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Allergische Reaktion durch das Smartphone: Was Sie beachten sollten

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Von: Vivian Werg

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Smartphones sind im Alltag permanent im Einsatz. Trotz der häufigen Nutzung können sie zu Keimschleudern werden, wenn sie zu selten gereinigt werden.

Kassel – Der Smartphone-Besitz ist in der Ära der Digitalisierung eine Selbstverständlichkeit geworden. Das Handy gehört unlängst zu den wichtigen Gegenständen, wie Hausschlüssel und Geldbeutel. Die multifunktionalen Geräte erleichtern mithilfe von Apps den Alltag, versorgen die Nutzerinnen und Nutzer mit Informationen und verbinden sie mit Millionen von Menschen über Social Media. Laut dem App-Analyseunternehmen App Annie verbringen Deutsche über drei Stunden täglich am Smartphone. Vor allem abends fällt es vielen schwer, sich von den Handys loszulösen.

Eine in der Fachzeitschrift American College of Allergy, Asthma and Immunology veröffentlichten Studie zeigt nun, dass sich allerlei Substanzen auf dem Smartphone-Bildschirmen ablagern und zu allergischen Reaktionen führen können.

Menschen mit Allergien oder Asthma, empfehlen Experten daher, ihre Smartphones häufiger zu reinigen, um sich weniger Allergenen auszusetzen
Smartphones: trotz der häufigen Nutzung können sie zu Keimschleudern werden, wenn sie zu selten gereinigt werden (Symbolbild) © Victoria Jones/dpa

Smartphone als Gesundheitsgefahr: Allergische Reaktionen möglich

Allergische Reaktionen (Überempfindlichkeitsreaktionen) sind laut MSD Manual unangemessene Reaktionen des Immunsystems auf eine normalerweise harmlose Substanz, wie beispielsweise Pollen, Hausstaub oder Tierhaare. Für gewöhnlich führen Allergien zu:

Den allergieauslösenden Substanzen aus dem Weg zu gehen, erweist sich jedoch oft als sehr schwer. Sie befinden sich unter anderem in der Luft oder auf verschiedenen Oberflächen wie dem Sofa, der Kleidung oder diversen Elektrogeräten im Haushalt. Aufgrund ihrer häufigen Nutzung haben Forscherinnen und Forscher nun die Smartphone-Bildschirme genauer untersucht.

Allergene auf dem Smartphone: Tierallergene, Schimmelpilze und Bakterien

Das Forschungsteam um Hana Ruran vom Boston Children‘s Hospital entwickelten spezielle Telefonattrappen, die eine ähnliche Größe und Oberfläche wie normale Smartphones hatten. Nachdem 15 Freiwillige mit den Modellen in Berührung gekommen waren, untersuchte das Team die Bildschirme auf Allergene.

Das Ergebnis war eine erhöhte Konzentrationen verschiedener Allergene, Endotoxine und sogenannter Beta-D-Glucane (BDG) konnten auf den Smartphones nachgewiesen werden. Laut Ruran handle es sich bei letzteren um einen aussagekräftigen Hinweis für Schimmelpilze. Die Zuckerverbindungen befinden sich in den Zellwänden von Bakterien und Pilzen und stehen mit chronischen Atemwegserkrankungen in Verbindung. Endotoxine kommen in der äußeren Zellmembran von Bakterien vor und werden beim Absterben freigesetzt. Sie können im Körper allergische Reaktionen und Entzündungen auslösen.

Gefährliche Bakterien und Endotoxine auf dem Smartphone nachgewiesen

Auf den Bildschirmen von Haustierbesitzern fand das Forschungsteam außerdem vermehrt Katzen- und Hundeallergene. Laut Rurans Kollege Peter Thorne, können Substanzen, die allergische Reaktionen auslösen, demnach auch aus einer Quelle stammen, die die meisten Menschen nicht in Betracht gezogen haben. Die auf den Bildschirmen nachgewiesenen Endotoxine sind ein Indikator für die Darstellung gegenüber gramnegativen Bakterien. Diese können schwere Infektionen wie Lungen- und Hirnhautentzündungen auslösen.

Laut MSD Manual sind gamnegative Bakterien in einer Schutzkapsel eingeschlossen. Diese verhindert, dass die Bakterien von weißen Blutkörperchen, die Infektionen bekämpfen, gefressen werden. Unterhalb der Kapsel haben gramnegative Bakterien eine äußere Membran, die sie gegen bestimmte Arten von Antibiotika schützt, wie zum Beispiel gegen Penicillin. Wenn diese Membran zerstört wird, treten toxische Substanzen aus, sogenannte Endotoxine. Endotoxine tragen zur Schwere der Symptome einer Infektion mit gramnegativen Bakterien bei.

Smartphone häufiger reinigen, um allergische Reaktionen vorzubeugen

Die Studie bestätigte, dass sich reichlich Bakterien auf den Displays ansammeln. Menschen mit Allergien oder Asthma, empfehlen Experten daher, ihre Smartphones häufiger zu reinigen, um sich weniger Allergenen auszusetzen. In der Studie half eine Mischung aus den Reinigungsmitteln Chlorhexidin und Cetylpyridinium am besten gegen BDG und Endotoxine. Besonders effektiv war die Kombination aus Benzylbenzoat und Gerbsäure gegen Katzen- und Hundeallergene. Keine dieser genannten Chemikalien sind in der Drogerie erhältlich, sondern nur bei speziellen Laborlieferanten.

Aber gängige Reinigungsmethoden wie ein Mikrofasertuch und Desinfektionsmittel können schon dazu beitragen, die Smartphones zumindest von einem Teil der anhaftenden Allergene und Bakterien zu befreien. (Vivian Werg)

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