Debatte um Sexualität

Kritik an Aldi-Werbung: Ist die Karotten-Familie „zu hetero“?

Der Discounter Aldi steht aufgrund einer Werbekampagne zurzeit in der Kritik.
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Der Discounter Aldi steht aufgrund einer Werbekampagne zurzeit in der Kritik.

Aldi steht aufgrund einer Werbung zur Weihnachtszeit in der Kritik. Es sei die Chance verpasst worden, auch die LGBTQ-Szene miteinzubeziehen.

Kassel – Im Netz sorgen aktuell Karotten für Kritik an der Supermarkt-Kette Aldi. Die Rede ist allerdings nicht von echtem Gemüse, sondern einer animierten Möhren-Familie, die seit geraumer Zeit in Aldi-Werbungen zu sehen ist. Und genau da liegt für einige Menschen das Problem: Die Familie sei „zu hetero“.

Alles fing in der Vorweihnachtszeit 2020 an, als der Discounter die Werbefigur Kai Karotte einführte. In diesem Jahr kamen noch Frau Karla sowie die drei Kinder Michel, Mia und Merle dazu. Eine oft als „klassisch“ bezeichnete Familienkonstellation, an der sich Kritikerinnen und Kritiker stören. Zu harmonisch, zu traditionell. Im Magazin wmn.de heißt es, die Werbung zementiere das Verständnis von Normalität. Zudem sei eine Integrationschance verpasst worden.

Aldi: Redakteurin fordert mehr LGBTQ-Präsenz in Werbungen

„Familien mit Mama, Papa und drei Kindern sind wunderbar anzusehen. Doch sie sind nicht die einzigen Familien, die es gibt“, schreibt Redakteurin Mona Schäffer. Zwar seien heterosexuelle Beziehungen mit rund 85 Prozent der Gesamtbevölkerung die Norm, jedoch würden im Umkehrschluss auch „queere“ Menschen mit etwa 15 Prozent einen bedeutenden Teil der Bevölkerung ausmachen. „Das ist beinahe jeder sechste Mensch. Meiner Meinung nach Grund genug, um sie auch mal in den Vordergrund zu stellen“, heißt es im Artikel auf wmn.de.

Es ginge nicht darum, dass Heterosexualität aus der Aldi-Werbung verschwinden soll, sondern das traditionelle Familienbild beiseite zu lassen und alternativen Beziehungen eine Bühne zu geben. Man sollte sich darüber im Klaren sein, dass „keine Familie“ perfekt sei. „Kein Kind ist ideal erzogen, Scheidungen sind etwas ganz Normales und queere Menschen machen einen hohen Prozentsatz der Menschheit aus“, schreibt Schäffer weiter.

Kritik an Aldi-Werbung: Vorwurf „mehr als lächerlich“

Der Artikel kommt allerdings nicht bei allen gut an. So bittet ein Leser, „als bisexueller Mann“, den Artikel zu löschen. Die Autorin belästige Aldi „mit einem falschen Diskriminierungsvorwurf, der wiederum auf die LGBTQ+ Community zurückfallen könnte.“ Eine heteronormative Familie als diskriminierend zu bezeichnen, sei „mehr als lächerlich.“ Seitens Aldi gab es bislang keine Stellungnahme zu den Vorwürfen. (Nail Akkoyun) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Auch Media Markt sah sich in diesem Jahr Kritik ausgesetzt, als ein Facebook-Post des Unternehmens nach hinten losging.

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