord verkürzt als erster Lebensmittelhändler seine Öffnungszeiten, um Energie einzusparen. Das sagen Supermärkte wie Rewe, Edeka und Co.

Kassel – Angesichts der Energiekrise steigen auch in Deutschland die Preise. Neben Verbraucherinnen und Verbrauchern versuchen auch Unternehmen, Energie zu sparen. So verkündete Discounter-Riese Aldi eine große Änderung, die zahlreiche Kundinnen und Kunden betrifft.

„Als erster Lebensmitteleinzelhändler in Deutschland“ passt Aldi Nord seine Öffnungszeiten an, schrieb das Unternehmen bei Twitter. Zahlreiche Märkte schließen künftig also schon ab 20 Uhr. Tegut-Geschäftsführer Thomas Gutberlet forderte bereits im September kürzere Ladenöffnungszeiten, um damit Energie einzusparen. Doch wie sieht es bei Supermärkten wie Rewe, Edeka und Co. aus?

DiscounterAldi Nord
Ab wann gelten die eingeschränkten Öffnungszeiten?Ab 1. November
Wie lange haben die Läden dann noch offen?Bis 20 Uhr
Wie lange gilt die Einschränkung?Für die Winterzeit 2022/2023

Aldi ändert Öffnungszeiten: Ziehen weitere Supermärkte nach?

Rewe versucht nach eigenen Angaben bereits seit Jahren, Energie einzusparen. So kündigte die Supermarkt-Kette an, ab Juli 2023 auf gedruckte Prospekte zu verzichten, hieß es in einer Mitteilung Ende Juli. Damit könnten jährlich 380 Millionen Kilowattstunden Energie eingespart werden.

Die Öffnungszeiten wolle man aber nicht verkürzen, teilte die Rewe-Gruppe auf Anfrage mit. Auch der konzerneigene Discount Penny plant aktuell nicht, dem Beispiel von Aldi zu folgen. „Die damit erzielbare Energieeinsparung wäre marginal“, erklärte ein Unternehmenssprecher gegenüber HNA.de von IPPEN.MEDIA.

Aldi Nord verkürzt angesichts der Energiekrise seine Öffnungszeiten. Andere Supermärkte wie Rewe, Edeka und Lidl wollen aber nicht nachziehen. (Symbolbild)
Aldi Nord verkürzt angesichts der Energiekrise seine Öffnungszeiten. Andere Supermärkte wie Rewe, Edeka und Lidl wollen aber nicht nachziehen. (Symbolbild) © Fleig/Eibner-Pressefoto/imago

Schließlich würde mehr als die Hälfte des Energiebedarfs der Märkte auf die (Kälte-)technik entfallen. Grundsätzlich habe die Rewe-Gruppe zum Ziel, „einen größtmöglichen Beitrag zu den bundesweit notwendigen Einsparungen zu leisten, ohne Einschränkungen für unsere Kundinnen und Kunden zu erzeugen“, hieß es weiter.

Massive Änderung bei Aldi Nord: Edeka will keinen „reduzierten Service anbieten“

Auch Lebensmittel-Riese Edeka sehe derzeit keinen Anlass, Kundinnen und Kunden „einen reduzierten Service anzubieten“, hieß es auf Anfrage. „Der Großteil der Energie in unseren Märkten fällt allerdings nicht für Beleuchtung, sondern für die Kühlung der Produkte an.“ Dennoch verstehe man den Hintergrund der Entscheidung von Aldi. Edeka spart Energie stattdessen beispielsweise mit energieeffizienten Heiz- und Kälteanlagen.

Von Kaufland, das wie Lidl zur Schwarz-Gruppe gehört, hieß es: „Bei der Festlegung unserer Ladenöffnungszeiten stehen die Erwartungen unserer Kunden im Vordergrund. Dabei kommen die langen Öffnungszeiten insbesondere den Berufstätigen entgegen.“ Man werde also weiterhin während der gewohnten Öffnungszeiten zur Verfügung stehen.

Discounter Aldi Süd hielt sich bedeckt. Auch hier wolle man seine Öffnungszeiten nach den Bedürfnissen der Kundschaft richten und bei Bedarf gesellschaftspolitische Themenstellungen berücksichtigen, zitierte die Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Aldi, Lidl & Co.: Steigende Energiekosten werden für Supermärkte zur Belastungsprobe

Fest steht: Der Anstieg der Energiekosten wird für viele Händler zur Belastungsprobe. In Hessen sind die Energiekosten seit Jahresbeginn im Einzelhandel durchschnittlich um knapp 150 Prozent gestiegen, teilte der Handelsverband mit. Geänderte Öffnungszeiten könnten neben innovativer Beleuchtungskonzepte und effizienter Klima- und Heiztechnik ein möglicher Beitrag zu Energieeinsparungen sein. „Die Entscheidung für eine Reduzierung der Öffnungszeiten muss allerdings immer auf einer individuellen unternehmerischen Abwägung basieren und darf somit nur dann zum Einsatz kommen, wenn sie unternehmerisch Sinn ergibt“, erklärte Sven Rohde, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Hessen.

Nicht nur Strom und Gas werden teurer, auch für Lebensmittel müssen Verbraucherinnen und Verbraucher tiefer in den Geldbeutel greifen. (kas/dpa)

Auch interessant

Kommentare